Freitag, 15.12.2017

Jewgenija Kazew

Armeedolmetscherin

Der 22. Juni 1941, der Tag des deutschen Überfalls ist für die Menschen in der ehemaligen Sowjetunion bis heute ein schwarzer Tag. Die Erinnerung an den Krieg, an Entbehrungen, Leid und Schmerz hat sich tief eingegraben ins Bewusstsein der Überlebenden. Und trotzdem lagen in all dem Schlimmen, das die Menschen mitgemacht haben, manchmal auch die Wurzeln für eine hoffnungsvollere Zukunft. Ein Beispiel dafür haben wir ans Ende unserer Sendereihe gestellt: Jewgenija Kazewa war als Studentin Dolmetscherin bei den sowjetischen Streitkräften. Nach dem Krieg hat sie sich einen Namen gemacht als Übersetzerin der wichtigsten deutschen Gegenwartsautoren ins Russische. Sabine Adler hat sie in Moskau besucht.



Jaroslaw Truschnowitsch

Veteran der Wlassow-Armee

Jaroslaw Truschnowitsch war ein Wlassow-Soldat, benannt nach jenem sowjetischen Generals Wlassow, der 1942 auch die Seite gewechselt hatte, aus Enttäuschung über die aus seiner Sicht dilettantische Kriegsführung Stalins. Denn der habe die Rote Armee in militärisch sinnlosen Unternehmen verheizt. Unter dem Namen des populären Generals versammelten sich mehrere Tausend sowjetische Kriegsgefangene, die auf diese Weise den Hungerlagern der Deutschen entgingen. Sie kämpften fortan in deutschen Uniformen und mit deutschen Waffen gegen Stalins Regime. Einer von ihnen war Jaroslaw Truschnowitsch.


Gerhard Dengler

Ein Wehrmachts-Offizier läuft über

Gerhard Dengler, Offizier der Wehrmacht, war vom ersten Kriegstag an für Hitlers Armee ein zuverlässiger und hoch dekorierter Führer einer Geschützbatterie. Bis zum Kessel von Stalingrad. Das Leid, das er dort erlebt, und die Verantwortung für seine ihm untergebenen 400 Soldaten bringen Dengler zu einem unerhörten Schritt: Er meldet sich und seine Truppe bei Generaloberst Paulus ab und läuft Ende Januar 1943 zu den Sowjets über. Im Gefangenenlager wird Dengler zum Kommunist. Er tritt dem von Walter Ulbricht geleiteten Nationalkomitee Freies Deutschland bei. Bis zum Kriegsende betreibt er in ihm kommunistische Propaganda gegen Hitler.


Ruth Werner

Spionin der Roten Armee

Als Kommunistin und Agentin war sie zur Verschwiegenheit verpflichtet. Nach der Veröffentlichung ihrer Memoiren 1977 wurde sie aber in der DDR geradezu populär: Ruth Werner, die vielleicht erfolgreichste Kundschafterin der Sowjetunion im zweiten Weltkrieg. Sie gehörte zum Umkreis der Roten Kapelle, zu jenem Agentennetz, das Stalin rechtzeitig über den geplanten Überfall der Deutschen Wehrmacht informierte - was dieser freilich nicht wahrhaben wollte.



Claus Hansmann

Grafiker, Maler und damals Funker

Seine Kriegsbilder haben so gar nichts von der heroischen Landser-Ästhetik eines Lothar-Günther Buchheim. Sie erinnern eher an Käthe Kollwitz. Und seine Aufzeichnungen aus dem Krieg gegen die Sowjetunion sind von einer seltenen Eindringlichkeit, die jederzeit deutlich macht, wer Täter und wer Opfer war. Claus Hansmann, Grafiker und Maler aus München, hat vor 60 Jahren seine eigene Rolle gefunden in dem Krieg, dem er sich auch als Nazi-Gegner nicht entziehen konnte. Als Chronist hat er mit Zeichenblock, Notizzettel und Fotoapparat festgehalten, was er gesehen und erlebt hat.


Olga Gurjewa

Eine Ukrainerin im Todestal

Als das nationalsozialistische Deutschland den Krieg gegen die Sowjetunion begann, da war das für viele Menschen in der Ukraine durchaus mit einer Hoffnung verbunden, dass damit nämlich die Diktatur Stalins beendet würde und die Ukraine am Ende vielleicht sogar unabhängig werden könnte. Diese Hoffnung erfüllte sich jedoch nicht. Die Deutschen waren keine Befreier, sie hinterließen am Ende verbrannte Erde. Den Menschen in der Ukraine blieben die kriegszerstörten Städte und die sowjetische Armee, die die Bevölkerung unter den Generalverdacht der Kollaboration stellte. Viele Tausend Menschen sind damals für Jahre in den Lagern Stalins verschwunden. Für sie war der Krieg noch lange nicht zuende. Eine von ihnen ist Olga Gurjewa.



Vadim Sidur

Ein russischer Bildhauer

Seine Werke finden sich in vielen Sammlungen, seine Denkmäler stehen auf zahlreichen Plätzen in Deutschland. Vadim Sidur, einer der großen russischen Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Seine Biographie ist untrennbar verknüpft mit dem Krieg der Deutschen gegen die Sowjetunion. Als junger Soldat wurde er damals schwer verwundet und im Wortsinne fürs Leben gezeichnet. Der Krieg und seine trotzdem fortdauernde Liebe zu Deutschland, das waren die beiden Themen seines Lebens, die sich auch in seinem Werk widerspiegelten.


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