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StartseiteInterview"Ein wesentliches Rückgrat unserer wirtschaftlichen Entwicklung"03.01.2016

Junge Flüchtlinge"Ein wesentliches Rückgrat unserer wirtschaftlichen Entwicklung"

Die Integration von Flüchtlingen sei nicht nur eine Chance, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit, sagte der Philosoph Stefan Gosepath im DLF. Deutschland sei wegen der demografischen Entwicklung auf junge Arbeitskräfte angewiesen. Gleichzeitig stehe es den Deutschen aufgrund ihrer Vergangenheit gut zu Gesicht, etwas von ihrem Wohlstand abzugeben.

Stefan Gosepath im Gespräch mit Maja Ellmenreich

Flüchtlinge aus Syrien schauen sich am 17.12.2015 erstmals ihre neue Unterkunft in der St. Benedikt Kirche in Bremen an. (picture alliance / dpa / Ingo Wagner)
Die Auswirkungen der Flüchtlingskrise auf Deutschland - Chance oder Gefahr? (picture alliance / dpa / Ingo Wagner)
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"Wir haben mit der Integration eine große Aufgabe vor uns. Aber wir können das schaffen, wenn nicht unvorhergesehene Dinge eintreten", sagte Stefan Gosepath im DLF. Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung habe sogar das Gefühl, dass wir den Flüchtlingen die Aufnahme schulden. "Uns in Deutschland geht es ausgesprochen gut", so der Professor für Moralphilosophie und politische Philosophie an der Freien Universität Berlin. "Wir haben eine lange Friedenszeit hinter uns, haben 25 Jahre Deutsche Einheit gut bewältigt, stehen ausgesprochen gut da im Vergleich zu anderen."

In der Vergangenheit sei von Deutschland viel Elend über die Welt gebracht worden. "Insofern steht es uns gut an, auch in moralischer Hinsicht etwas Gutes zu tun." Die Deutschen hätten eine besondere Verantwortung, mit Vorbildfunktion vorauszugehen, weil diese Funktion nicht immer erfüllt worden sei. "Wir sind nach wie vor dabei, etwas wiedergutzumachen – nicht an genau den gleichen Leuten, aber als Geste".

Gosepath ergänzte, als Profiteur des Weltwirtschaftssystems müsse Deutschland von seinem Wohlstand etwas abgeben. "Das starke Armutsgefälle hängt natürlich auch ganz stark an unseren eigenen Wirtschaftsinteressen und auch an unseren Profiten, die wir damit machen." Deutschland habe zudem eine Mitverantwortung, weil man gegen bestimmte Krisenherde nicht gut genug vorgegangen sei, zum Beispiel den Bürgerkrieg in Syrien.

Das gesamte Interview können Sie sechs Monate in unserem Audio-Player nachhören.

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