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StartseiteVerbrauchertippGutes Saatgut wichtig, Südseite von Vorteil20.03.2018

Junge Pflanzen vorziehenGutes Saatgut wichtig, Südseite von Vorteil

Salat für den Balkon, Kohlrabi fürs Frühbeet – im Vorfrühling können viele Pflanzen für die neue Saison vorgezogen werden. Gutes Saatgut und geeignete Erde sind wichtig. Außerdem ist den jungen Trieben ein Platz auf der Südseite angenehm, denn sie können schon relativ viel Licht vertragen.

Von Susanne Kuhlmann

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Junger Kürbistrieb kommt aus der Erde (imago / Manfred Ruckszio)
Junger Kürbistrieb - jetzt ist die beste Zeit, mit der Vorzucht zu beginnen (imago / Manfred Ruckszio)
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Was kann jetzt ausgesät werden? "Spontan fallen mir einjährige Pflanzen ein wie zum Beispiel Tagetes, Löwenmäulchen", sagt Gärtnermeister Robert Schumacher. Sein Kollege Björn Pieper ergänzt: "Tomaten, Gurken, Paprika - kann man jetzt langsam mit anfangen. Fürs Freiland: Salat, Kohlrabi, Schnittlauch - die ganze Kräuterpalette kann man zu diesem Zeitpunkt anziehen. Im Haus bei 20 Grad auf der Fensterbank keimt das alles sehr gut und ist dann sehr erfolgversprechend."

Beide sind bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen beschäftigt. Im Versuchszentrum Köln-Auweiler befassen sie sich auch mit dem Vorziehen von Pflanzen. Björn Pieper füllt schwarze Erde in eine flache Anzuchtkiste.

"Rein praktisch füllen wir diese Kiste erst mal mit grober Erde, verteilen die gleichmäßig und drücken uns einen Gießrand an den Rändern der Kiste, damit das Saatgut nachher nicht abgeschwemmt wird."

Normale Blumenerde ist zu nährstoffreich

Mit einem Pflanzsieb lässt er eine dünne Schicht Aussaaterde darüber rieseln. Keimlinge können Aussaaterde leichter durchwurzeln. Normale Blumenerde ist auch zu nährstoffreich. "Dann ziehe ich mir das zu einer schönen, glatten Aussaatfläche ab, damit alle Samen den gleichen Startpunkt haben."

Björn Pieper öffnet eine Pflanztüte mit Blumenkohlsamen, jedes Korn stecknadelkopfgroß. "Ich säe jetzt vom Kistenrand schön gleichmäßig und gucke, dass ich mit meiner Hand daneben herfahre, damit ich das Saatgut nicht vom Tisch streue."

Mit einer schmalen Platte drückt er die Samen etwa einen halben Zentimeter tief in die Erde. Jetzt muss gewässert werden. "Zum Angießen ist zu sagen, dass man am besten neben der Kiste anfängt mit einer feinen Brause und dann die Kiste gleichmäßig in Wellenform abgießt."

Plastikkappe hält Tomaten und Gurken feucht

Schließlich siebt er noch eine dünne Schicht Sand darüber. Eine transparente Plastikkappe auf dem Aussaatgefäß hält Tomaten und Gurken feucht und warm. Kohlsämlinge brauchen diesen Schutz nicht unbedingt. Dann ab damit auf die Fensterbank, sagt Robert Schumacher.

"Am besten, wenn Sie haben, Südseite. Die Pflanzen vertragen, wenn die gekeimt sind, schon relativ viel Licht. Dann sollten Sie immer ausreichend für Befeuchtung sorgen, gerade wenn die Sonne drauf scheint."

Nach einer Weile müssen die jungen Pflanzen pikiert, also vereinzelt werden, damit sie nicht zu dicht aneinander stehen und sich gegenseitig im Wachstum behindern. Blumenkohl kann nach etwa einer Woche pikiert werden, Tomaten erst nach zwei Wochen. Mit einem schmalen, dünnen Blech unterschneidet Björn Pieper die Sämlinge vom Rand der Kiste her.

"Einmal kurz drunter, dass die Wurzel eingekürzt wird. Das verstärkt das Seitenwurzelwachstum, eine höhere Standfestigkeit, Feinwurzelbildung, höhere Wasser- und Nährstoffaufnahme ist dann gegeben. An den Keimblättern entnehmen, in das vorgesehene Gefäß halten, ein Loch machen und andrücken. Und dann wieder angießen nach dem ganzen Vorgang."

Erst nach Eisheiligen zum endgültigen Standort

Ihren endgültigen Standort auf dem Balkon oder im Gartenbeet sollten kälteempfindliche Jungpflanzen erst nach den Tagen der Eisheiligen Mitte Mai beziehen. "Es gibt aber auch Kulturen wie Salat, Kohlrabi, Blumenkohl, die auch vor den Eisheiligen gepflanzt werden können, dann aber mit einem Vlies abgedeckt werden sollten, wenn Frost gemeldet ist."

Im Frühbeetkasten sind junge Pflanzen auch vor leichten Minusgraden geschützt.

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