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StartseiteComputer und KommunikationVon Maschine zu Maschine04.07.2015

Internet der DingeVon Maschine zu Maschine

Es werden viele Milliarden Geräte sein, die in den nächsten Jahren vernetzt werden - damit rechnen zumindest manche Firmen. Das stellt neue Anforderungen an die Technik, mit der vernetzt wird. Neben bekannteren Standards, wie etwa Bluetooth, gibt es eine Reihe neuer Entwicklungen, die Übertragungen auch über einige Kilometer hinweg ermöglichen sollen.

Von Friederike Maier

Ein Mann sitzt auf einem Stuhl, auf dessen Rückenlehne "Internet here!" steht, neben ihm ein identischer Stuhl und ein Computerbildschirm (dpa/picture alliance/Maximilian Schönherr)
Das Internet vernetzt alles - bald auch Geräte untereinander. (dpa/picture alliance/Maximilian Schönherr)
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"Zunächst einmal kommt es darauf an, hier diese Vielzahl an Geräten abzudecken, unter anderem auch eine möglichst hohe Energieeffizienz zu erreichen, weil viele der Geräte auch batteriebetrieben sind", meint Ulrich Graf vom chinesischen Mobilfunkhersteller Huawei. Sein Unternehmen setzt dabei auf die zellularen Mobilfunk-Netze. Deshalb arbeitet es mit daran, dass der aktuelle Mobilfunkstandard LTE in Zukunft auch den Anforderungen der Kommunikation von Maschine zu Maschine gerecht wird.

Nachdem LTE vor allem für hohe Datenraten optimiert wurde, geht jetzt die Entwicklung parallel dazu auch in eine andere Richtung. "Speziell 'Internet of Things'-Anwendungen benötigen eigentlich eher niedrigere Übertragungsraten, die allerdings sicher und auch über hohe Distanzen übermittelt werden müssen. Und hier sehen wir insbesondere einen Standards, der LTE-M heiß, der jetzt grade im aktuellen Standard festgelegt wird, als wesentliche Technologie um diese Anforderungen künftig zu ermöglichen."

Das Maschinen-LTE soll schmalbandiger werden und durch verschiedene Technologien soll gleichzeitig die Reichweite erhöht werden. Senden könnten die Geräte dann in den Randbereichen der herkömmlichen LTE-Bänder oder auch auf ausrangierten Frequenzen des alten GSM-Bandes. Frequenzen unter einem Gigahertz sind dabei besonders interessant, da bei niedrigeren Frequenzen die Reichweite größer ist und die Funksignale auch besser durch Wände hindurch kommen. Erste Chipsets sind fertig und werden momentan getestet. "Mit einem großen Netzbetreiber in Europa haben wir diese Chipsets speziell in Wasserzähler eingebaut. Hier müssen sie sich vorstellen, dass diese Wasserzähler, das gleiche gilt auch für Stromzähler, in Kellern eingebaut sind, wo ich eigentlich eine recht schlechte Netzabdeckung habe."

Zusammenspiel verschiedener Technologien ermöglichen

Neben der Mobilfunkindustrie arbeiten auch verschiedene Standardisierungsgremien an schmalbandigen Lösung für das Internet der Dinge. Zum Beispiel das Institute of Electrical and Electronics Engineers. Das IEEE hat unter anderem auch WLAN standardisiert. Das neue Maschinen-WLAN soll im unlizenzierten 800 MHz Band funken und eine deutlich größere Reichweite als das herkömmliche WLAN haben. Der Standard dafür soll nächstes Jahr verabschiedet werden.

Auch das European Telecommunications Standards Institute ETSI hat sich des Themas angenommen. Das europäische Standardisierungsgremium hat in Zusammenarbeit mit anderen Gremien aus den USA, China, Japan und Korea mit oneM2M eine Plattform geschaffen, mit der viele verschiedene Technologien miteinander kommunizieren können. Ultan Mulligan ist Kommunikationsdirektor bei der ETSI. "Wir versuchen, das Zusammenspiel all dieser verschiedenen Technologien zu ermöglichen, ohne sie zu ersetzen. Denn jede davon hat ihren eigenen Markt. Jede M2M-Anwendung hat unterschiedliche Anforderungen. Und das wird sich auch weiterhin so entwickeln."

Viele firmeneigne und auch offene Technologien sind auf dem Markt

Mit an der ETSI-Spezifikation beteiligt sind auch diverse Industrie-Konsortien und etwa 200 Partner aus Unternehmen und Forschungsinstituten. Die erste Version wurde im Januar veröffentlicht. Erste Implementierungen wurden von verschiedenen Herstellern bereits vorgestellt. "Wir hatten ein Beispiel, wie oneM2M die Verbindung zwischen zwei völlig inkompatible M2M Technologien hergestellt hat, die dann in einer einzelnen Anwendung verwendet wurden. Wenn man zu Beispiel eine Heimautomatisierungstechnik und auf der anderen Seite ein vernetztes Auto hat. Beide verwenden normalerweise verschiedene Protokolle und können nicht miteinander kommunizieren. Wir verwenden die oneM2M Plattform um eine Interoperabilitätsschicht zu bauen. Damit können Anwendungen dann auf beide Technologien zugreifen."

Doch vielen in der Branche geht sowohl die Standardisierung von Nahbereichs-Funktechniken als auch die der Mobilfunklösung zu langsam. Viele firmeneigne und auch offene Technologien sind bereits auf dem Markt. Und etliche Konsortien sind angetreten, um ihre Technik als Defakto-Standard für die Kommunikation der Dinge zu etablieren.

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