Mittwoch, 22.11.2017
StartseiteBüchermarktZwei brave Bücher vor historischer Kulisse14.11.2017

Jochen Missfeldt und Theresia EnzensbergerZwei brave Bücher vor historischer Kulisse

Historische Romane haben Konjunktur. Hubert Winkels spricht mit den beiden Berliner Kritikern Tobias Lehmkuhl und Katharina Teutsch über Jochen Missfeldts "Sturm und Stille" und Theresia Enzensbergers "Blaupause".

Katharina Teutsch und Tobias Lehmkuhl im Gespräch mit Hubert Winkels

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(Rosanna Graf)
Historische Stoffe haben Konjunktur: Die Autorin Theresia Enzensberger (Bild) erzählt die Geschichte einer jungen Frau im Nationalsozialismus, Jochen Missfeldt schreibt aus der Sicht von Theodor Storms Geliebter Doris Jensen (Rosanna Graf)
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Jochen Missfeldt: "Sturm und Stille"
Rowohlt, Reinbek 2017. 352 Seiten, 22 Euro

Jochen Missfeldt ist durch und durch Norddeutscher. Nach "Solsbüll" und "Der gespiegelte Himmel" bewies er das auch kürzlich mit seiner Biografie über Theodor Storm. In seinem neuen Roman nun nimmt er die Perspektive von Storms lebenslanger Geliebter Doris Jensen ein, die, weil Storm eine andere heiratete, das Herzogtum für viele Jahre verlassen musste. Die große Aufgabe des Autors bestand darin, nah an den historischen Umständen zu bleiben und gleichwohl nicht kitschig zu werden. Die Kritiker am Mikrofon sind sich nicht ganz einig, hätten sich aber auf jeden Fall eine "emanzipiertere" literarische Darstellungsweise gewünscht.

Theresia Enzensberger: "Blaupause"
Hanser, Berlin 2017. 256 Seiten, 22 Euro

Ebenfalls Einwände dieser Art machten sie gegen Theresia Enzensbergers Roman "Blaupause" geltend, in dem ein junges Mädchen versucht, sich am Bauhaus in Weimar erst, dann in Dessau unter vorwiegend männlichen Künstlern und Handwerksmeistern zu behaupten. Auch hier bliebe der historische Bezug (der Nationalsozialismus) blass und die Leidenschaften der Heldin doch eher zurückgenommen.

Urteil der Kritiker

Beide Bücher seien gut lesbar, aber eben doch zu brav.

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