Freitag, 25.05.2018
 
Seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen
StartseiteCorso"Der Iran ist eine Zeitbombe"17.05.2018

Iranisches Filmfest in Köln"Der Iran ist eine Zeitbombe"

Das 5. Iranische Filmfest Köln zeigt vor allem Filme von jungen Regisseuren. Darin gehe es um die Frage: "Wie kann man als junger Mensch in einem Land leben, in dem es so viele rote Linien gibt", sagte Festivalmanager Siamak Poursharif im Dlf. Er warnte vor den Folgen von Trumps Politik.

Siamak Poursharif im Corsogespräch mit Sigrid Fischer

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Ein Graffito zeigt die Freiheitsstatue mit Totenkopf und die US-Flagge stilisiert mit roten und hellblauen Streifen. (picture alliance / EPA FILE / Abedin Taherkenareh)
Antiamerikanisches Graffiti in Irans Hauptstadt Teheran: Die Iran-Politik von US-Präsident Trump verheiße nichts Gutes für das Land und seine Kreativen (picture alliance / EPA FILE / Abedin Taherkenareh)
Mehr zum Thema

Iranischer Künstler zu Iran Kunst und Musik verbinden, wo Religion und Regierung spalten

Kinofilm: "Teheran Tabu" Von der Doppelbödigkeit der iranischen Gesellschaft

Dokumentation "Wenn Gott schläft" Mit Musik gegen die Mullahs

Comic-Reportage "Liebe auf Iranisch" Gestohlene Küsse

Veranstaltungsreihe des Goethe-Instituts in Berlin Die iranische Moderne

Die Welt blickt sorgenvoll auf den Iran - und auf die USA. Der US-Präsident hat Tatsachen geschaffen, die große Teile der Weltgemeinschaft beunruhigen: die Aufkündigung des Atomdeals.

Gleichzeitig findet in Köln das 5. Iranische Filmfestival statt. Ab heute werden 13 Spielfilme gezeigt und zwei Kurzfilmprogramme. Vor allem junge Filmemacher sind mit ihren Arbeiten vertreten. "Sie sehen im Internet, wie junge Menschen in Europa leben -  und wollen das auch", sagte Festivalmanager Siamak Poursharif im Deutschlandfunk. 70 Prozent der Iraner seien nach der Revolution geboren, die dem Land die Identität genommen habe. Daher gehe es in vielen Film um die Identitätssuche.

Wir haben noch länger mit Siamak Poursharif gesprochen - hören Sie hier die Langfassung des Corsogesprächs

Filmemacher im Iran müssen zwei Kommissionen durchlaufen: zur Genehmigung des Drehbuchs und zur Genehmigung der Kinoaufführung, wie Poursharif erklärte. Beide Instanzen seien sich nicht immer einig, so dass eine Drehgenehmigung erteilt werde, der fertige Film dann aber im Iran nicht gezeigt werden dürfe.

Das Problem der Aufkündigung des Atomdeals durch die USA sieht Poursharif darin, dass dadurch die rechten Kräfte gestärkt würden: "Iran ist eine Zeitbombe, mit der man vorsichtig umgehen sollte".

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk