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Seit 07:15 Uhr Interview
StartseiteUmwelt und VerbraucherJenseits von Fukushima14.04.2011

Jenseits von Fukushima

Das Umweltbundesamt legt seine Jahresschwerpunkte fest

Nach Fukushima ist Umdenken angesagt, und zwar nicht nur in der Energiepolitik. Genau auf die Punkt hat heute der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, hingewiesen. Die Menschheit muss grüner wirtschaften und grüner leben - und Alleingänge machen da überhaupt keinen Sinn.

Von Verena Kemna

Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes (Umweltbundesamt)
Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes (Umweltbundesamt)
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Störfall Fukushima mit Tschernobyl gleichgesetzt

Mehr denn je präsentieren sich die Herausforderungen im Umweltschutz als globale Aufgabe, so der Grundtenor der Jahrespublikation des Umweltbundesamtes zu den Schwerpunkten in diesem Jahr. Dabei könne eine anspruchsvolle Umweltpolitik auf nationaler Ebene in anderen Ländern als Signal verstanden werden, als Signal für eine Green Economy. Davon ist Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes, kurz UBA, überzeugt. Prognosen zufolge werde sich das Weltmarktvolumen für die so genannten grünen Zukunftsmärkte mehr als verdoppeln. Und zwar von 1,4 Billionen Euro im Jahr 2007 auf 3,1 Billionen Euro im Jahr 2020. Im Sinne einer globalen nachhaltigen Entwicklung setzt sich das UBA für das Umweltprogramm der Vereinten Nationen ein. Das so genannte UNEP sollte den Status einer UN-Sonderorganisation erhalten.

"Also es gibt ja nicht nur den Klimaschutz, der international betrachtet werden muss. Nehmen sie den Bereich des Umgangs mit Chemikalien. Immer mehr Produktion verlagert sich in Schwellenländer. Wir müssen also auch sicher stellen, dass in diesen Ländern Gesundheits- und Umweltschutz mit beachtet werden muss. "

Die Vereinten Nationen haben dieses Jahr zum "Internationalen Jahr der Chemie" erklärt. Weltweit werden jedes Jahr etwa 500 Millionen Tonnen Chemikalien produziert. Chemikalienmanagement gilt als wichtiger Baustein einer Green Economy. UBA-Präsident Jochen Flasbarth setzt darauf, dass sich nachhaltiges Chemikalienmanagement auch international durchsetzen wird. Er nennt die europaweit geltende Chemikalien-Verordnung Reach sowie festgelegte Standards für Umwelttechniken als positive Beispiele. Was beim Recycling von Abfällen bereits praktiziert wird, ist in der Chemie noch eine Vision. Jochen Flasbarth spricht von einer Kreislaufwirtschaft für Chemikalien. Bei der Grundlagenforschung gebe es längst einen Trend weg vom Öl.

"Beispielsweise wie kann man auch Chemikalien stärker auf regenerative Ressourcen umstellen oder beispielsweise, gibt es nicht auch Dienstleistungsmöglichkeiten, so etwas wie Chemikalienleasing. Dass man eine Chemikalie gar nicht mehr endgültig besitzt, sondern man leiht sie aus und sie wird von demjenigen, der sie einem borgt, zum Beispiel für Entfettungen, zur Verfügung gestellt und anschließend wieder in den Kreislauf zurück geführt. "

Laut einer neuen Studie des Umweltbundesamtes gibt es im Energiekonzept der Bundesregierung noch Potenziale. Energieeffizienz sei das Gebot der Stunde. Egal ob Stromsparen im Haushalt oder in der Industrie, ob klimafreundliche Gebäudesanierung oder sparsame Autos, die bisherigen Maßnahmen seien nicht ausreichend, um die Emissionen wie geplant zu senken. Die Stromnetze müssten ausgebaut, erneuerbare Energien besser integriert werden.

"Wir werden mehr Netze brauchen und auch hier gilt, wir werden an einigen Standorten die Netze unter der Erde verlegen können. Das wird aber nicht überall der Fall sein und auch darüber muss man konkret sprechen. Aber es ist natürlich auch eine Möglichkeit, dass wir Trassen bündeln. Etwa entlang von Bahntrassen, die auch schon mit Energieleitungen versorgt sind. Also man kann die Probleme durchaus mindern. "

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