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StartseiteCampus & KarriereJob-Recruiting auf der CeBIT16.03.2016

IT-Messe Job-Recruiting auf der CeBIT

Eine Möglichkeit für Unternehmen, offene Stellen zu bewerben und schnell Kontakt mit jungen Jobsuchenden aufzunehmen, ist gerade die CeBIT in Hannover. Auch für viele Studienabsolventen bietet die weltweit größte IT-Messe die Chance: Sie können relativ schnell viele Firmen auf der Suche nach einem passenden Job abklappern.

Von Anke-Martina Witt

Die CeBIT 2016 in Hannover. (picture alliance / dpa / Ole Spata)
Die CeBIT 2016 in Hannover. (picture alliance / dpa / Ole Spata)
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"Mein Name ist Maximilian Hoge, ich habe jetzt mein Studium der Wirtschafts-Mathematik abgeschlossen und ich suche hier halt nach potenziellen Arbeitgebern. Ihre Gruppe kenne ich jetzt noch nicht und deshalb möchte ich fragen, was tun Sie so, was suchen Sie so?

Antwort von Ralf Schmilewski, Abteilungsleiter Softwareentwicklung: "Wir sitzen in Berlin, wir sind 800 Leute, davon sind 100 Leute IT. Wir haben 30 offene Stellen. Ich bin mir da relativ sicher, dass wir da auch was für Sie haben."

Eine ganze Messehalle voller potenzieller Arbeitgeber; ein Stand neben dem anderen. Sie alle werben um junge Talente. Maximilian Hoge sucht hier einen Job; den ersten nach dem Studium - am liebsten im Bereich IT oder IT-Beratung - vielleicht ein Trainee-Programm. Und er hat Erwartungen an seine erste Stelle:

"Naja, auf jeden Fall Chancen, so im späteren Verlauf zum Aufstieg und in gewisser Weise - naja - Herausforderungen in dem Sinne, dass man nicht jeden Tag das gleiche macht, sondern dass man immer wieder neue Projekte hat oder immer wieder neue Problemstellungen hat. So etwas wäre halt interessant."

Der 26-jährige Master-Absolvent sucht Herausforderungen, doch zu viele Ansprüche will er nicht stellen; denn ganz so einfach ist das mit dem ersten Job nicht, sagt er. Maximilian Hoge hat bereits mehr als 70 Bewerbungen geschrieben. Seine Erkenntnis: Viele Arbeitgeber wünschen sich Berufserfahrung. Faktoren wie Work-Life-Balance oder flexible Arbeitszeiten seien daher für ihn momentan kein Thema:

Schlechtere Noten - das ist gar nicht mehr so ein großes Problem

"Ich finde nicht, dass man sich heutzutage als junger Bewerber solche Freiräume erlauben sollte. Es ist einfach - man hat nicht wirklich viel Erfahrung. Am Anfang hat einfach der Job Priorität. Später, wenn man dann Familie gründet oder so etwas, dann kann sich das etwas verschieben, aber am Anfang hat der Job einfach Priorität, dann brauche ich auch keine Freiräume, da kann ich auch gerne am Wochenende arbeiten."

Auch die 25-jährige Jasmine, die ihren Nachnamen nicht nennen möchte, ist auf der Suche nach einem Job. Sie hat in Hamburg BWL studiert und arbeitet gerade in einem Start-up-Unternehmen. Doch weil die Zukunft dort ungewiss ist, schaut sie sich auf der Cebit schon mal um. Sie sucht eine Stelle, bei der sie gefordert und gefördert wird. Trotzdem will auch sie ihre Ansprüche nicht zu hoch schrauben:

"Ich bin jetzt nicht die Einserkandidatin gewesen im Studium. Ich mache nicht 10.000 ehrenamtliche Sachen nebenbei. Das sind ja so Dinge, worauf heutzutage auf jeden Fall geachtet wird. Und da habe ich schon so ein bisschen da Gefühl, dass die Arbeitgeber in dem Sinne am längeren Hebel sitzen, in meiner Position. Auch wenn ich jetzt vielleicht nicht mit den super Noten aus dem Studium gegangen bin und trotzdem aber in Zukunft was Anspruchsvolles machen möchte."

Schlechtere Noten - das ist mittlerweile gar nicht mehr so ein großes Problem, sagt Christian Brand. Er arbeitet für eine Plattform, die Berufseinsteiger und Arbeitgeber zusammenbringen will. Wegen des Fachkräftemangels auf der einen Seite und den Wünschen der jüngeren Arbeitnehmer auf der anderen würden Unternehmen zum Teil umdenken:

Firmen stellen keine Bewerber um jeden Preis ein

"Auch bei Jobs, wo es früher mehr auf die Hardskills dann ankam, zum Beispiel bei Facharbeitern, die werden wirklich gesucht. Das heißt, Unternehmen tun sehr, sehr viel dafür, um ihre Unternehmenskultur herauszustellen, und suchen demnach auch nicht nur Leute, die einen bestimmten Abschluss haben, sondern entscheiden sich auch für Leute, die vielleicht schlechtere Noten mitbringen, aber besser ins Team passen."

Maximilian Hoge ist auf seiner Jobsuche mittlerweile bei einer Versicherung angekommen und trifft dort mit seinem Profil ins Schwarze. Die Personalreferentin Sabine Stürenburg sucht IT-Spezialisten und Mathematiker:

"Das heißt, es werden neue Teams aufgestellt. Das vor dem Hintergrund, im Bereich Lebensversicherung ist viel Musik drin, da werden neue Produkte entwickelt und deshalb brauchen wir Spezialisten wie sie, um das mit zu begleiten."

Sabine Stürenburg ist zum ersten Mal auf der Cebit, um dort nach neuen Köpfen Ausschau zu halten. Das Unternehmen spüre den Fachkräftemangel und auch die veränderten Ansprüche der Bewerber.

"Stichwort ist Work-Life-Balance. Ich gebe der Firma, was bietet mir das Unternehmen dafür. Wir antworten darauf mit einem großen Freizeitprogramm. Oder das Thema Familie und Beruf ist ganz wichtig. Wir bieten für die Mitarbeiter im mittleren Segment des Alters auch elder-care - also wer sich um seine Eltern kümmern muss, kann sich auf für ein Sabbatical freistellen lassen, etc."

Dennoch würde die Versicherung einen Bewerber nicht um jeden Preis einstellen. Es müsse schon passen. Maximilian ist optimistisch. Er konnte seinen Lebenslauf gleich am Messestand vorlegen und seine Daten aufnehmen lassen.

"War der optimale Fall. So sollte es laufen. Also im schlechtesten Fall schreiben sie mir jetzt eine E-Mail und sagen, es ist leider nichts geworden und im besten kommt jetzt ein zweites Gespräch. Und dann hoffentlich eine Stelle."

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