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Iran nennt offizielle Zahlen"25 Tote - 622 Festnahmen"

Iranische Studenten liefern sich Auseinandersetzungen mit der Polizei am 30. Dezember in Teheran (AFP / STR)
Iranische Studenten liefern sich Auseinandersetzungen mit der Polizei am 30. Dezember in Teheran (AFP / STR)

Nach den regimekritischen Protesten im Iran haben die Behörden eine offizielle Bilanz veröffentlicht. Demnach kamen insgesamt 25 Menschen ums Leben. Man habe zwar Unruhen erwartet, aber nicht in diesem Ausmaß. An den Zahlen gibt es indes Zweifel.

Das erklärte ein Sprecher des Justizministeriums laut der amtlichen Nachrichtenagentur Irna. Nach seinen Angaben wurden 622 Menschen festgenommen. Einige Demonstranten seien bereits auf Kaution freigelassen worden. Er widersprach damit Aussagen von Parlamentariern, die von über 3.000 Festnahmen gesprochen hatten.

Parlamentsvizepräsident Motahari kritisierte die Justizbehörden. Das Parlament habe mehrmals klare Informationen im Zusammenhang mit den Unruhen gefordert, aber nicht erhalten, sagte er. Auch ein Antrag der Reformerfraktion, festgenommene Demonstranten im Gefängnis zu besuchen, sei bislang nicht geantwortet worden.

Inzwischen haben die iranischen Behörden den Zugang zu der Messenger-App Telegram wieder freigegeben. Die Einschränkungen seien aufgehoben worden, erklärte ein Sprecher des Kommunikationsministeriums in Teheran. Die Regierung hatte die Sperrung veranlasst und den Demonstranten vorgeworfen, die App für Aufrufe zur Gewalt zu nutzen. Auch der Zugang zu dem Bilderdienst Instagram wurde zeitweise gekappt.

Diese Nachricht wurde am 14.01.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.