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JemenWertvolle Mumien vom Bürgerkrieg bedroht

Sie sehen viele Häuser in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa im Herbst 2015. (AFP / Mohammed Huwais)
Ein Blick auf die jemenitische Hauptstadt Sanaa - im Herbst 2015. (AFP / Mohammed Huwais)

Die anhaltenden Kämpfe im Jemen drohen auch wertvolle Kulturgüter des Landes zu zerstören.

In der Hauptstadt Sanaa macht sich das Universitätsmuesum Sorgen um die über 2000 Jahre alten Mumien. Der Leiter der archäologischen Fakultät sagte der Agentur AFP, dass die Mumien ein spezielles Raumklima brauchen und regelmäßig gepflegt und desinfiziert werden müssen. Doch meist fehle der Strom, um die Mumien zu klimatisieren. Auch die nötigen Chemikalien für die Pflege fehlten, da die Häfen blockiert seien. Einige der Mumien faulten bereits.

Manche der Mumien stammen aus der Zeit der heidnischen Königreiche, die in der Region um 400 vor Christus herrschten. Sanaa ist seit mehr als 2500 Jahren bewohnt und beherbergt einige der frühesten islamischen Bauwerke. Mehr als hundert Moscheen und 6000 Häuser wurden vor dem elften Jahrhundert errichtet. Die hohen Wohntürme aus rotbraunen Lehmziegeln sind mit weißen Ornamenten verziert, die Fenster aus buntem Glas. Seit 1986 gehört Sanaa zum Weltkulturerbe der Unesco. Seit das Nachbarland Saudi-Arabien im März 2015 mit Bombenangriffen in den Bürgerkrieg eingriff, zählt die Kulturorganisation der Vereinten Nationen die Altstadt zu den bedrohten Stätten.

Seit März 2015 gibt es im Jemen schwere Gefechte. Schiitische Huthi-Rebellen kämpfen gegen die sunnitisch geprägte Regierung. Rund 10.000 Menschen wurden getötet. Mehr als drei Millionen Männer, Frauen und Kinder sind auf der Flucht. Millionen Jemeniten hungern, weil die wichtigen Häfen am Roten Meer blockiert sind und kaum noch Lebens- und Hilfsmittel ins Land kommen.