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StartseiteVerbrauchertippGold nach wie vor relativ krisensicher17.04.2018

Investments in EdelmetalleGold nach wie vor relativ krisensicher

In Krisenzeiten war Gold bislang eher stabil. Es ist daher ein geeigneter Risikopuffer. Boomt das Edelmetall hingegen an den Aktienmärkten, müssen Investoren mit Wertverlusten rechnen. Die Stiftung Warentest empfiehlt: maximal fünf bis zehn Prozent des eigenen Vermögens in Gold anlegen.

Von Dieter Nürnberger

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Ein Mitarbeiter der Bundesbank beugt sich in der Sonderausstellung "Gold. Schätze in der Deutschen Bundesbank" über acht Goldbarren.  (dpa-Bildfunk / Frank Rumpenhorst)
Goldbarren sind in puncto Aufschlag attraktiver als Münzen, erklärt die Stiftung Warentest (dpa-Bildfunk / Frank Rumpenhorst)
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Gold gilt für viele als Krisenwährung. Allerdings sollten Anleger wissen, dass das Edelmetall nicht per se eine sichere Geldanlage ist. Denn wie bei jedem Finanzinvestment spielt auch hier der Kauf- und Verkaufs-Zeitpunkt die wichtigste Rolle. Und da Gold in US-Dollar gehandelt wird, gibt es auch ein Währungsrisiko. Finanzmarktexperte Roland Aulitzky:   

"Gold hat starke Kursschwankungen. Und keiner kann sagen, was Gold in fünf oder zehn Jahren kosten wird. Allerdings: Gold hat immer einen gewissen Wert bewahrt, es wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit niemals wertlos werden. Deshalb ist es schon ein Gegengewicht zur klassischen Geldanlage."

Der Markt ist vielfältig. Es gibt Kilogramm-Goldbarren genauso wie Minivarianten von lediglich einem Gramm. Und es gibt natürlich die Münzen, standardisiert wie der berühmte Krügerrand oder auch viele Gedenkmünzen mit einem eher geringen Goldgehalt. Nicht alles eignet sich zur Geldanlage:      

"Bei sehr kleinen Gewichtseinheiten sind die Herstellungs- und Prägekosten so extrem, dass der Aufschlag teilweise über 20 Prozent liegt. Während bei einem Barren von einem Kilogramm der Aufschlag bei einer Größenordnung von 1 bis 1,5 in der Regel liegt. Und das ist eben schon viel attraktiver."

Jährliche Kosten für Gold-ETCs unter einem Prozent

Für all jene, die Gold nicht unbedingt in ihren Händen halten müssen, kommt auch sogenanntes Papiergold in Frage. Das sind börsengehandelte Wertpapiere mit der Abkürzung ETC (Exchange Traded Commodities). Sie sind mit dem Edelmetall hinterlegt. Der Wert eines Papiers bezieht sich beispielsweise auf ein Gramm Feingold. Roland Aulitzky:

"Für diese Gold-ETCs spricht, dass sie sehr einfach handelbar sind. Und Sie müssen sich auch nicht damit herumschlagen, wie sie das Gold verwahren. Man braucht entweder einen Tresor oder ein Bankschließfach. Das ist wiederum mit Aufwand und Kosten verbunden. Und diese Problem hat man mit Gold-ETCs nicht."  

Theoretisch können ETC-Anbieter auch pleitegehen, doch schätzt die Stiftung Warentest dies als unwahrscheinlich ein. Die jährlichen Kosten liegen zudem meist unter einem Prozent. ETC-Wertpapiere gibt es auch für Silber, Platin und Palladium.

Derzeit deutlich höhere Abschläge beim Silber

Silber ist derzeit relativ günstig, doch werden beispielsweise beim Kauf eines Kilobarren Silber deutlich höhere Abschläge verlangt als beim Gold. Auf der anderen Seite ist es ein ebenso gefragter Rohstoff, beispielsweise für Elektronikbauteile. Warentester Roland Aulitzky:

"Von daher ist es nicht ganz unplausibel, dass es auch in Zukunft im Preis deutlich steigen könnte. Allerdings sind die Wertschwankungen noch stärker. So gesehen ist für Krisenzeiten eher Gold das Mittel der Wahl. Silber nur in zweiter Linie."

Bei der Anlage in Edelmetalle gelten zudem keine einheitlichen Steuerregeln: Die Abgeltungssteuer bei Silber und Gold entfällt, wenn Münzen oder Barren nach mehr als einem Jahr Anlagedauer verkauft werden. Bei Gold-ETCs ist diese Besteuerung noch nicht endgültig geklärt - bislang ist nur "Xetra-Gold", hier ist eine Tochtergesellschaft der Deutsche Börse der Emittent, steuerfrei. Und anders als für Gold müssen Anleger für Silber Mehrwertsteuer zahlen.  

Fazit: In Krisenzeiten an den Börsen war Gold bislang eher stabil oder der Wert nahm sogar zu. Es ist somit ein geeigneter Risikopuffer. Boomt es hingegen an den Aktienmärkten, müssen Edelmetall-Investoren auch mit Wertverlusten rechnen. Die Stiftung Warentest empfiehlt daher maximal fünf und zehn Prozent des eigenen Vermögens in Gold anzulegen.   

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