Corso / Archiv /

 

Is was?!

Der satirische Wochenrückblick

Von Klaus Pokatzky

Stuttgarter hat Spaß mit Stefan
Stuttgarter hat Spaß mit Stefan (picture alliance / dpa)

Spitzenwoche war das, wo es um zwei von den drei wichtigsten Dingen im Leben ging: Drogen und Geld. Da fehlte nur noch der Sex. Aber man kann nicht alles haben.

Der Staat braucht Geld. Der Staat sind wir. Deshalb soll der Staat doch ruhig mit dem neuen Meldegesetz Geld kriegen. Das Verhökern von unseren Daten ist doch kein Problem! Die Meldedaten müssen nur sicher gelagert werden. Am besten beim Bundesverfassungsschutz und beim Bundeskriminalamt. Da wird mit unseren Daten garantiert kein Missbrauch getrieben. Die Daten lösen sich dort nämlich in Luft auf: grandios geschreddert und gründlich gelöscht.

So gründlich, wie der Bundestag das Meldegesetz auf den Weg gebracht hat. Um 20 Uhr 52. 26 Parlamentarier brauchen 57 Sekunden. Das sind immerhin mehr als zwei Sekunden für jeden Abgeordneten. Alle anderen und die Journalisten sitzen währenddessen vor dem Fernseher und gucken Deutsche gegen Italiener, die bald das Geld brauchen, das wir durch das neue Meldegesetz einnehmen könnten. Bald sollen aber noch nicht einmal mehr Schüler abends auf den Besuchertribünen des Bundestages zugucken dürfen.

Damit kommen wir zu den Drogen. Im Hause der Bundesfamilienministerin Kristina Schröder sind Pläne gegen das Komasaufen bei Jugendlichen entwickelt worden. Jugendliche unter 16 Jahren sollen künftig nach 20 Uhr nur noch zu öffentlichen Veranstaltungen mit Alkoholausschank dürfen, wenn ihre Erziehungsberechtigten dabei sind.

Also ohne Erziehungsberechtigte keine Oper mehr für die Kids, kein Theater und keine Vernissagen in der Kunstgalerie. Alles Veranstaltungen mit Alkoholausschank. Ohne Alkohol ist das ja auch kaum zu ertragen, was da so gezeigt wird. Die Tour de France ist dann auch tabu, wenn die mal in den Abend geht. Da werden ja Drogen en masse verteilt und irgendwann weiß dann gar keiner mehr, dass es die Tour de France überhaupt noch gibt.
Der Bundestag ist für die jungen Menschen genauso verboten, wegen Alkoholausschanks im Reichstag. So werden die jungen Menschen politikmüde gemacht und weg von der Kultur in die Einsamkeit des Computerkomas getrieben. Und in den Unglauben. Sie dürften dann ja auch abends nicht mehr in katholische Messen. Der Messwein ist für den Priester schließlich so was wie das Geld für den Politiker.

Wie bei Stefan Mappus von der CDU, der mal Ministerpräsident von Baden-Württemberg war, und der das Geld vom Staat aus dem Fenster geschmissen hat, als er Anteile von einem Energieriesen zurückgekauft hat. So richtig schön am Parlament vorbei. Nun wird gegen ihn wegen Untreue ermittelt. Aber der Mann ist Badener - und kein Schwabe. Die können wenigstens mit Geld umgehen.

Apropos: Gerade hat so ein Wirtschaftsinstitut eine Zwangsabgabe für Reiche gefordert. Das ist fast schon sexy. Und das Finanzministerium von Wolfgang Schäuble - auch kein Schwabe, sondern Badener - findet's interessant. Aber, sagt das Ministerium: Zwangsabgabe am besten nur für andere EU-Länder.
Okay, aber dann bitte zuerst an die Reichen in Italien ran. Rache für Warschau. Zwei zu eins für uns. Das wäre dann auch richtig sexy.

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Corso

Corso Spezial 15 Jahre "Mein Klassiker"

Die Statue von Sherlock Holmes in der Baker Street in London.

"Mein Klassiker ist ..." – diesen Satz hören Sie bei "Corso" jede Woche aus prominenten Mündern. In den vergangenen 15 Jahren haben uns mehr als 700 Schauspieler, Musiker, Künstler, Kabarettisten und andere Persönlichkeiten ihre Klassiker verraten.

Wiegald Boning"Bin der Musik ja immer treu geblieben"

Wiegald Boning in der Talksendung "Thadeusz" im Januar 2014.

Wiegald Boning kennen viele hauptsächlich als Comedian. Eigentlich schlägt sein Herz aber für die Musik. Er ist Mitinhaber eines Plattenlabels und hat jetzt sein neues Album "New Wave" rausgebracht. Wie das klingt und wieso er eigentlich noch in der FDP ist, hat er im DLF erklärt.

Luxusobjekte aus MenschenhaarHochwertig, edel und abstoßend

Chinesische Straßenverkäufer verkaufen menschliche Haare

Könnten Haarbüschel Edelholz als Luxusmaterial ersetzen? Wenn es nach dem Designerduo Swine aus London geht, ja. Die Künstler beschäftigen sich mit nachhaltigen Ressourcen und der Möglichkeit, diese in Luxusobjekte zu verwandeln.

US-Podcast "Serial" Millionen fiebern bei Mordfall mit

Der fünfte BeatleEinsam, depressiv und tablettenabhängig

(L-r) John Lennon, George Harrison, Manager Brian Epstein, Ringo Starr und Paul McCartney relaxen in einer Hotel-Suite während einer Auslandstournee der britischen Popgruppe The Beatles. (Undatierte Aufnahme). Brian Epstein, erfolgreicher Manager der Pilzköpfe, wurde am 19.09.1934 in Liverpool geboren und am 27.08.1967 tot in seiner Wohung in Belgravia in London aufgefunden.

"Wenn es einen fünften Beatle gegeben hat, dann war es Brian Epstein", sagte Paul McCartney einmal. Der tragische Tod von Epstein läutete auch das Ende der Beatles ein. Vor Kurzem ist seine Autobiografie in deutscher Sprache erschienen

Corsogespräch Party-Proletariat und Backstage-Storys