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StartseiteStreitkulturKann das Netz die Wahl entscheiden?02.09.2017

Julius van de Laar vs. Mathias KönigKann das Netz die Wahl entscheiden?

Twitter, Facebook, ja sogar Tinder: Im Netz läuft der Wahlkampf zur Hochform auf. Unklar aber ist, wie viel Einfluss die sozialen Medien wirklich auf die Wahlentscheidung haben. Können sie die Stimmung umdrehen und Unentschlossene mobilisieren? Sind wir längst zu "gläsernen Wählern" geworden? Und was ist von "Social Bots" zu halten?

Der Politikberater Julius van de Laar und der Politikwissenschaftler Mathias König im Gespräch mit Stefan Koldehoff

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Unter einem ausgeschnittenen Facebook-Logo liegt ein Wahlschein (dpa)
Welchen Einfluss nehmen Soziale Medien auf die Wahl? (dpa)

Kann das Netz die Wahl entscheiden?

In der "Streitkultur" tauschen ihre Argumente aus:

Julius van de Laar ist Politik- und Strategieberater. 2008 und 2012 arbeitete er im Wahlkampfteam von Barack Obama. Er hat NGOs wie Amnesty International, Change.org und Greenpeace bei ihren Kampagnen unterstützt und war 2009 und 2013 Berater im deutschen Bundestagswahlkampf.

"Ohne Polarisierung keine Mobilisierung!"

Julius van de Laar ist überzeugt davon, dass das Netz eine entscheidende Rolle im Wahlkampf spielt. Für ihn liegt der Schlüssel in der persönlichen Ansprache. Jeder bekommt die Botschaft, die er versteht. Dafür eignen sich die sozialen Medien besonders gut. Sie polarisieren und können damit die Wähler mobilisieren. "Die Menschen wollen inspiriert werden, aber mit einem 5-Punkte-Plan holt man keinen hinterm Ofen vor!"

Dr. Mathias König ist Politikwissenschaftler an der Universität Koblenz-Landau und Experte für die Erforschung der politischen Kommunikation. In mehreren Publikationen hat er die Bedeutung von Twitter und anderen sozialen Medien analysiert.  

"Neue Wähler werden im Netz nicht gewonnen!"

Mathias König bestreitet, dass im Netz neue Wähler gewonnen werden. Allerdings eignen sich Social Media, um die Wählerbindung zu stärken. Sie spielen außerdem eine wichtige Rolle, weil Journalisten aus ihnen Inhalte für die klassischen Medien gewinnen und zum Beispiel ausführlich im Fernsehen und im Radio über umstrittene Twitter-Meldungen berichten. Die Zahl der Follower und "Likes" aber sagt nichts aus über die Chancen am Wahltag.

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