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StartseiteCampus & KarriereJeder mit jedem02.07.2010

Jeder mit jedem

Die interdisziplinäre Universität Rostock

Die Uni Rostock will ihren Ruf als interdisziplinäre Hochschule weiter ausbauen. Unter dem Titel "Wissen - Kultur - Transformation" sollen ab dem neuen Wintersemester unter anderem Themen wie "Informationsgesellschaft", "Mediengesellschaft" oder "Lebenslanges Lernen" aus soziologischer, sprachlicher, theologischer und aus Sicht der Informatik erforscht werden.

Von Peter Marx

Gemeinsam weiß man mehr. (Stock.XCHNG)
Gemeinsam weiß man mehr. (Stock.XCHNG)

Der Rektor der Universität Rostock, Professor Wolfgang Schareck holt tief Luft, bevor er auf das neue Department oder die Profillinie seiner Hochschule zu sprechen kommt. Mit den drei naturwissenschaftlich orientierten Linien "Leben, Licht und Materie", "Maritime Systeme" und "Erfolgreich altern" begann die Uni vor zwei Jahren ihren Weg hin zu einer interdisziplinären Hochschule. Sehr zum Ärger der Geisteswissenschaftlichen Fakultät, die in dieser neuen Struktur zunächst gar nicht erst vorgekommen war. Dieses, so Schareck, wird jetzt nachgeholt:

"Insgesamt erlebe ich eine sehr positive Reaktion auf unsere Umstrukturierung angeht, was eben die Departments angeht, die wir etabliert haben. Und ich glaube, mit den vielen geisteswissenschaftlichen Schwerpunkten, die wir an der Uni Rostock haben mit der Kompetenz, das es der Uni gut ansteht, hier einen solchen Schwerpunkt zu haben, der fakultätsübergreifend ist."

Wolfgang Scharecks Ziel ist es die alten Fakultätsgrenzen innerhalb der Uni aufzuweichen, ohne sie aber ganz aufzugeben.

"Also von vornherein ein Bestreben, fakultätsübergreifend, interdisziplinäre Forschungsprojekte zu generieren zum Thema wie entwickelt sich heute unsere Informationsgesellschaft, wie entwickelt sich Wissen weiter vor kulturellen historischen Hintergründen. Aber auch, wie lässt sich dieses Wissen auch transferieren in der interdisziplinären Sprache miteinander, bis hin auch in die Wirtschaft."

Während der Rektor wieder Luft holt, greift Martin Rösel ein. Der Theologie-Professor ist der neue Leiter der Profillinie. Er spricht von "gebündelten Forschungsinteressen" und einem Angebot:

"An die Lehrenden, an die Forschenden, dass sie ihre Interessen bündeln und wenn sie in das Gesamtkonzept passen, dass sie dafür dann auch eine höhere Unterstützung als bisher bekommen können. Sie richtet sich an Nachwuchsforscher, in dem wir Promotionsstipendien ausschreiben werden, die dann aber passgenau in die Themenstellung der Profile passen."

Für das neue Semester sind keine eigenen Studiengänge vorgesehen, wenn auch schon heftig im Hintergrund darüber diskutiert wird. Rektor und Profilleiter Rösel wollen erst abwarten, wie die neue geisteswissenschaftliche Profil-Richtung im akademischen Alltag ankommt:

"Eigene Studiengänge aufzubauen, wird in einer zweiten Phase passieren. Wir haben aber bereits in der vorhandenen Struktur Studiengänge, die interdisziplinär orientiert sind. Also bei uns an der Theologischen Fakultät einen Studiengang Religion im Kontext, der eben nicht auf eine pfarramtliche oder lehramtliche Praxis abzielt, sondern eben breiter ausbildet, sodass die Perspektive nicht nur die christliche Religion ist, sondern das Phänomen Religion in unterschiedlichen Kulturen."

Rösel lässt keine Zweifel aufkommen, dass es nach seiner Meinung nur eine Frage der Zeit ist, bis die Uni neue Studiengänge, zugeschnitten auf diese Profillinie, anbieten wird. Ein konkretes Projekt, so Rösel, gibt es bereits:

"Dass man einen Studiengang Tourismus neu ausgestalten kann. Das würde in diesem Land sehr naheliegen mit einer hohen Fremdenverkehrsdichte und man könnte dann die Kompetenzen der Fakultäten zusammenbinden. Wir haben eine Religions- kirchengeschichtliche Kompetenz, wir haben normal profanhistorische Kompetenz. Wir hätten wirtschaftliche Kompetenzen. Man müsste die kunsthistorische Seite bedenken und am Ende eines solchen Studienganges könnten sehr gute, zielgenau ausgebildete Fremdenführer stehen oder Mitarbeiter in der Tourismusbranche."

Naheliegend wären auch neue Studiengänge für Journalismus oder Mediengestaltung. Sie sind bislang jedoch nichts weiter als Stichworte für die künftige Diskussion, sagt Rektor Scharek, genauso wie "Digitalisierung von Wissen." Ob daraus neue Studiengänge werden, ist offen. Zunächst einmal werden für die neue Profillinie insgesamt 14 jeweils dreijährige Promotionsstipendien an junge Forscher vergeben, dotiert mit 15- bis 20.000 Euro pro Jahr. Der Rektor: Wir warten auf Bewerbungen.

Info

Interessenten für Promotionsstipendien können sich an die folgende Adresse wenden:

Universität Rostock
Interdisziplinäre Fakultät
Wismarsche Straße 8
18057 Rostock
Telefon: 0381-498 8900
Mail: dekan.inf@uni-rostock.de

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