• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Google+
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
StartseiteWirtschaft am MittagEin Rekordjahr für Daimler04.02.2016

JahresbilanzEin Rekordjahr für Daimler

Trotz Dieselskandals und einem schwachen chinesischen Markt - Daimler hat das vergangene Jahr mit einem Rekordergebnis beendet. Der Gewinn lag bei 8,9 Milliarden Euro. Mit Blick auf das laufende Jahr gibt sich der Konzern aber zurückhaltend.

Von Uschi Götz

Der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Dieter Zetsche steht in Stuttgart nach der Jahrespressekonferenz des Konzerns vor einem Daimler-Schriftzug. (dpa-Bildfunk / Marijan Murat)
Der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Dieter Zetsche. (dpa-Bildfunk / Marijan Murat)
Mehr zum Thema

Abgas-Skandal Zulassung für Mercedes-Modell in Gefahr

Diesel-Skandal Auffällige Werte auch bei Mercedes

Daimlers selbst fahrender Lkw Autonomie mit Schwächen

Daimler-Quartalsbilanz Chinesen halten den Stern hoch

In legerem Outfit, ohne Krawatte, erschien Daimler-Chef Dieter Zetsche zur Bilanz-Pressekonferenz in Stuttgart. Ob das bereits zur angekündigten neuen Führungskultur beim Autobauer gehört, blieb offen. Fest steht: Daimler fährt Vollgas und hat ein Rekordjahr hingelegt. Das LKW-Geschäft verzeichnet ein leichtes Plus, doch vor allem das PKW Geschäft lief sehr gut.

"Bei Mercedes-Benz Cars haben wir den Absatz erneut deutlich gesteigert - auf mehr als zwei Millionen Pkw. Mit einem Plus hat sich unsere Absatzdynamik im Vergleich zum Vorjahr noch mal spürbar erhöht."

Insgesamt konnte Daimler den Umsatz um 15 Prozent auf 149,5 Milliarden Euro steigern. Der Gewinn ist deutlich stärker gestiegen als der Umsatz. "Das Konzernergebnis erreichte 8,9 Milliarden Euro. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, die Dividende entsprechend der Ausschüttungspolitik von 40 Prozent auf 3,25 Euro pro Aktie anzuheben. Das sind 33 Prozent mehr als letztes Jahr."

Keine Auswirkungen des VW-Dieselskandals

Nichts konnte die rasante Fahrt des schwäbischen Autobauers bremsen. Der größte Markt sei mittlerweile China, so Daimler-Chef Zetsche. 2015 ist demnach Mercedes um 41 Prozent gewachsen. Trotz schwächelnder Konjunktur setzt man bei dem schwäbischen Autobauer weiter auf den chinesischen Markt. Finanzchef Bodo Uebber zuversichtlich:

"Wir sind jedoch zuversichtlich, dass wir uns auf der Basis der attraktiven Produktpalette, unserer sehr guten Financial-Services Unterstützung und der zunehmenden Lokalisierung unserer Produkte vom Wettbewerb differenzieren können. Daher erwarten wir, dass unser Wachstumskurs weiter anhält, auch wenn die Zuwachsrate in diesem Jahr moderater ausfallen wird."

Auch der VW-Dieselskandal hatte, so Konzernchef Zetsche, bislang keine Auswirkungen auf den Verkauf von Dieselfahrzeugen. Daimler musste jüngst auch französischen Behörden wegen hoher Abgaswerte weiter Details liefern, die Deutsche Umwelthilfe will dem Autobauer falsch ausgewiesene Abgaswerte nachweisen. Doch Daimler betont, man halte sich an geltende Gesetze. Die ganze Diskussion um die Abgaswerte hat dem Konzern bislang nicht geschadet, so Zetsche:

"Zunächst einmal sehen wir bisher in unsere Kaufentwicklung weder in der Gesamtdynamik noch in dem Mix zwischen Benzin und Diesel irgendeine Veränderung."

Beschäftigte erhalten Ergebnisbeteiligung

So kann das Rekordjahr unbelastet gefeiert werden. Auch ein Großteil der Daimler-Belegschaft wird finanziell am Erfolg aus 2015 beteiligt. Im April bekommen alle Beschäftigten mit Tarifverträgen eine Ergebnisbeteilung von 5.650 Euro.

"Auch 2016 wird ein gutes Jahr für Daimler" kündigte Zetsche an. Man werde gezielt in die Erweiterung des Produktangebots investieren, auch fließe Geld in die digitale Vernetzung der gesamten Wertschöpfungskette. Dabei rechnet man bei Daimler mit einem Wachstum von 2, 5 bis drei Prozent, der Höhenflug aus dem vergangenen Jahr dürfte sich nicht wiederholen lassen:

"Die weltweite Pkw-Nachfrage dürfte von einem hohen Niveau ausgehend, in diesem Umfeld noch mal um drei bis vier Prozent zunehmen. Die Nutzfahrzeugmärkte werden in den für uns relevanten Regionen in Summe wohl zurückgehen. Wir planen aber, den Absatz von Trucks und Bussen stabil zu halten aufgrund unserer Produktsubstanz und unseres starken Vertriebs."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk