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JournalistinTolu fordert von Bundesregierung mehr Druck auf Ankara

Mesale Tolu sitzt an einem Tisch vor Mikrofonen. Im Hintergrund sind Aktenordner zu sehen. (AP)
Mesale Tolu nach ihrer Freilassung in der Kanzlei ihrer Anwältin (AP)

Die kürzlich aus türkischer Haft entlassene Journalistin Mesale Tolu hat Deutschland aufgerufen, den Druck auf die Türkei aufrecht zu halten.

Die Türkei werde weiterhin durch Notstandsdekrete regiert. Auch säßen der "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel und etwa 150 weitere Journalisten noch immer in der Türkei im Gefängnis, sagte Tolu dem Magazin "Der Spiegel". "Ich erwarte von der Bundesregierung, dass sie sich für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen einsetzt."

Ein Gericht hatte am 18. Dezember entschieden, Tolu aus der Untersuchungshaft zu entlassen. Sie darf aber das Land nicht verlassen, ihr Prozess wird im April fortgesetzt. Den türkischen Behörden warf Tolu vor, die Untersuchungshaft zu missbrauchen, um Regierungskritiker zu bestrafen.

Das türkische Verfassungsgericht entschied am Donnerstag in einem potenziell bedeutenden Urteil, dass die lange U-Haft von zwei Journalisten deren Rechte verletze. Zwei untergeordnete Gerichte weigerten sich aber zunächst, ihre Freilassung anzuordnen. Die Regierung warf dem Verfassungsgericht Kompetenzüberschreitung vor.

Diese Nachricht wurde am 12.01.2018 im Programm Deutschlandfunk Kultur gesendet.