Corso / Archiv /

Is was?!

Der satirische Wochenrückblick

Von Stephan Reusch

Enttäuschung bei Arjen Robben nach der Niederlage gegen den FC Chelsea.
Enttäuschung bei Arjen Robben nach der Niederlage gegen den FC Chelsea. (picture alliance / dpa/ Federico Gambarini)

Irgendwie war das die Woche der Verlierer: Bayern verliert gegen Chelsea, Röttgen verliert seinen Job, Merkel das Vertrauen. Lafontaine seinen Machtkampf. Facebook verliert an Kurs, Mark Zuckerberg seinen Junggesellenstatus und Bushido auch.

Gipfelstürmer. Wir hatten G-8 Gipfel, Nato-Gipfel, EU-Gipfel, und bereits letzten Samstag gab es in Vilshofen den deutschen Vorentscheid zum Alpen Grand Prix, dem – richtig - "Gipfel der Volksmusik". Einzig letzterer bekam gute Kritiken, bei den Restgipfeln las sich das so lala.

Am Mittwoch sprach die allgipfelwärtige Frau Merkel einen Satz von geradezu luzider Inhaltsleere. Und der ging so: "Es gab eine sehr unterschiedliche Auseinandersetzung, aber sehr ausgewogen und sehr aus den verschiedenen Perspektiven." Gesagt hat sie's auf dem Sondergipfel in Brüssel, der den offiziellen EU-Gipfel im Juni vorbereiten soll, der bestimmt auch irgendeinen Gipfel vorbereiten wird. Mehr ist nicht drin. Oder wie der Dichter sagt:

Überall ist Gipfel / nie Ruh/
nach all den Gipfeln spürest du / kaum einen Hauch
Resultate,
keine Spur, so erwarte / auch keine, so sehr du sie auch misst
Weil s so seit jeher der Gipfel-Brauch ist.


Fertig. Was sagte Napoleon, Oskar Lafontaines Vorbild? "Die großen Redner, die die Versammlung durch Worte mit sich fortreißen, sind nur selten gute Politiker." Jetzt nickt Lafontaine ein. Nein, jetzt nickt Lafontaine ein "ich habe verstanden." Vorher rief er: "Ich mach's, ich mach's, und wehe, mir stellt sich einer in den Weg - dann, dann – nicht." Na, dann nicht. Nun will's die Linke mit einer Frauen-Doppelspitze versuchen. Weil Frauen eine andere Qualität in die Politik einbringen?

Ein Ex-Umweltminister könnte da anders denken. Röttgen – eben noch Beifall, jetzt schon Fallbeil. Eben noch "gefällt mir", jetzt gefällt. Bumm.

Noch jemand gefallen? Die Facebook-Aktie. Schuld wer? Die Banken. Das kennt jeder. Kontostand fällt, schuld ist die Bank. Aber mal ernsthaft, na ja, halbwegs:

160 Millionen Dollar heimsten die Banken über Gebühr ein. Die Anleger verloren ca. 19 Milliarden Dollar, alles innerhalb von drei Tagen. Ui. Man bedenke: Facebook gilt als erfolgreich! Stellen Sie sich hingegen vor, der Rösler wär an die Börse gegangen. Oder der Röttgen, der Robben wären an die Börse gegangen. Weia. Oder der Euro...

Ach ja, morgen ist der Eurovision Song Contest in Baku. Binnen weniger Stunden, bei Millionen von Stimmberechtigten – wird eine Entscheidung fallen. Naja: Das Ding heißt ja auch nicht "Gipfel".

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Corso

DetroitMotor City ohne Motoren

Motor-City ohne Motoren: Die Michigan Avenue - ungefähr eine Meile entfernt von Downtown. Praktisch autofrei.

Detroit war einst der Motor des amerikanischen Traums - zumindest bis in die 50er-Jahre, als dort fast zwei Millionen Menschen lebten. Inzwischen hat sich die Einwohnerzahl mehr als halbiert. Detroit ist eine der bekanntesten schrumpfenden Städte der Welt. Aber die Stadt ist mehr als das: sie ist wild, rau und kreativ.

Corso SpezialGute Aussichten? - Gute Aussichten!

Eine Besucherin betrachtet die Ausstellung "Gute Aussichten - Junge Fotografie 2013/2014" im Haus der Photographie in Hamburg.

Erst die Ausbildung und dann. Ja was dann? Beginn des Berufslebens, der Karriere, eines steilen Aufstiegs? Seit zehn Jahren gibt es in Deutschland den Wettbewerb "gute aussichten", der jungen Fotografen diesen Start in ihr Berufsleben erleichtern will.

Musik Kimmo Pohjonen - der Akkordeon-Punk

Der finnische Akkordeon-Virtuose Kimmo Pohjonen während eines Auftritts.

Für den Finnen Kimmo Pohjonen war das Akkordeon lange ein Instrument, "das Idioten spielen, um ihren Eltern zu gefallen". Mit modernster Technik und persönlicher Revolte hat er die Ziehharmonika in die musikalische Gegenwart geholt. Wie es zu dem Umschwung kam, erzählt nun ein Dokumentarfilm des Regisseurs Kimmo Koskella.