Verbrauchertipp /

 

Jedes Jahr zählt bei der Rentenberechnung

Lückenlosen Versicherungsverlauf sicherstellen

Von Claudia Ullrich-Schiwon

Rentner stehen in Cuxhaven auf einem Deich.
Rentner stehen in Cuxhaven auf einem Deich. (AP)

In jungen Jahren ist die Rente ein unbeliebtes Thema. Doch es lohnt sich, sich rechtzeitig damit zu beschäftigen. Wichtig ist unter anderem, dass die Rentenversicherung sämtliche Zeiten gespeichert hat, die für die monatliche Zahlung hinterher wichtig sind. Mit einer Kontenklärung lässt sich dies überprüfen.

"Junge Leute um 30 sollten gucken, was da ist .Mein Konto ist weitgehend geklärt. Ich kann aus meiner beruflichen Erfahrung nur sagen, dass manche ältere Arbeitnehmer auch Schwierigkeiten haben an Zeugnisse zu kommen und von daher muss man eigentlich frühzeitig anfangen, seine Dinge zu regeln."

Sagt eine Versicherte, die sich gerade in der Auskunft- und Beratungsstelle der Rentenversicherung Westfalen in Münster , über die Höhe ihrer späteren Rente beraten ließ.

Bei einer Kontenklärung prüft die Behörde den Versicherungsverlauf ab dem 17. Lebensjahr bis zum aktuellen Zeitpunkt auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Versicherte müssen sich dafür durch einen mehrseitigen Antrag arbeiten. Marcus Kloppenborg von der Rentenversicherung Westfalen:

"Wir bitten die Versicherten zu prüfen, ob die Zeiten, so ihrer Meinung nach auch korrekt sind und sich zu überlegen, was war in fehlenden Zeiten. Also habe ich eine Schule besucht, von der wir noch nichts wissen. Habe ich heute jemand um die 60, der noch nach einem Schulzeugnis sucht, der bekommt ein Problem."

Allen Mühen zum Trotz: Die Suche kann sich lohnen. Denn Renten werden später nur für Zeiten gezahlt, die auch nachgewiesen sind. Das kann durch Vorlage unter anderem von Ausbildungszeugnissen, Examensurkunden, Lohnbescheinigungen, Arbeitsverträgen, Geburtsurkunden oder Sozialversicherungsausweisen geschehen. Findet ein Versicherter keine Urkunden mehr, dann muss er sich um beglaubigte Bescheinigungen bemühen oder aber die Rentenversicherung ermittelt selbst bei ehemaligen Arbeitgebern oder bei den Krankenkassen.

Schwierig seien die zunehmend unstetigen Versicherungsverläufe mit häufigen Arbeitsunterbrechungen durch Erziehungszeiten aber auch durch Arbeitslosigkeit bei Insolvenz des Arbeitgebers, sagt Marcus Kloppenborg.

Bei einem ungeklärten Versicherungsverlauf stimmen natürlich auch die Renteninformationen nicht, die man ab dem 27. Lebensjahr jährlich bekommt und die die spätere Rente prognostizieren.

Eine Kontenklärung kann man auch mithilfe eines privaten Rentenberaters durchführen. Der Vorteil: eine individuelle, maßgeschneiderte Beratung und Prüfung des Rentenkontos. Einer von ihnen ist Ulrich Grewe.:

"Es kann sein, dass lange Ausbildungszeiten da sind, es können Zeiten des Krankengeldbezuges, der Arbeitslosigkeit da sein, es können Kindererziehungszeiten, Zeiten der Schwangerschaft da sein. Also dies sind alles Versichertenzeiten, die zählen bei der Berechnung der Rente."

Bei der Anrechnung der Kindererziehung ist es zum Beispiel wichtig, ob die Kinder nach 1992 geboren sind. Ab da wird mehr Erziehungszeit angerechnet und bei Zwillingen verdoppelt sie sich.

Der niedergelassene Rentenberater kostet allerdings je nach Aufwand ein paar Hundert Euro, denn er rechnet nach der Rechtsanwaltsgebührenordnung ab. Doch in komplizierteren Fällen kann sich das lohnen.

Wie zum Beispiel bei einem relativ jungen kranken Mann, der eine Erwerbsminderungsrente beantragen wollte, jedoch nach seinem Versicherungsverlauf nicht die Voraussetzung hierfür erfüllte. Im Gespräch mit dem Rentenberater stellt sich dann heraus, dass er ein Kind erzogen hat.

"Und dieses Kind hat er genau in der Zeit erzogen, wo ihm Zeiten fehlten und er konnte dadurch sein Versicherungskonto klären, und heute bezieht er eine Rente von über tausend Euro."

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Verbrauchertipp

SmartphonesSo versperren Sie Hackern den Weg

Eine Frau fotografiert mit der App "Goderma" ein Muttermal.

Inzwischen haben 90 Prozent der Jugendlichen und Erwachsenen in Deutschland ein Smartphone - es wird dadurch zu einem lohnenden Ziel für Hacker. Fast alle neuen Computerschädlinge seit Anfang des Jahres greifen Handys mit Android-Betriebssystem an. Mit ein paar Tipps kann man Hackern das Eindringen erschweren.

Stiftung WarentestViele Mineralwasser enthalten Verunreinigungen

Glas Mineralwasser mit Kohlensäure

Mineralwasser ist der Inbegriff des Sauberen und Reinen. Die Stiftung Warentest fand aber heraus: Natürliches Mineralwasser enthält häufig Rückstände. Zwar stellen die Verunreinigungen kein direktes gesundheitliches Risiko dar, dennoch können nur wenige Wässer uneingeschränkt empfohlen werden.

NachbarschaftsstreitGrillgeruch kann zu dicker Luft führen

Eine Bratwurst auf einem Grill

In der Sommerzeit kann es auch schon mal zu Streit mit den Nachbarn kommen, wenn Lautstärke und Grillgeruch im wahrsten Sinne des Wortes zu dicker Luft jenseits der Gartenhecke führen. Welche Folgen das im schlimmsten Fall hat und wie man dennoch eine gute Nachbarschaft pflegen kann, erklärt der Verbrauchertipp.

WohnungsbetrügerBesichtigung nur gegen Vorkasse

Besonders in Ballungszentren ist der Bedarf an Wohnungen gestiegen

Eine bezahlbare Mietwohnung zu bekommen, ist in Großstädten häufig sehr schwierig. Immer wieder versuchen Betrüger, die Notlage von Wohnungssuchenden auszunutzen. Beispielsweise durch Vorkasse bei Miete und Kaution. Manche nutzen dabei auch Namen seriöser Maklerbüros.

Internet Vorsicht bei Gratis-Online-Spielen

Eine Person bedient einen Laptop mit einer Mouse.

Kleine Online-Spiele sind vor allem bei Kindern sehr beliebt. Doch hinter den Gratis-Games für Handy oder PC verstecken sich regelmäßig Kostenfallen. Denn mit einem unbedachten Klick während des Spiels kaufen die Nutzer oft Zusatzelemente - und die kosten.

DirektmarketingVerkaufpartys im heimischen Wohnzimmer

Ein Mann präsentiert drei jungen Frauen Plastikgeschirr der US-Marke Tupperware in einer privaten Küche.

Verkaufspartys liegen im Trend. Einst waren es nur Plastikdosen, heute wird alles Mögliche im privaten Kreis angeboten: Kosmetik, Kleider, Sexspielzeug. Denn in der Gruppe sitzt der Geldbeutel etwas lockerer - und da kauft man schon mal Dinge, die man nachher bereut.