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Iranisches KinoOffener Brief von Jafar Panahi

Der iranische Regisseur Jafar Panahi im Porträt (AFP / Atta Kenare)
Der iranische Regisseur Jafar Panahi hält das Kino seines Landes trotz aller Beschränkungen für lebendig. (AFP / Atta Kenare)

Das iranische Kino ist nach Einschätzung des Filmemachers Jafar Panahi "lebendig und dynamisch" - trotz aller Einschränkungen.

Der Regisseur schreibt in einem Offenen Brief, zum ersten Mal in der Geschichte des iranischen Kinos seien beim Festival von Cannes im Mai gleich zwei Filme von Iranern im Wettbewerb vertreten. Aber genauso klar sei, dass das all jenen nicht gefalle, die den Tod des unabhängigen iranischen Kinos wünschten - und die zu jeder Form von Drohung bereit seien.

Im Iran unterliegen Filme einem undurchsichtigen Genehmigungs- und Zensurprozess. Unliebsame Szenen müssen geschnitten werden, oder die Filme werden gleich ganz verboten. Jafar Panahi unterliegt nach einem Gerichtsurteil eigentlich einem Arbeitsverbot im Iran und darf das Land auch nicht verlassen. Das Festival von Cannes hat an die iranischen Behörden appelliert, dem Regisseur die Reise nach Frankreich zu erlauben. Es ist unklar, ob der Versuch Erfolg haben wird.

Von Jafar Panahi wird in Cannes der neue Film "Drei Gesichter" zu sehen sein, ebenso wie "Alle Welt weiß es" von seinem Landsmann Asghar Farhadi. Beide Regisseure haben in ihrer Karriere viele Preise gewonnen: Panahi etwa gewann 2015 den "Goldenen Bären" auf der Berlinale für seinen Film "Taxi Teheran". Farhadi gewann für den Film "Nader und Simin - Eine Trennung" neben einem Goldenen Bären auch einen Oscar und 2017 einen weiteren für "The Salesman".

Diese Nachricht wurde am 16.04.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.