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StartseiteSport am Wochenende"Intransparenter geht's kaum"17.08.2013

"Intransparenter geht's kaum"

Wie geht's weiter im deutschen Anti-Doping-Kampf?

Ob nun wie von Viola von Cramon, sportpolitische Sprecherin der Grünen, vermutet, weitere Akten nach Veröffentlichung der Doping-Studie vernichtet wurden oder nicht, die Befürchtung, dass eine vollständige Aufklärung nicht mehr möglich ist, wird von vielen Experten geteilt. Auch der Journalist Thomas Kistner meint, es ist keine vernünftige Aufarbeitung und damit Aufklärung möglich.

Thomas Kistner im Gespräch mit Philpp May

Während einer Dopinganalyse werden Reagenzgläser mit einer Flüssigkeit befüllt. (Deutschlandradio - Hendrik Maaßen)
Während einer Dopinganalyse werden Reagenzgläser mit einer Flüssigkeit befüllt. (Deutschlandradio - Hendrik Maaßen)

Das sei aber nicht nur eine Sache der Vergangenheit, auch der gegenwärtige deutsche Sport sei betroffen. Insgesamt lasse sich über den Anti-Doping-Kampf in Detuschland nichts positives sagen. Vor dem Hintergrund einer repräsentativen Befragung der Sportler mit dem Ergebnis, dass 6 % zugaben, zu dopen und weitere 40 % die Fragen nicht beantworten wollten. "Es ist fast schon logisch, dass sich die verantwortlichen Funktionäre mit aller Macht gegen ein staatliches Anti-Doping-Gesetz sträuben", sagt Thomas Kistner.

Den Vorschlang des Abgeordneten der Linken, Jens Petermann, den Bundestags-Sportausschuss zum Untersuchungsausschuss zu machen, hält Kistner auch für den falschen Weg."Bis auf eine wenige Engagierte", die seit Jahren gegen Windmühlen kämpften, seien es überwiegend "patriotisch beseelte Sportfans" im Sportausschuss. Eine vernünftige Kontrolle des enorm bedeutsamen gesellschaftspolitischen Themas Sport sei nur mit unabhängigen, sportfernen Personen möglich.

Hinweis: Das Gespräch können Sie bis mindestens 17. Februar 2014 als Audio-on-demand abrufen.

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