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StartseiteVerbrauchertippGold als Geldanlage19.04.2017

InvestitionGold als Geldanlage

Gold gilt in Krisenzeiten als sichere Anlage. Doch auch der Preis des Edelmetalls unterliegt Schwankungen. Experten raten daher dazu, nicht mehr als zehn Prozent des Vermögens in Gold zu investieren. Ein paar Dinge sollte man vor dem Kauf beachten.

Von Brigitte Scholtes

Goldbarren in unterschiedlichen Größen (picture alliance / dpa - Sven Hoppe )
Nicht mehr als zehn Prozent des Vermögens sollte man in Gold investieren, raten Experten. (picture alliance / dpa - Sven Hoppe )

Fast automatisch geht der Goldpreis in Krisenzeiten in die Höhe. Das gelbe Edelmetall verliert zwar nie vollständig an Wert. Doch ein sicherer Hafen, wie oft behauptet, ist es nicht unbedingt, erklärt Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur von "Finanztip": 

"Gegen eine große Inflation wäre es ein sicherer Hafen, aber die haben wir ja seit 40 Jahren in Deutschland nicht gehabt. Und bei den aktuellen Marktverhältnissen ist Gold eine extrem volatil, also rauf und runter gehende Anlage. Da haben Sie 2011 1.900 Dollar für eine Feinunze Gold, also für 31 Gramm bekommen, und heute sind Sie bei 1.300. das ist keine sichere Anlage. Wenn Sie ein Drittel verloren haben, würden Sie an keiner anderen Stelle sagen, es sei eine sichere Anlage."

Warum der Goldpreis so schwankt, das hängt vor allem von den Zinsen ab: Steigen die, fällt der Goldpreis, erläutert Gabriele Widmann, Volkswirtin der Dekabank: 

"Der Grund dafür ist einfach: Ein Anleger möchte gerne Zinsen, Erträge haben für sein Geld. Wenn es jetzt aber fast keine Zinsen gibt, dann kann ich auch in Gold mein Geld anlegen, weil ich dann ja nichts verliere an Zinsen. Jetzt steigen aber in den USA die Zinsen, und zwar zurzeit immer stärker, deshalb ist der Goldpreis in der Tendenz gefallen."

Nicht mehr als zehn Prozent des Vermögens in Gold zu investieren

Aber natürlich kann auch diese Einschätzung täglich wieder schwanken – und mit ihr der Goldpreis. Doch grundsätzlich ist der Zinstrend eher aufwärtsgerichtet, schlechte Zeiten fürs Gold also. Dennoch – gegen ein wenig Edelmetall-Glanz im Depot ist nichts einzuwenden. Viele Experten raten dazu, nicht mehr als zehn Prozent des Vermögens in Gold zu investieren. Doch wie macht man das am besten? Man kann Wertpapiere wie Goldminenaktien, Goldfonds oder Zertifikate kaufen – der Vorteil: Es fallen Kaufaufschläge wie beim physischen Gold weg. Doch diese Wertpapiere schwanken häufig noch stärker als der Goldpreis. Deshalb rät Hermann-Josef Tenhagen von "Finanztip". Eher zu einer Anlage in Münzen oder Barren:

"Wenn man Münzen nimmt, dann die klassischen, also ein Krügerrand, Maple Leaf, so Dinge, die sehr viel gekauft und verkauft werden. Weil die Frage, ob das eine gute Geldanlage ist, natürlich auch davon abhängt, dass ich das im Zweifel, wenn ich es veräußern will, veräußern kann. Und da sind sehr weit gehandelte Münzen natürlich sehr viel besser als irgendwelche Sammlerstücke."

Und man bevor man kauft, sollte man sich auch noch ein paar weitere Gedanken machen, rät der Finanzexperte:

"Habe ich denn einen Safe zu Hause, oder was kostet ein Schließfach - und wie kaufe ich die eigentlich? Also dass ich die nicht zu kleinteilig kaufe, weil die Kosten fürs Kaufen sind, je kleiner die Münze ist oder je kleiner der Barren ist, umso höher. Am schönsten ist es natürlich, wenn man einen Kilobarren kaufen könnte, der kostet dann aber 38.000 Euro, so in der Größenordnung im Augenblick, das ist für die meisten Leute dann doch ein dolles Investment."

Hausratversicherung anpassen

Gerade beim Gold sollte man auch die Absicherung nicht vergessen, rät Tenhagen: 

"Wenn ich mehr davon zu Hause habe, dann muss ich das meiner Hausratversicherung sagen, auch wenn’s im Safe ist.  Und wenn ich es ins Schließfach packe, dann muss ich auch da gucken, dass das Schließfach nicht zu teuer ist. Und ich sollte auch gucken, dass mit dem Schließfach eine Versicherung verbunden ist."

Denn nicht alle Banken versichern den Inhalt der Schließfächer automatisch. 

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