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Seit 08:30 Uhr Nachrichten
StartseiteHintergrundIraks Tor zur Welt07.04.2013

Iraks Tor zur Welt

Basra zehn Jahre nach dem Einmarsch

Wie kaum eine andere irakische Stadt hat Basra unter drei Kriegen in drei Jahrzehnten gelitten. Zehn Jahre nach dem Einmarsch britischer Truppen sind in der Metropole am Persischen Golf die Schatten der Vergangenheit noch immer lang. Dabei schlummert in der Region gewaltiges Potenzial.

Von Jan Kuhlmann

Von 2003 bis 2007 war Basra von britischen Truppen besetzt (AP)
Von 2003 bis 2007 war Basra von britischen Truppen besetzt (AP)

"Dieses Gerät und die Schallplatten sind mehr als 60 Jahre alt, sie stammen aus den 40er- und 50er-Jahren."

Die Altstadt von Basra ganz im Süden des Irak, ein Antiquitätengeschäft. Ein kleiner Mann steht neben einem Grammofon, dessen Lautsprecher wie ein großes Hörrohr geformt ist. Sadek al-Hassoun verkauft in seinem Laden allerlei Dinge aus verschiedenen Jahrzehnten: Vasen, Schmuck, Dolche. Auf das Grammofon ist er besonders stolz. In der Hand hält er einen Stapel verstaubter Schallplatten. Er legt eine der zerkratzen Scheiben auf das Grammofon. Dann dreht er die Kurbel an der Seite des Geräts.

Abdullatif heißt der Sänger. Er war einst eine Berühmtheit im Irak, sagt Sadek al-Hassoun. Der Besitzer des Ladens erzählt gerne von früher. Als die Musik aufgenommen wurde, regierte im Irak noch ein König. Seine Macht verdankte er britischen Truppen im Land. Für Sadek al-Hassoun waren das gute Zeiten.

"Die Lage war damals in Basra viel besser als heute. Es gab damals noch ehrliche Geschäfte. Es gab einen Geist der Brüderlichkeit, man ging aufrichtig miteinander um. Weil die Gesetze bekannt waren und für alle galten. Es gab niemand, der sich über sie hinwegsetzte."

Sadek trauert dem Basra von früher auch aus einem anderen Grund nach.

"Basra war eine ganz besondere Stadt. Sie war der Hafen des Irak. Menschen aller möglichen Nationalitäten lebten hier. Inder, Pakistani, Juden, Ausländer aus allen Ländern."

Sadeks kleines Antiquitätengeschäft liegt in demselben Gebäude, in dem auch die Schriftstellervereinigung Basras ihre Heimat hat. Im großräumigen Foyer mit hoher Decke hat Sadek eine Fotoausstellung aufgebaut, die das Basra von früher zeigt. Bilder aus den 50er- und 60er-Jahren: Aufnahmen von einer sauberen Stadt mit gefegten Bürgersteigen, nur wenigen Autos auf den Straßen und Frauen in Röcken. Manche Häuser sehen aus, als hätte sich der Architekt ein Vorbild am Bauhaus genommen. Basra war früher eine moderne Stadt.

Wer Sadeks Geschäft verlässt und auf die Straße tritt, kann sich das Basra nur schwer vorstellen. Es ist ein sonniger Tag in diesem Winter. In der Nacht zuvor hat es jedoch stark geregnet. Autos und Fußgänger kämpfen sich durch Wasser und Schlamm, weil die meisten Wege ungepflastert sind. Basras Altstadt, das ist ein Ort des Niedergangs. Hier stehen noch Holzhäuser von früher mit ihren typischen Vorbauten, die die Bewohner vor Hitze und neugierigen Blicken schützten. Doch etliche Gebäude drohen einzustürzen. Hier zerfällt ein Kulturerbe. Das weiß auch der Künstler Haschim Tayeh. Wenige Schritte von Sadek al-Hassouns Geschäft entfernt hat er in einem der wenigen renovierten Häuser seine neuste Ausstellung aufgebaut – Bilder und Skulpturen aus Material, das er auf der Straße gefunden hat.

"Basra war früher eine sehr schöne Stadt. Jetzt ist sie zerstört und voller Müll. Früher war sie sehr sauber und nicht überall so stark verschmutzt. Die Einwohner Basras haben auf die Sauberkeit der Stadt und der Umwelt geachtet. Und auch der Staat hat sich damals um die notwendigen Dienstleistungen gekümmert. Aber das ist heute ganz anders."

Unter der Erde des Südirak lagern gigantische Ölvorkommen

Dabei ist Basra eigentlich eine Stadt mit einem riesigen Potenzial. Durch Basra fließt der Schatt al-Arab – der Zusammenfluss von Euphrat und Tigris. Eine Küstenstraße zieht sich über Kilometer durch die Stadt. Als Hafenstadt ist Basra Handelstor des Landes, sagt der Deutsche Ralf Bischofs. Er lebt hier seit mehr als zwei Jahren und ist einer von sehr wenigen Ausländern. Bischofs vertritt deutsche Firmen in Basra, er kennt die Potenziale der Stadt und des Landes.

"Wenn man sich so die historischen Transportlinien mal anschaut, aus Asien und so weiter, dann ist eigentlich Irak ein strategisches Einfallstor in die gesamte Region. Und dann gibt’s natürlich die unglaublich hohen Ölreserven. Irak hat wahrscheinlich die zweit- oder drittgrößten Ölreserven der Welt."

Der allergrößte Teil davon lagert unter der Erde des Südirak. An Naturschätzen ist Basra so reich wie Kuwait oder Abu Dhabi – und doch trennen Basra und die Nachbarn am Golf ganze Welten. In Basra haben Kriege und Krisen tiefe Spuren hinterlassen. Im Schatt al-Arab liegen überall Wracks in den Fahrrinnen und versperren anderen Schiffen den Weg. Die Infrastruktur der Stadt ist völlig zerstört. Auch Ralf Bischofs hat täglich damit zu kämpfen.

"Im Grunde genommen gibt es hier keine vorhandene Infrastruktur, angefangen bei Frischwasserversorgung über Abwasserentsorgung, Waste Management. Die Straßen sind eigentlich alle überholungsbedürftig. Strom ist stark verbesserungswürdig. Wir haben in Spitzenzeiten im Sommer vier Stunden Strom in zwei Tagen. Und zwar nicht mal eine halbe Stunde konsistent und dann wieder vier Stunden aus, sondern fünf Minuten an und drei Stunden aus und so weiter."

Britische Soldaten zerstören mit ihrem Panzer ein Bild Saddam Husseins in Basra am 24.3.2003 (AP)Britische Soldaten zerstören mit ihrem Panzer ein Bild Saddam Husseins in Basra am 24.3.2003 (AP)Ein Land mit riesigen Erdölvorkommen, aber ohne Strom: Wohl nirgendwo auf der Welt ist die Kluft zwischen Potenzial und Realität so groß wie in Basra. Vor zehn Jahren marschierten britische Truppen in der südirakischen Stadt ein und beendeten die Schreckensherrschaft Saddam Husseins. Doch der Wiederaufbau verläuft seitdem schleppend. Die Schatten der Vergangenheit sind hier besonders lang. Denn wie kaum eine andere irakische Stadt hat Basra in den vergangenen 30 Jahren gelitten. Die schlimmen Zeiten begannen 1980. Damals griff Saddam Hussein den Nachbarn Iran an. Einer der brutalsten Kriege der Neuzeit brach aus – er wütete acht Jahre. Der Iran liegt nur wenige Kilometer von Basra entfernt. Der Künstler Haschim Tayeh erinnert sich an die Front, die ganz nah war:

"An den Grenzen Basras gab es in den 80er-Jahren unzählige sehr heftige Kämpfe. Die Zahl der Opfer ging in die Tausende, sowohl unter den Soldaten als auch unter Zivilisten. Basra war fürchterlichen Bombardierungen der Iraner ausgesetzt. Sie dauerten den ganzen Tag, 24 Stunden lang. Die Bomben haben die Stadt und ihre Gebäude völlig zerstört und die Menschen getötet. Die meisten sind in weit entfernte Städte geflohen. Die Lage der Stadt war damals elendig."

"Das Embargo hat die Mittelschicht vernichtet"

Anfang der 90er-Jahre folgte der nächste Krieg, als die USA und ihre Verbündeten Kuwait befreiten. Danach setzten die internationalen Sanktionen dem Irak über Jahre zu. Saddam Hussein und sein sunnitisches Regime gingen zudem mehrfach brutal gegen die Schiiten vor, die die Mehrheit im Süden des Landes stellen, auch in Basra. Eine ganze Generation im Irak kennt nichts anderes als Krieg, Sanktionen und Diktatur, sagt Haschim Tayeh.

"Die Wurzeln unserer Katastrophe liegen im System Saddam Husseins, in diesem unterdrückerischen Polizeistaat, der das Land und die Menschen in zerstörerische Kriege gestürzt hat. Es gibt heute Millionen von Witwen und Waisen, Menschen, die ihren Verstand verloren haben, unzählige Vermisste, ehemalige politische Häftlinge, die noch immer leiden. Wir haben riesige Probleme aufgrund des alten Systems."

Das totalitäre System Saddams nahm den Menschen die Freiheit und die Luft zum Atmen. Darunter musste nicht zuletzt die irakische Mittelschicht leiden: Händler und Kaufleute, kleine Unternehmer, Hochschulabsolventen und Intellektuelle. Menschen wie der Autor Najem Wali, der in Basra geboren wurde. Er floh 1980 vor dem Irak-Iran-Krieg und lebt heute in Berlin. Wali beschreibt in seinen Romanen die Leiden und den Niedergang der irakischen Gesellschaft. Saddams Regime, vor allem aber die Sanktionen in den 90ern hätten die Mittelschicht des Irak völlig zerstört, sagt er.

"Die Macht und Saddam haben unter diesem Embargo nicht gelitten. Sie konnten diesem Embargo immer entgehen. Aber die Mittelschicht konnte das nicht machen. Selbst wenn man damals eine Schraube für eine Maschine importieren wollte, dann litt man unter dem Embargo, weil diese Schraube konnte für ein Flugzeug benutzt werden oder im Krieg eingesetzt werden. Und das hat die Mittelschicht vernichtet."

Davon hat sich der Irak bis heute nicht erholt: Es fehlt eine tragende Säule der Gesellschaft und damit auch das dringend notwendige Engagement der Bürger. Najem Wali macht in weiten Teilen des Irak eine Apathie aus. Die Hoffnungen der Menschen seien zu oft enttäuscht worden. Viele Iraker misstrauten den Politikern, die das Land regieren. Die Korruption sei bis heute eines der größten Probleme des Landes, sagt Najem Wali.

"Wenn man jetzt die neue herrschende Kultur im Irak definieren will, dann ist es eine Kultur der Beute. Ein Politiker will in die Politik, um Beute zu machen, weil jeder Politiker denkt, er wird niemals eine zukünftige Gelegenheit vielleicht bei den nächsten Wahlen haben."

Welche Folgen die Korruption hat, lässt sich in Basra gut beobachten. Auf den Straßen der Stadt liegt deshalb so viel Müll, weil es keine funktionierende Abfallentsorgung gibt – Gelder des Staates flossen in die falschen Kanäle. Überhaupt sind alle großen politischen Probleme des Landes noch immer ungelöst. Die Demokratie weist massive Defizite auf. Es gibt zwar ein frei gewähltes Parlament – doch die politischen Gruppen blockieren sich gegenseitig. Wichtige Gesetze – etwa zum Ausbau der Infrastruktur – bekommen keine Mehrheit. Vor allem der Gegensatz zwischen den beiden großen muslimischen Konfessionen, zwischen Sunniten und Schiiten, lähmt das Land. Die Schiiten stellen die Mehrheit und dominieren die Politik. Der schiitische Ministerpräsident Nuri al-Maliki versucht, seine Macht auszubauen. Zu seiner Regierung der nationalen Einheit gehören zwar auch Sunniten und Vertreter anderer Gruppen. Trotzdem dränge al-Maliki die Sunniten an den Rand, sagt Guido Steinberg, Irakfachmann der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik:

"Er hat es verstanden zu verhindern, dass die sunnitisch-säkularistische Opposition in dieser Regierung auch wirklich Schlüsselpositionen einnimmt. Er hat es verhindert, dass sunnitische oder säkularistische Politiker im Sicherheitsbereich überhaupt eine Rolle spielen, indem sie beispielsweise das Innenministerium oder das Verteidigungsministerium übernehmen. Und insofern ist dieser Eindruck der Sunniten, sie selbst seien marginalisiert, obwohl sie theoretisch Teil dieser Regierung sind, durchaus richtig."

Dem Irak droht weiterhin die Teilung

Terrorgruppen wie Al-Kaida machen sich den Konflikt zwischen Schiiten und Sunniten zunutze. In vielen Regionen des Landes kommt es immer wieder zu Anschlagswellen mit unzähligen Toten und Verletzten. Die Opfer sind meistens Schiiten. Erinnerungen an den Bürgerkrieg zwischen Sunniten und Schiiten nach dem Sturz Saddams werden wach. Guido Steinberg schätzt die Gefahr eines erneuten blutigen Konflikts zwischen den Konfessionen trotzdem gering ein:

"Weil der letzte Bürgerkrieg noch nicht lange genug zurückliegt. Die Sunniten haben den Bürgerkrieg von 2005 bis 2007 verloren. Sie sind sich auch heute noch dessen bewusst und werden nicht so einfach eine neuerliche Spirale der Gewalt in Gang setzen."

Anhänger des radikalen Schiiten-Predigers Muktada El Sadr nach dem Mittagsgebet im südirakischen Basra (AP)Anhänger desSchiiten-Predigers al-Sadr: Zwischen 2005 und 2007 wütete auch in Basra der Bürgerkrieg zwischen Schiiten und Sunniten (AP)Allerdings schwebt über dem Land noch immer die Gefahr der Teilung. Im Norden besitzen die Kurden in ihren Gebieten schon weitgehende Autonomie – sie erleben einen Wirtschaftsboom und träumen von einem eigenen Staat. Auch viele Schiiten im Süden hätten gerne so viel Eigenständigkeit wie die Kurden im Norden. Seit Monaten läuft eine Kampagne, die Basra zur Wirtschaftshauptstadt des Landes machen soll – mit deutlich mehr Befugnissen. Basra leidet unter der starken Zentralisierung des Irak. Ohne Zustimmung aus Bagdad geht in den irakischen Provinzen wenig, beklagt Nabil Dschaafar, Wirtschaftsprofessor an der Universität Basra.

"Die Kompetenz der Provinz ist begrenzt, ihre Abhängigkeit von der Zentralregierung groß. Jeder Investition über 250 Millionen US-Dollar muss der nationale Investitionsausschuss zustimmen. Auch jeder ausländische Investor in Basra muss mit etlichen Fesseln und Komplikationen kämpfen, bevor er diese Zustimmung erhält."

Dann wäre da auch noch die Bürokratie, in der Entscheidungen oft bis zum Sankt Nimmerleinstag aufgeschoben werden. Und trotzdem: Es gibt für den Irak Zeichen der Hoffnung. Der Deutsche Ralf Bischofs hat die Stadt in den vergangenen zwei Jahren trotz aller Probleme schätzen gelernt. Ihm gefällt es hier besser als in Abu Dhabi oder Dubai. Angst hat er keine, auch nicht vor Entführungen.

"Ich bin vielleicht auch kein ängstlicher Typ, aber gleichwohl ich natürlich meistens mit lokalen Kollegen unterwegs bin, bin ich auch desweilen mit dem Taxi unterwegs, und es ist eigentlich kein Problem. Ich denke, man darf hier nicht total unvorsichtig sein, aber mit einer gewissen Portion Vorsicht kann man sich hier eigentlich ganz gut bewegen."

In Al-Fao soll die Zukunft beginnen

Die irakische Golfküste rund 100 Kilometer südlich von Basra. Soweit das Auge reicht, erstreckt sich schlammiges Ödland mit einer Salzkruste. Lastwagen fahren hin und her und schütten Tonnen von Erde auf. Am Horizont liegen Wracks von Panzern aus dem letzten Krieg. Diese Gegend war ein Schlachtfeld. Unter der Erde verstecken sich noch immer unzählige Minen. Die Sonne kann die dunstige Luft an diesem Morgen kaum durchdringen – eine gespenstische Atmosphäre. Der Ort heißt Al-Fao – hier soll die Zukunft des Irak beginnen. In Al-Fao will die Regierung in den nächsten Jahren einen Tiefseewasserhafen bauen, der größer sein soll als der Hafen in Hamburg – ein Milliardenprojekt. In vier Jahren sollen die ersten Schiffe anlegen, sagt Raaid Ali Hussein, Ingenieur der irakischen Hafenbehörde.

"Der Bau des Hafens ist eines der wichtigsten strategischen Projekte des Landes. Al-Fao soll eine der Stützen der irakischen Wirtschaft werden. Über den Hafen kann eines Tages der Warenhandel zwischen Asien und dem Westen laufen. Die Fracht kommt hier an und geht über die irakisch-türkische Grenze weiter nach Europa."

Allerdings gibt es Zweifel am Erfolg des Projekts. Die Konkurrenz für die Iraker ist stark, denn am Golf wachsen mehrere Großhäfen. Der Bau in Al-Fao hinkt auch im Zeitplan hinterher. Die Iraker sind trotzdem von dem Projekt überzeugt – mit dem Hafen Al-Fao schafft sich der Irak die einzige große Anbindung ans Meer. Auch Wirtschaftsprofessor Nabil Dschaafar blickt trotz aller Probleme zuversichtlich in die Zukunft – vor allem wegen der riesigen Rohstoffreserven. Davon werde vor allem Basra profitieren, sagt Dschaafar.

"In zehn Jahren wird keine Stadt der Welt mehr Öl und Gas produzieren als Basra. Die Infrastruktur wird eine Entwicklung erleben. Es gibt auch Pläne, mehr ausländische Investitionen herzuholen. Basra könnte irgendwann zu den wichtigsten Städten im Nahen Osten zählen."

Rasen wie in Wimbledon

Am Stadtrand von Basra zeigt sich der Fortschritt schon ganz konkret. Hier steht an einer Schnellstraße ein Fußballstadion, dessen Form einer Dattel nachempfunden ist. Von außen erinnert es an die Allianz-Arena in München. An diesem Tag sind die Arbeiter noch dabei, das Stadion fertigzustellen. 65.000 Zuschauer sollen in diesem Stadion bald Siege der irakischen Nationalelf bejubeln. Für das Land wäre das ein großes Fest, denn bislang müssen die Iraker ihre Heimspiele im Ausland austragen – noch hält der internationale Fußballverband die Lage im Irak für zu gefährlich. Ein kleiner Mann mit Schnurrbart und fußballrundem Bauch beobachtet die Bauarbeiten sehr zufrieden. Aswan Dschawad ist Pressesprecher der "Basra Sportstadt" – so heißt das gesamte Projekt. Hier entstehe für fast 400 Millionen Euro ein riesiger Sportcampus, schwärmt Aswan Dschawad:

"Ich habe noch nie so ein großes Stadion gesehen, vielleicht mit Ausnahme des Stadions in der saudischen Hauptstadt Riad. Aber sonst gibt es so etwas nirgendwo auf der Welt. Meine Familie, ich, alle Iraker, wir alle lieben unser Land. Und wir sind sehr stolz auf dieses Stadion."

Ein wenig Stolz auf ihr Land – das können die Iraker gut gebrauchen. Den Rasen für die beiden Stadien haben Engländer gesät – er ist so grün, dass selbst die Gärtner in Wimbledon neidisch wären. Aswan Dschawad schaut optimistisch in die Zukunft.

"Von diesem Stadion aus wollen wir uns für die Welt öffnen."

In zwei Jahren will der Irak hier die Fußballmeisterschaft der Golfstaaten austragen. Das neue Fußballstadion – es ist ein Symbol der Hoffnung. Es steht dafür, dass die Lage im Land bald besser wird.

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