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Julian Assange"Ich vergebe nicht"

Julian Assange auf dem Balkon der ecuadorianischen Botschaft in London (picture alliance / dpa )
Julian Assange auf dem Balkon der ecuadorianischen Botschaft (Archivbild). (picture alliance / dpa )

Julian Assange hat Schweden nach der Einstellung seiner Ermittlungen gegen den Wikileaks-Gründer schwere Vorwürfe gemacht.

Er schrieb in einer Twitter-Nachricht, er sei wegen der Ermittlungen sieben Jahre lang ohne Anklage festgehalten worden, während seine Kinder groß geworden seien und sein Name beschmutzt worden sei. Assange betonte, er vergebe und vergesse nichts. Der Australier befindet seit fünf Jahren im Asyl in der ecuadorianischen Botschaft, um seiner Verhaftung zu entgehen.

Die Regierung von Ecuador forderte von Großbritannien freies Geleit für Assange. Nach der Einstellung der schwedischen Ermittlungen gelte der europäische Haftbefehl nicht mehr, sagte Außenminister Long per Twitter. Er verlangte, die Briten müssten deshalb eine sichere Ausreise garantieren. Long kritisierte das Vorgehen der schwedischen Behörden. Diese hätten vier Jahre gebraucht, um über das Angebot Ecuadors zu entscheiden, den Wiklileaks-Gründer in der Botschaft in London zu befragen.

Die schwedische Staatsanwaltschaft hatte am Vormittag ihre jahrelangen Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung eingestellt. Damit ist auch der europäische Haftbefehl gegen Assange hinfällig. Staatsanwältin Ny sagte in Stockholm, sie sehe keine Chance, Assange nach Schweden zu überstellen. Sie betonte, die Schuldfrage sei damit nicht geklärt.

Die britischen Polizei erklärte allerdings, man werde Assange festnehmen, sollte dieser die ecuadorianische Botschaft in London verlassen. Grund sei der Haftbefehl eines Gerichts in Westminster vom Sommer 2012, an den man sich weiterhin gebunden fühle.

Gegen den Australier war rund sieben Jahre lang wegen Vergewaltigungs-Vorwürfen ermittelt worden. Assange hatte 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London Zuflucht gesucht. Damit wollte er eine Auslieferung an die schwedische Justiz verhindern, weil er befürchtete, weiter an die USA ausgeliefert zu werden.

Wikileaks hatte 2010 mehr als 250.000 vertrauliche Dokumente von US-Botschaften veröffentlicht. Die Enthüllungen betrafen unter anderem das Vorgehen der US-Armee im Irak und in Afghanistan. Nach US-Medienberichten bereiten die USA inzwischen eine Klage gegen Assange vor.