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StartseiteCorsoDer satirische Wochenrückblick11.03.2016

Is was!?Der satirische Wochenrückblick

Was haben ein deutscher Grünen-Politiker und ein Tennisstar gemeinsam? Richtig, sie sehen sich beide seit dieser Woche Drogenvorwürfen ausgesetzt. Und in unserem satirischen Wochenrückblick fragen wir uns auch, was Donald Trump wohl zum Fall des schwarzen Pfarrers in Zorneding sagen würde.

Von Klaus Pokatzky

Der Grünen-Politiker Volker Beck (dpa / picture alliance / Jörg Carstensen)
Der Grünen-Politiker Volker Beck (dpa / picture alliance / Jörg Carstensen)
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Das war wieder die Woche der Lügenpresse. Nehmen Sie nur mal den grünen Drogen-Politiker Volker Beck. Alle schreiben jetzt so, als hätte der Mann sich irgendwas Illegales zum Privateinwerfen besorgen wollen. Alles Quatsch. Es geht doch nur darum, dass die Grünen am Sonntag haushoch vor der Union die Wahl in Baden-Württemberg gewinnen.

Wenn der Daimler-freundliche Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit seinem unschuldigen Enkel Holzautos baut, dann ist er für jeden schwäbischen Häusle- und Autoschaffer mit CDU-Tendenzen klar die erste Wahl. Nur die alten grünen Latzhosen-Kiffer, die mit ihren Fahrrädern jeden Fußgänger terrorisieren, können so einen doch nicht wählen. Und jetzt kommt der Drogen-Beck ins Spiel und treibt das alte Kiffer-Milieu in Freiburg und Tübingen und Konstanz in Massen an die grünlackierten Wahlurnen.

Scharapowa bei Putin in der Lehre?

Nur: Haben Sie das mal irgendwo gelesen oder gehört? Eben, nur hier. Genauso wie die Sache mit dem Tennisstar Maria Scharapowa, die zwar einen anderen Drogenhändler hat als Volker Beck, aber wegen Doping dran ist. Hätte sie nicht gewusst, dass das Mittelchen auf der Liste der verbotenen Substanzen steht, sagt sie nun; hätte sich die Liste eben nicht angesehen. Jetzt regen sich alle Journalisten darüber auf, dass die Frau einen für dumm verkaufen will. Alles Quatsch. Die ist nur bei ihrem Präsidenten Wladimir dem ersten Putin in die Lehre gegangen und macht das so, wie der seine russischen Soldaten in der Ukraine verkauft hat. Damit kommt der ja auch durch.

So wie die christlich sozialen Politiker im schönen Zorneding, die ihren aus dem Kongo stammenden Pfarrer als Neger beschimpft haben, weil der es gewagt hat, darauf hinzuweisen, dass das Christentum eine Religion der Nächstenliebe mit offenem Herzen für Flüchtlinge ist. Zwar hat das zum ein oder anderen Rücktritt bei der Zornedinger CSU geführt, aber der Pfarrer ist nach Morddrohungen lieber weggezogen. Was hätte Donald Trump nur zu dem schwarzen Mann gesagt? Als Präsident will er den US-Soldaten ja nun doch nicht befehlen, dass sie andere foltern. Vielleicht denkt er ja schon klammheimlich über Scheiterhaufen nach. Das würde auch gut zum ihm passen; der Mann an sich ist ja schon eine einzige Folter. Aber wenigstens machen unsere digitalen Netzwerke mobil gegen die Lügenpresse.

Lügenpresse verschweigt DiCaprio-Bild

Wo haben wir denn das Kinderfoto von Filmstar Leonardo DiCaprio gesehen? Eben, nicht in der Weltpresse, sondern bei Facebook. Sonst hätte es nie eine Diskussion darüber gegeben, welche fiesen Achselhaare DiCaprios Mutter aufzuweisen hat - weil die Lügenpresse die wirklich wichtigen Sachen einfach verschweigt. 

Die "Münchner Abendzeitung" geht jetzt übrigens gegen die AfD vor. Deren Nürnberger Ortsverband hatte nämlich bei Facebook einen Link zu einem Artikel der Abendzeitung gebracht, der die Überschrift trug: "Jugendliche wollten Flüchtlingsheim in Brand stecken". Die AfD machte daraus: "Polizei erwischt Linksextreme bei Brandstiftung in Asylbewerberheim!" Die Polizei hat erklärt, dass es bei diesem Brandanschlag weder Hinweise auf einen rechten noch auf einen linken Hintergrund gebe. Aber vielleicht kennt sich die AfD da ja besser aus als die Polizei.

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