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StartseiteBüchermarktJanosch zum 75. Geburtstag11.03.2006

Janosch zum 75. Geburtstag

Ein Porträt in Selbstaussagen

Am 11. März 1931 wird in der oberschlesischen Bergarbeitersiedlung Hindenburg, die heute Zaborze heißt und zu Polen gehört, Horst Eckert geboren. 29 Jahre später wird ihm sein erster Verleger den Namen Janosch geben. Unter diesem Namen ist der Erfinder der Tigerente und von Lari Fari Mogelzahn berühmt geworden.

Von Jochanan Shelliem

Der Kinderbuchautor Janosch (AP)
Der Kinderbuchautor Janosch (AP)

" Die Welt ist auf der einen Seite ganz schön, auf der anderen grausam.. wie wenn man ein Seil spannt zwischen den beiden und es sich dazwischen einrichtet."

Es war einmal ein kleiner Junge, der hieß Hannes Strohkopp. Er war ehrlich gesagt der schlechteste in der ganzen Klasse, hatte alles Fünf: Turnen, Schönschrift, Rechnen, Malen, außer Gesang. Gesang hatte er Vier.

Am 11. März 1931 wird in der oberschlesischen Bergarbeitersiedlung Hindenburg, die heute Zaborze heißt und zu Polen gehört, Horst Eckert geboren. 29 Jahre später wird ihm sein erster Verleger Georg Lentz den Namen Janosch geben.

Hannes Strohkopp war nicht stark und hatte nichts zu verschenken, denn sein Vater war arm. Und weil er niemandem etwas vorsagen konnte, er wusste selber nichts, deswegen hatte er keinen einzigen Freund. Er war immer allein.

Janosch lebt heute in einem alten Backofenhaus, hoch oben in den Bergen von Teneriffa. Er hat’s geschafft. Seit zwanzig Jahren lebt er in seinem Paradies, doch was noch wichtiger ist, er ist der Hölle seiner Kindheit entronnen, der Preis waren 35 Jahre Alkohol.

" Ich musste den ganzen Mist aus mir herauskriegen. Die Kindheit zu vergessen..das Spiel nicht durchschauen.. Kirche. .der Vater ,.. die HJ .. die Napola.. ich mache das nicht.. und da hat der Klassenlehrer hat gesagt nach dem Krieg werden diese Leute vergast..

Wenn man jemanden weg haben wollte... nur sagen, der hat polnisch geredet.. meine Großeltern.. wenn die Deutschen den Krieg gewonnen .. dann wären wir dran gekommen. "

Alle in der Klasse waren gemein gegen ihn, sie bewarfen ihn in der Pause mit großen Kastanien, steckten ihm Juckpulver in den Kragen, klebten ihm Kletten auf den Kopf und schossen aus Ihren Blasrohren mit Mehlbeeren auf ihn.

" Ich bin ein Außenseiter, das fing schon damit an, unsere Muttersprache in der Famile war polnisch. Mit mir haben sie deutsch geredet, damit die Deutschen uns - Wer aber polnisch gesprochen hat, kam ins KZ oder irgendsowas - dadurch war ich schon in der Familie ausgeschlossen. In der Schule haben die mich an die Seite gedrängt.. wegen einer Operation.. habe eine Narbe überm Bauch ... konnte kein Fussball mitspielen. So sich das ergeben."

Wenn Lehrer Birkenreisig ihn aufrief "Strohkopp!" Dann kam das wie ein Blitz von oben, als ob ihn ein Stein getroffen hätte. Einmal fragt ihn Birkenreisig ganz schnell hinter einander. Strohkopp, wie viel ist mal 5 weniger 9 ... sechs.. mal null .. Ist, ist ist. Los beeil dich, mach schnell. Schon vorbei. Er bekam wieder eine fünf, denn so schnell wusste er es natürlich nicht, er hätte es auch langsam nicht gewusst.

" Man regiert die Kinder durch Angst, durch Furcht. Man fürchtet sich vor dem Vater.. Rohstöcke tut ja irrsinnig weh.. war ich auch immer dran. Und dann gibt es ja die Angst vor Gott, die metaphysische.. die wird einem auch von klein auf.. das kapiert man nicht mit sechs.. dauert lange bis man das aus dem Kopf raus bringt. "

Angst prägt seine Kinderzeit. Sein Vater nennt ihn Horst, um ihn als Nazi auszugeben, staffiert ihn mit falschen Dokumenten aus. Doch alle sagen Chotek zu ihm. Die Angst, enttarnt zu werden, begleitet ihn. Die Mutter betet und der Vater trinkt und beide prügeln, nämlich ihn.

" Ich habe das Gefühl, das der Mensch, wenn er geboren wird, ist er ausgeliefert. Unheimlich schlecht umgehen. Schlagen zusammen. Versuche in den Geschichten ein Immunsystem aufzubauen, mit dem sie sich wehren können. Ich gebe denen die Gartenzwerge, mit denen sie ... Wurfgeschosse benutzen können."

Es waren einmal ein kleiner Bär und eine kleiner Tiger, die lebten unten am Fluss. Dort wo der Rauch aufsteigt, neben dem großen Baum.
Und sie hatten auch ein Boot.


1946 flieht er mit seinen Eltern in den Westen. Davon berichtet Janosch bei einer öffentlichen Veranstaltung im März 2004 in Mainz.

" Bitte wir sind nicht geflohen. Weil wir hatten einen Ausweisungsschein, den musste man da kaufen. Das Beste, was uns passieren konnte
Hatten Sie Geld?
Einen Ring hatten wir dafür gegeben.. mein Vater.. in der Hosentasche aufgehoben.
Im Zug, in einem Güterzug.. aber man wusste nicht wohin er geht. Ob er nach Sibirien geht..
Was war den so schlimm?
Es gab nichts zu essen, man konnte sich nichts kaufen. Wir wohnten in Trümmern.. keine Bekleidung.. das bisschen was wir hatten, musste ich klauen gehen"

Solche Lebensläufe sind so langweilig wie altes Brot.

Magischer Lebenslauf nannte Janosch diesen Text, den er 28 Jahre vor seinem Auftritt in der Alten Patrone mit Katja Heijnen schrieb.

Was spielt das schon für eine Rolle, wann und wo geboren und in welcher Schule man gewesen - das ist doch alles Mist. Das, was du wirklich erlebt hast, was du dir gedacht hast, was du denkst, was noch alles im Legben passieren kann, das kannst du da nicht hineinschreiben. Wen du leiden kannst und wer dein bester Freund ist, ist denen egal.

In Oldenburg arbeitet Janosch in einer Baumwollspinnerei als Maschinenputzer. Später in Krefeld in einer Textilspinnerei. Er wird als Musterzeichner ausgebildet, entwirft Stoffmuster für Hemden. Doch das Angestelltenexistenz ist nichts für ihn.

" Dann habe ich einen Film gesehen.. mit jean.. so einer .. eine nackte Frau.. einem Maler zuhause.. das war mein Traum.. das kann man nur wenn man Arzt wird, das war mir zu schwierig.. Die Frauen haben sich damals noch verborgen.. Ich war im falschen Jahr.. das Jahr der falschen Geburt.."

Sich richtige Lebensläufe auszudenken, ist aber ungeheuer schön.

"Wir wohnten hinter den Wäldern in einem Dorf, das hier keiner kennt. Acht Kinder, sechs Jungen, zwei Mädchen. Mein Vater war Bärenfänger, er konnte einen Bären mit den Händen fangen.


Er will Maler werden und frei sein. Fünf Jahre lang besucht er diverse Probesemester an der Münchener Akademie der Künste.

Ging von hinten an ihn heran, umschlang ihn mit beiden Armen und hielt ihn so lange fest, bis er ( der Bär nämlich ) müde wurden und den Kampf aufgab. Dann konnte er ihn an der Pfote packen und so nach Hause führen. Wir hatten einen Bären als Hausdiener. Er wusch unsere Wäsche und bracht das Frühstück. Er hatte eine Bienenzucht hinten im Garten, und wir hatten immer, immer besten Honig umsonst, ehrlich wahr.

Die Kunstakademie nimmt ihn jedoch nicht auf.

" Ich habe Ihnen das nicht übel genommen, die hatten ja Recht.. ich war unbegabt, bin ich Querulant.. linkisch, unfähig, was sollen die mit mir anfangen ... hat mich rausgeworfen als ich ihm mein erstes Buch zeigte."

Mit seinem ersten Kinderbuch kommt Horst, den keiner mehr Chotek nennt, weil er im Westen lebt, endlich zu einem Namen, der ihm gefällt.

" Ich suchte ein Job. Sagte mir einer in einem Café.. machen Sie doch mal ein Kinderbuch.. dachte es ist ganz einfach.. rief bei zwei Verlagen an. erst was gezeichnet .. ging zum ersten Verlag. .ist nichts. Zweiten Verlag. Wir brauchen kein Kinderbuch.. da saß da ein Mädel. Da draußen steht ein gewisser janosch, soll der da rein. Setz dich da mal hin, wie heißt du, klasse name da machen wir was draus, ab heute bist du Pole.. hier hast du eine Flasche Whiskey es darf nichts kosten. Das drucken wir in der Akademie... Die Hauptsache Leute ärgern sich darüber."

Man schreibt das erste Jahr der Sechziger. Zukünftige Rebellen und wilde Theoretiker sitzen noch auf Pennälerbänken, die Lümmel von der letzten Bank wollen erst noch im Leben rebellieren. Und der Verleger Georg Lentz probt mit dem wilden jungen Zeichner den Aufstand auch, weil er grad kostengünstig ist. Mit 72 Mark und einem neuen Namen geht Janosch in seine Münchener Kemenate und Georg Lentz kauft damit nicht nur eines, sondern fünf Kinderbücher ein. "Die Geschichte von Valek dem Pferd" wird 1960 Janoschs erstes Kinderbuch. Die Kunsterzieher der erfolgreichen Nachkriegsrepublik sind noch lang nicht reif für seine Kreativität, auch wenn der freie Maler Janosch vom Büchermachen doch nicht lassen will.

" Man musste ja von irgendwas leben. Habe Tapetenkollektionen gemacht. Bekam für eine Tapetenkollektion 30 000 Mark.. die einzige und dann habe ich ab und zu Bilder verkauft "

"Möchten Sie den Fisch lieber mit Salz und Pfeffer, Herr Tiger, oder besser mit Zitrone und Zwiebel?"
"Alles zusammen" , sagte der kleine Tiger, "und zwar die größte Portion."


Erst 19 Jahre später gelingt dem renitenten Maler mit einem Buch der Durchbruch. Zehn Jahre nach seinen ersten Kinderbucherfahrungen begegnet Janosch Hans-Joachim Gelberg, der sich für eine freiere Ästhetik in der Kinderliteratur einsetzt. Im frühen Gelberg Programm finden sich Satiriker wie Friedrich Karl Waechter, Zeichner wie Erwin Moser und Erzähler wie Arnulf Zittelmann, die junge Leser auch mit libertären und antiautoritären Ansichten konfrontieren. In dieser Zeit nutzt Janosch gerne Märchen als Elemente seiner Sozialkritik. Später wird es als ein Markenzeichen von ihm gelten, wenn in seiner Nacherzählung Grimm’scher Märchen, beispielsweise ein...

"nicht besonders schönes Mädchen mit Haaren wie Stroh und zu kurzen Beinen...."

dem Froschkönig seine goldene Kugel bringt und ihn dafür heiraten will, worauf der Frosch die Flucht ergreift. Da frisst der Wolf die Mutter, die niemals mehr erklären wird, die sieben Geißlein-Kinder seien so dumm. Weitere Seitenhiebe auf die Moral der Häschenschule folgten

Aber eines Tages schwamm auf dem Fluss eine Kiste vorbei.
Der kleine Bär fischte die Kiste aus dem Wasser, schnupperte und sagte: "Oooh ... Bananen."


19 Jahre und 45 Bücher nach seinem ersten Kinderbuch änderte sich für den Idealisten Janosch sehr viel, als "Oh, wie schön ist Panama" erschien. Den Kollegen von der Frankfurter Rundschau hat er im vergangenen Jahr davon erzählt.

Wir waren damals voll auf Revolution, die berühmten 68er. "Weg mit der alten Gemütlichkeit, keine Kinderbücher mit dem Puschlbären und Mutters Schürze, die Welt ist doch die Hölle, das müssen wir für die Kinder auf den Punkt bringen", dachten wir, und ich machte Revolutionsbücher. Gegen die Umweltzerstörung, gegen den Krieg, aber keine Sau kaufte sie. Ich geriet in Hungersnot und Verzweiflung und beschloss, als letztes Werk dieses Lebens ein Buch des Verrates an der Revolution zu dichten und dann aus dem Leben zu scheiden, indem ich eine andere Arbeit suchen wollte.

"Die Kiste kommt aus Panama und Panama riecht nach Bananen.
Oh, Panama ist das Land meiner Träume", sagte der kleine Bär.
Er lief nach Hause und erzählte dem kleinen Tiger bis spät in die Nacht hinein von Panama.
"In Panama", sagte er, " ist alles viel schöner, weißt du. Denn Panama riecht von oben bis unten nach Bananen.


Das alles stürzte mich in eine seelische Krise. Ich ging herum, wusste mitten in dem Buch keine vernünftige mir gerechte Lösung und fuhr nach Ibiza. Dorthin fuhr ich immer, um meine Seele zu suchen. Ich trank dort wie immer einigen Rum. In so einem Rumrausch saß ich vor dem Hafen und hatte auf einmal den Mut zum endgültigen Verrat an der Revolution. Ich musste leben und nicht die Revolution. Ich fuhr sofort zurück. Mein Haus war vom Gras zugewachsen und als es mir vorkam wie das Paradies, hatte ich die Lösung: Jeder lebte schon immer im Paradies, hat es nur nicht gewusst.

Wie aber kam Janosch auf Panama ?

Zufall. Als mir kein Titel einfiel, sagte jemand abends in den Nachrichten: "Panama." Da ich nichts über Panama wusste, nur dass es dort Bananen gibt, war es dann das.

Am nächsten Morgen standen sie noch früher auf als sonst.
"Wenn man den Weg nicht weiß", sagte der kleine Bär, "braucht man zuerst einen Wegweiser."
Deshalb baute er aus der Kiste einen Wegweiser.


1979 wird Oh, wie schön ist Panama mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet und Janosch legt seine Version der Grimm’schen Märchen vor. Von der Maloche aber in diesem Land der saueren Minen und des schlechten Wetters hat er genug. Janosch ist 46 Jahre alt und endlich hat er Geld. Im Garten seines Domizils plant er ein großes Abschieds-Autodafé. In dieses Feuer wirft er alles, was ihn bedrückt.

" Anzüge Papiere.. Finanzamtsunterlagen. Zeichnungen Bilder. alles was brennt."

Mit 48 kehrt Janosch Deutschland endgültig den Rücken. Auf Teneriffa findet er sein Paradies, Die Geschichte von dem Tiger und dem Bären und der Tigerente liegt nun in über vierzig Sprachen vor. Mehr als einhundert Kinderbücher werden in 74 Sprachen übersetzt, über fünf Millionen Büchern spiegeln seine Bilderwelt. Hier sind die Kleinen mächtig und Außenseiter sind hier zart und stark. Hier segelt Popov durch die Luft und Rasputin ist ein charmanter Wüstling.

Rasputin der Vaterbär
Kauft sich ein Hühnchen zum Verzehr.
Doch die Liebe kam schon oft
zu manchem ziemlich unverhofft.


In dieser Welt leben Löwenzahn und Seidenpfote, Hasenkinder und der furchtlose Jochen Gummibär. In dieser Welt krakelt der Strich, stullert das Löwenkind aus dem Fenster und der blaue König ärgert sich gar nicht, als es ihn trifft, in diesem Kosmos geht es auch um Sex , wie bei Tütü, dem Mäusemädchen und Didi Neumann, ihrem Tunichtgut. Mutter sag, wer macht die Kinder nannte Janosch diese Liebesgeschichte, die vor zehn Jahren im Mosaik Verlag erschienen ist. Eine für diese Zeit außerordentlich wirklichkeitsnahe Form der Aufklärungsliteratur. Im Frühling 1996 liest Janosch selbst folgende Szene daraus vor.

" Didi Neumann ist ein alter Herzensbrecher.. Tütü weckte ihn. .ich habe geträumt , dass ich ein Vergaser bin. Wahnsinnig irrer Traum.. sie zitterter.. küss mich doch mal Neumann. "

Mutter sag, wer macht die Kinder heißt dies Janosch-Buch

Geschichte No 10
Rasputin der Vaterbär
Wiegt mit Hut und Mantel mehr
Aber splitternackt wiegt er
Gleich sieben Kilo weniger


Geschichte No 13
Rasputin küßt mit Genuß
Marie mit einem Bärenkuß
Doch Maria ist Agathe
Und bedankt sich mit Karate.


In diese Welt sagte der Hase Baldrian:

Ich brauche nichts. Ich habe alles, was ich brauche. Nämlich nichts.

" wenn ich nichts denke.. mit Absicht, dann fallen da Ideen rein.. ich habe keine Bücher "

Sechs Jahre nach seinem Welterfolg mit Oh, wie schön ist Panama - im Februar 1985 sagt Janosch zu Stefan Siller im Stuttgarter SDR.

" Zu der Zeit, als ich die Geschichte mit dem Tiger und Bär geschrieben habe, habe ich mir ein Sofa gewünscht, ein Ledersofa.. aber keines gekriegt, also habe ich das in dem Buch verarbeitet, dann war das für mich erledigt..
Ich habe dann eins geliehen gekriegt.,.. ein Jahr. .jetzt wieder weg.
Was steht in deinem Zimmer ?
Da steht bloß ein Tisch und ein Stuhl.. und in dem anderen steht ein Bett und sonst nichts. "

Keine Bange, auch in den letzten 28 Jahren ist Janosch nicht zum sanften Tantriker geschrumpft. Seit dem Erfolg von Panama hat er einiges Geld verspekuliert, eine Aktiengesellschaft aufgebaut, die all seine Urheberrechte kontrolliert und deren Vorstandsvorsitz er laut homepage der Janosch AG in diesem Winter abgegeben hat. Projekte fürs Fernsehen sind wohl geplant, wenn er auch bei abgeschaltetem Mikrophon über die Papa Löwe Filme schimpft. Im Herbst soll ein Kinofilm mit seinen Figuren entstehen, sein Arbeitstitel Panama. Und seine Aktien will er bald in eine noch zu gründende Stiftung für notleidende Kinder und engagierte Ärzte investieren. Nicht nur ein Viertel oder die Hälfte, sondern das gesamte Aktienpaket.

" Das beste .. kein Ziel zuhaben. Kein Ziel.. dann ist man frei für das was kommt"

Jüngst wurde in Berlin ein Nachbarschaftspreis verliehen. Frau von der Leyen hielt eine Rede, Janosch spendierte einen Preis und weil ihn grad die Muse küsste und der Hafer stach, gewährte Samira Schellhaas und Rafael Strauß ein Interview, ein kleines Hörspiel kam so auf die Welt, das Janosch selbst, seinen Humor und seine Sicht der Dinge auf das Schönste portraitiert, auch wenn die technische Qualität nicht das gewohnte Maß erreicht.

" Wie würden Sie Janosch mit 75 beschreiben..
Autist, vertrottelt, arbeitsunwillig. Das ist echt so.
Was schreiben Sie lieber Kinderbücher oder Erwachsenbücher
Eigentlich gar nichts.. in meinem Horoskop steht.. Arbeit mitch unglücklicht mache.. seitdem ich gelesen habe.. arbeite ich nicht mehr."

Janosch ist grau geworden, rosig ist seine Haut, schneeweiß der Popov - Schnauzer, strubbelig kräftig ist sein Haar. Die Augen glänzen, flirten tut er nach wie vor sehr gern, kneift sie zum Schlitz und sieht ich suchend um. Nein, gleich ein ganzes Fernsehteam zu sich ins Haus, das will er nicht einladen, auch wenn er den beiden jungen Reporten im Augenblick gewogen ist.

" Nee nee das machen wir nicht.. ich würde einen Film über mich machen wollen. Der muss schräg sein.. Schade ja, das ich kein Filmer bin.
Was war das größte Abenteuer, dass Sie erlebt haben..
Das größte, dass ich aus dem Auto geschleudert wurde und unter einen Lastwagen ..
Was würden Sie noch erleben wollen ?
Nur das nicht noch einmal.
Das glaub ich
Ich möchte beobachten wie ich sterb..das muss unheimlich gut sein. Im Augenblick des Todes ist die Erleuchtung am höchsten. Ist nicht von mir,

Wenn Sie ein Buch schreiben würden, wo würde das spielen ?

Eigentlich will ich gar keins mehr schreiben"

Wäre ich ein Idylliker,

Hat Janosch vor fünf Jahren gesagt,

Dann wäre ich ein lieblicher Mensch. Aber das bin ich nicht. Ich bemühe mich viel mehr, hundsgemein zu sein, versuche, das Lügen zu erlernen, welches man mir nicht ansieht.

Der Mann der auszog, um der Welt den Spiegel vorzuhalten und den Kindern seit Jahrzehnten Wurfgeschosse eingepackt in Bilderbüchern liefert. Janosch feiert heute irgendwo versteckt Geburtstag. Es ist zwar der 75te, doch es ist zu erwarten, das er seine Vorsatz, nichts mehr zu schreiben, doch nicht einhält. Und das ist gut so.

Bücher von Janosch:


Lari Fari Mogelzahn
Beltz & Gelberg
86 Seiten, Euro 4,90

Oh, wie schön ist Panama - Die Geschichte, wie der kleine
Tiger und der kleine Bär nach Panama reisen,
Beltz & Gelberg 1978
Euro 12,90

Post für den Tiger
Beltz & Gelberg, Euro 12,90

Ich mach dich gesund sagte der Bär
Beltz & Gelberg,
46 Seiten, Euro 12,90

Kleine Tigerschule
Beltz & Gelberg
40 S., Euro 12,90

Tiger und Bär im Strassenverkehr
Die Geschichte, wie der kleine Tiger und der kleine Bär einmal in die Stadt gingen
Beltz & Gelberg
47 Seiten, Euro 12,90

Onkel Puschkin guter Bär
Beltz & Gelberg,
75 Seiten, Euro 7,90

Das kleine Kinderreimebuch
Beltz & Gelberg,
61 Seiten, Euro 7,90

Kleiner Hase, grosser Held
Die schönsten Hasengeschichten und Hasengedichte
Beltz & Gelberg
153 Seiten, Euro 14,90

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