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StartseiteSport am Wochenende"Für Bach hat alles Charme, was in seine Pläne passt"06.09.2014

IOC-Präsident"Für Bach hat alles Charme, was in seine Pläne passt"

Ein Jahr nach der Wahl von Thomas Bach zum IOC-Präsidenten zieht Thomas Kistner ein kritisches Fazit. Die Reformbemühungen des Präsidenten seien der "branchenübliche Unsinn". Bach sei einfach nicht mehr glaubwürdig.

Thomas Kistner im Gespräch mit Astrid Rawohl

Thomas Kistner, Sportredakteur bei der "Süddeutschen Zeitung" (Süddeutsche Zeitung)
Thomas Kistner, Sportpolitik-Experte der "Süddeutschen Zeitung" (Süddeutsche Zeitung)
Weiterführende Information

FIFA-Präsidentschaft - "Platini ist Realpolitiker" (Deutschlandfunk, Sport am Wochenende, 30.08.2014)

Thomas Kistner hat den IOC-Präsidenten Thomas Bach im DLF für seine Äußerung, dass Sport und Politik nicht vermischt werden dürfe, scharf kritisiert. "Es gibt in unseren Zeiten nichts politischeres als den Sport", sagte der IOC-Kenner. Außerdem hätten sich die Bilder von Bach mit Wladimir Putin in Zeiten der Ukraine-Aggression eingeprägt. Ein Mann, der solche Bilder produziere, aber gleichzeitig von einer Trennung von Sport und Politik rede, sei einfach nicht glaubwürdig, sagte Kistner.  

"Für Bach hat generell alles Charme, was in seine Pläne passt", sagte Kistner im Bezug auf die gescheiterte Olympiabewerbung von München 2018. Der damalige DOSB-Präsident hätte damals klar wissen müssen, dass München gegen Pyeongchang keine Chance gehabt hätte. "Bach hat damals auch schon eigene Ziele verfolgt", sagte der Sportpolitik-Experte. "München ist damals gescheitert, zwei Jahre später war Bach IOC-Präsident."

Auch Franz Beckenbauer wurde vom Redakteur der "Süddeutschen Zeitung" angegangen. "Beckenbauer ist dem deutschen Publikum immer noch schuldig, warum er behauptet, er habe die Fragen der FIFA-Ethikkommission nicht beantwortet, weil ihm die Fragen nur auf Englisch vorgetragen worden seien." Dabei hätten die FIFA-Ethiker klar gesagt, dass Beckenbauer die Fragen auch auf Deutsch bekommen habe. 

Einem deutschen Supersportjahr 2024 mit Austragung der Fußball-EM und Olympischen Sommerspiele im selben Jahr, erteilte Kistner eine klare Absage. "Das wird es nicht geben. Es wird die EM 2024 in Deutschland geben, aber für Olympische Sommerspiele ist da gar kein Platz."

Das vollständige Gespräch können Sie bis mindestens 06. März 2015 als Audio-on-demand abrufen.

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