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StartseiteSprechstundeFasten mit Pausen, aber ohne Ende23.02.2016

IntervallfastenFasten mit Pausen, aber ohne Ende

In circa fünf Wochen endet die Fastenzeit. Manche Menschen verzichten bis Ostern zum Beispiel auf Süßigkeiten, Fleisch oder Alkohol. Eine besondere Art des Verzichts ist das sogenannte Intervallfasten. Laut einigen Wissenschaftlern kann dies Patienten mit Diabetes Typ 2 gut tun.

Von Christina Sartori

Ein Apfel und ein Knäckebrot neben einem Glas Wasser. (picture alliance / dpa / Armin Weigel)
An einigen Tagen kaum etwas essen, dann wieder normal: Beim Intervallfasten muss man nicht ganz verzichten. (picture alliance / dpa / Armin Weigel)
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Eine reguläre Fastenkur hat keine Pausen, aber ein Ende. Meistens nach ein, zwei oder drei Wochen. Intervall-Fasten dagegen hat viele Pausen - dafür aber kein Ende. Denn im besten Falle gewöhnt man sich an den wöchentlichen Rhythmus: Einige Tage, an denen man isst, ohne Kalorien zu zählen und einige Tage, an denen man fastet. Ob man nun an zwei Tagen in der Woche fastet, oder an drei oder vier, das hängt davon ab, welches Ziel man sich setzt, sagt Professor Annette Schürmann, Vorstandsmitglied der deutschen Diabetes Gesellschaft:

"Wenn man das Ziel hat, dass man 10 bis 20 Kilogramm Körpergewicht verlieren möchte, dann sollte man sicherlich ein sehr striktes Intervallfasten vornehmen. Also nur jeden zweiten Tag sich satt essen und an den anderen Tagen deutlich seine Kalorienzahl reduzieren. Oder aber eine sogenannte 5:2 Diät vornehmen, das heißt, an zwei Tagen fasten, sprich 500 bis 600 Kilokalorien zu sich nehmen und an den anderen Tagen normal essen."

500 bis 600 Kilokalorien, das ist nicht viel. Da bleiben als Getränke nur Wasser und Tee und zwei kleine Mahlzeiten, beschreibt Professor Schürmann, die am Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam forscht.

"Das man morgens eine Joghurt isst oder ein Vollkornbrot mit etwas Quark und mittags beispielsweise ein Putenschnitzel oder ein Hähnchen-Schnitzel oder eine Hähnchen-Brust – natürlich unpaniert – damit man möglichst viel Protein zu sich nimmt, weil das Protein zweierlei Wirkung hat: Es wirkt sehr gut sättigend und vermindert auch den Muskelabbau, der ansonsten möglicherweise stattfinden würde."

Gewichtsreduzierung für Typ-2-Diabetes-Patienten gut

Abgebaut werden soll nämlich vor allem das Übergewicht, das die meisten Typ-2-Diabetes-Patienten mit sich herumtragen. Denn Abnehmen spielt hier eine entscheidende Rolle. Zum einen, um Diabetes zu verhindern oder später einsetzen zu lassen, erläutert Professor Dr. Baptist Gallwitz, Präsident der deutschen Diabetes Gesellschaft.

"Das haben Studien auch gezeigt: Diabetes-Präventionsstudien, die in vielen Ländern durchgeführt wurden. Wenn man die Kalorienzufuhr beschränkt und ein bestimmtes Maß an körperlicher Bewegung jeden Tag macht und damit eine gewisse geringe Gewichtsabnahme erreicht, dass man dann das Diabetes-Risiko senken kann, wenn Diabetes Vorstufen vorliegen."

Und auch wer schon an Typ 2 Diabetes erkrankt ist, kann davon profitieren, wenn er sein Übergewicht verringert, meint Baptist Gallwitz:

"Die Stoffwechsellage, die verbessert sich deutlich und viele Menschen mit Diabetes brauchen dann deutlich weniger Medikamente und auch das ist im Alltag viel einfacher und auch mit mehr Lebensqualität verbunden. Denken sie zum Beispiel an viele Injektionen von Insulin am Tag statt nur einer."

Aber es scheint nicht nur der Gewichtsverlust zu sein, der Intervallfasten für Typ 2 Diabetiker interessant macht, erläutert Annette Schürmann:

"Wir haben zumindest in unseren Tierversuchen ganz klar gesehen, dass der Level an Fettleber deutlich reduziert war. Etwas verzögert haben wir dann auch eine deutliche Abnahme der Fette im Skelettmuskel beobachtet."

Rücksprache mit dem Arzt halten

Würde dies auch für den Menschen gelten, wären das gute Nachrichten für Typ 2 Diabetiker: Viele haben eine Fettleber, die sich negativ auf den Diabetes auswirkt. In den Tierversuchen ließ sich durch Intervallfasten jedenfalls die Empfindlichkeit für Insulin wieder verbessern – auch das wäre für Diabetes Patienten ein Fortschritt. Doch Maus ist nicht gleich Mensch. Deswegen rät Professor Schürmann:

"Für Personen, die schon erkrankt sind am Typ 2 Diabetes und Medikamente erhalten, sollte das auf jeden Fall nur in Rücksprache mit dem Arzt erfolgen, weil dann möglicherweise die Dosis verändert werden muss, oder vielleicht auch das ein oder andere Medikament abgesetzt werden muss. Aber grundsätzlich für Leute, die Übergewicht aufgebaut haben ist es sicherlich eine sehr gute Maßnahme."

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