Montag, 11.12.2017
StartseiteCorsoDer Stern über Bellevue und die Drei, die ihm folgten01.12.2017

Is was?! - Aufreger der WocheDer Stern über Bellevue und die Drei, die ihm folgten

Während märchenhafter Duft aus Auspufftöpfen den Advent ankündigt, und Anton Schlecker auf Familienzusammenführung verzichtet, klingelt es bei Frank-Walter Steinmeier. Er weiß: Einmal dem Fehlläuten der Nachtglocke gefolgt - es ist niemals gutzumachen. Aber Frank-Walter öffnet.

Von Stefan Reusch

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Eine Kombo zeigt die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel (l-r), Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und den SPD-Parteivorsitzenden, Martin Schulz, nach einem Spitzentreffen der Parteichefs mit Bundespräsident Steinmeier. (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)
Alle durften mal rein ins Schloss: Angela Merkel, Horst Seehofer und Martin Schulz (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)
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Möglich ist es: Ein Stern hat sie geleitet, und der blieb stehen über dem Amtssitz des Bundespräsidenten. Und die drei bislang so fehlgeleiteten Partei-Größen erbaten dringend Einlass ins Schloss Bellevue. Ich hätte sie nicht reingelassen, die drei Scheinriesen. Weil die Leute, die Nachbarn, die reden: "Haste gesehen. Da darf ja wohl jeder rein, der Lindner sogar auch schon mal."

Freundlich sein und verzeihen können

Ich mein: Man hat ja auch einen Ruf zu verlieren. Als Bundespräsident. Und wenn dann eine Kanzlerin klingelt, die zwei Tage zuvor beim Dieselgipfel noch sagt, es sei das - wörtlich - "höchste Interesse", Fahrverbote zu vermeiden, das heißt, das Vermeiden kaputter Bürgerlungen ist ihr offenbar von nachrangigem Interesse - muss man so eine Person dann reinlassen? Ihr Zimtplätzchen anbieten?

"Gewalt nicht mit Rache beantworten" rät der Papst, wenn auch in anderem Zusammenhang. Und: Hey, dicke Luft in den Städten ist zwar nicht gut, aber immerhin besser als keine. Wie wär's? Um des sozialen Friedens willen: An jeden Autoauspuff ein Wunderbäumchen hängen oder eine Zimtstange - nett sein, verzeihen können. Ist schwer.

Schrecklich nette Familien

Religiösen Menschen fällt das leichter, - sicher, der IS ist ein Sonderfall -, aber fromme Menschen, und auf die sollte man in der Vorweihnachtszeit ruhig hören, die sagen: "Wir sind doch alle Kinder eines Vaters." Okay. Solange der uns nicht behandelt wie Papa Schlecker seine zwei Kleinen. Mannomann: Die sind gerade mal Mitte 40, und - schwupps - hat sie Papa Anton, so stand es auf "Spiegel Online", hat er die ans Messer geliefert. Müssen ins Gefängnis. Papa geht schön einkaufen, Preise vergleichen lernt er so endlich auch noch. Nein: Es ist nicht schön, wenn Familien sich nicht gut verstehen.

Aber wenn sie sich gut verstehen, wie bei Donald Trump - das ist auch nicht schön. Und ob der Stern, unter dem sich die "Grokoler" gestern einfanden, ein guter war? Werden die eine Familie? Die sind ja schon sehr verschieden. Die CDU will gerne eine Koalition eingehen, die SPD kann aber auch durchaus ohne Koalition eingehen. Es wird sein: ein Kommen und Eingehen.

Letzte Meldung Berlin: Wie soeben bekannt wurde, soll im Zusammenhang mit einem möglichen Bundeskanzlerwechsel der Name Christian Lindner genannt worden sein. Wenn auch nur in einem Selbstgespräch. 

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