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StartseiteVerbrauchertippOnline über den Wolken 11.07.2017

Internet im FlugzeugOnline über den Wolken

Flugzeuge waren lange Zeit die letzten weißen Flecken: kein Handy, kein Internet an Bord. Doch nach der Langstrecke kann man jetzt immer mehr auch auf Kurz- und Mittelstreckenflügen das Internet nutzen - mit gewissen Einschränkungen.

Von Philip Banse

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Ein Mann arbeitet in einem Flugzeug auf dem Weg nach Berlin an seinem Laptop.  (dpa / Michael Kappeler)
Auf Langstreckenflügen ist W-Lan im Flugzeug mittlerweile Standard (dpa / Michael Kappeler)

"Es geht schon damit los: Ich sitze im Flieger und will mir vielleicht ein Taxi zum Flughafen bestellen und ich bin von der Welt abgeschnitten."

Immer öfter bucht sich Urs Mannsmann, Redakteur bei der Computerzeitschrift c't, auf Flügen einen Internetzugang. Die Daten kommen in der Regel über eine Satellitenverbindung ins Flugzeug. Auf Langstreckenflügen ist das mittlerweile Standard, doch bieten Airlines wie die Lufthansa aktuell in 20 Flugzeugen W-Lan auch auf der Kurzstrecke an - Tendenz steigend.

Vorab bei der Fluggesellschaft erkundigen

Verena Blöcher vom Preisvergleichsportal Verivox, das Internetzugänge bei verschiedenen Fluggesellschaften untersucht hat, rät: "Fluggäste sollten sich vorab bei ihrer Fluggesellschaft erkundigen, ob es möglich ist, per W-Lan ins Internet zu gehen."

Allerdings sagt die Lufthansa, ob auf einem Kurz- oder Mittelstreckenflug W-Lan angeboten werde, könne man den Fluggästen frühestens am Gate sagen. Einmal im Flieger können sich Passagiere den Internetzugang buchen. "Es gibt kleine Pakete, die fangen an so zwischen drei und fünf Euro, da gibt es 20 Megabyte, was für ein bisschen Surfen und Messaging eigentlich völlig ausreicht. Wenn man mehr will, wenn man Filme streamen will oder mit größeren Dateien hantieren will, dann sind auch schon mal 20 oder 30 Euro weg", erklärt Verena Blöcher.

Keine Kostenfallen gefunden

Bei solchen datenbasierten Tarifen muss man allerdings unbedingt automatische Updates, Online-Backups oder synchronisierende Cloud-Dienste auf seinem Rechner abschalten, denn sonst ist das Paket sehr schnell aufgebraucht. Kostenfallen habe Verivox jedoch nicht gefunden, sagt Verena Blöcher: "Ne, gar nicht. Anders als im normalen Geschäft, wo es ja durchaus passieren kann, dass, wenn ein Paket aufgebraucht ist, gleich wieder ein neues nachgebucht wird, das ist hier nicht der Fall."

Dennoch raten erfahrene Vielflieger dazu, lieber Datenpakte zu buchen, die eine bestimmte Zeit gültig sind. Die Lufthansa etwa bietet drei Pakete an, die alle für den kompletten Flug Internetzugang bieten und sich nur durch die Geschwindigkeit der Verbindung unterscheiden, sprich nur Messaging erlauben oder auch das Streamen von Filmen.

Verbindung zum Satelliten kan abreißen

Verena Blöcher: "Das Telefonieren über das Internet wird gern mal ausgeschlossen. Also davon sollte man jetzt nicht ausgehen, dass man da jetzt Skypen oder anderweitig telefonieren kann."

Es gibt noch weitere Einschränkungen: Nutzen viele Passagiere das Bord-W-Lan kann die Geschwindigkeit in die Knie gehen. Fliegt das Flugzeug zu weit nördlich über den Globus, kann die Verbindung zum Satelliten abreißen. Auch verbieten einige Länder beim Überflug den Internetzugang. Außerdem eignen sich Internetverbindungen über Satellit nicht für Anwendungen wie bestimmte Online-Spiele, weil die Daten-Pakete so lange unterwegs sind. Ab dem kommenden Jahr könnten viele dieser Probleme in Europa passé sein, sagt Computer-Journalist Urs Mannsmann, denn dann komme bessere Technik zum Einsatz, durch die Internet auch auf Kurz- und Mittelstreckenflügen Standard werde:

"Das ist dann ein europaweites LTE-Netz speziell für Flugzeuge, das kann man nicht selbst nutzen, sondern das nutzt das Flugzeug und stellt dann den Passagieren W-Lan zur Verfügung. Und das ist schnell, da ist richtig Power dahinter. Und: Die Latenz ist bei LTE sehr niedrig. Das dürften in der Praxis auch nur wenige zig Millisekunden sein – so wie im terrestrischen Netz."

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