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StartseiteVerbrauchertippWarum Langzeitdeos nicht immer die beste Wahl sind30.05.2017

Kampf gegen lästige SchweißfleckenWarum Langzeitdeos nicht immer die beste Wahl sind

Sie versprechen einen Langzeitschutz von bis zu 72 Stunden ohne unangenehme Geruchsentwicklung: Langzeitdeos. Beim Kauf eines Deos sollten Kunden jedoch genau auf die Inhaltsstoffe achten. Denn auch wenn bisher der Zusammenhang zwischen Aluminiumsalzen und Brustkrebs nicht eindeutig wissenschaftlich belegt ist, Vorsicht ist dennoch geboten.

Von Beatrice Zajda

Regale mit Deodorants in einem Drogeriemarkt. (dpa / picture alliance / Norbert Försterling)
Die in vielen Deos enthaltenen Aluminiumsalze stehen in Verdacht, Brustkrebs zu erregen. (dpa / picture alliance / Norbert Försterling)
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Das Prinzip von einem klassischen Deo ist eigentlich ganz einfach:  

"Durch die Aluminiumsalze ziehen sich die Schweißdrüsen zusammen und bilden einen Pfropfen auf der Schweißdrüse. Somit kann kein Schweiß mehr austreten. Wenn man das Produkt dann nicht mehr verwendet, tut sich das von Tag zu Tag auflösen, die Schweißdrüse geht wieder auf und sondert wieder Schweiß ab", erklärt Karl Heinrich. Seine Firma KaSa vertreibt Deos mit lang anhaltender Wirkung gegen starkes Schwitzen. Die Deos sollen zwei Wochen wirken. Das Schwitzen soll durch die Langzeit-Deos weniger werden bis ganz ausbleiben. Die Produkte liegen im oberen Preissegment.

Umstrittene Inhaltsstoffe

Pro Deo zahlt der Verbraucher etwa 25 Euro. Aber auch günstige Deos aus dem Discounter oder im Internet werben mit einer angeblichen Wirkdauer von drei, vier oder fünf Tagen. Chemikerin Kerstin Etzenbach-Effers von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sieht die Benutzung von Deodorants mit Langzeitwirkung kritisch:

"Deos mit einer Wirkungsdauer von 72 Stunden halte ich sowieso für völlig unsinnig, weil ich niemanden kenne, der sich 72 Stunden lang nicht wäscht."

Ohne Aluminiumsalze können Deos den Schweiß nicht wirklich stoppen – sondern bestenfalls unangenehme Gerüche verhindern oder überdecken. Aluminiumsalze sind jedoch umstrittene Inhaltsstoffe. Sie stehen in Verdacht, bei der Entstehung von Brustkrebs einen entscheidenden Anteil zu haben. Wissenschaftlich bestätigt sind diese Studien bislang zwar nicht. Verbraucherschützerin Etzenbach-Effers rät trotzdem zur Vorsicht:

"Bei den Aluminiumsalzen liegt das Problem darin, dass unsere tolerierbare Aluminiumaufnahme schon komplett durch die Lebensmittel abgedeckt wird."

Medizinische Ursachen bei starkem Schwitzen

Wer auf Aluminiumsalze in Deos verzichten will, aber stark schwitzt, dem hilft im Einzelfall der Besuch beim Hausarzt:

"Übermäßiges Schwitzen kann ganz verschiedene Ursachen haben. Das können hormonelle Störungen sein, zum Beispiel Schilddrüsen-Überfunktionen oder Wechseljahre, das kann auch Stress oder Übergewicht sein oder andere medizinische Ursachen haben."

Auch bestimmte Medikamente, wie Antibiotika und Antidepressiva, fördern übermäßiges Schwitzen. In besonders hartnäckigen Fällen greifen Hautärzte auch zum Nervengift Botulinum; besser bekannt als Botox. Botox reduziert die Produktion von Schweiß in den Schweißdrüsen. Diese Behandlung wird allerdings nicht von den Krankenkassen bezahlt. Wenn die medizinische Ursachenbekämpfung nicht hilft, müssen Verbraucher letztlich selbst entscheiden, ob sie das Risiko einer erhöhten Aluminiumzufuhr auf sich nehmen wollen; oder ob sie die Schweißflecken in Kauf nehmen.

Vorsicht bei bestimmten Namenszusätzen

Immerhin gibt es inzwischen viele Deos ohne Aluminium. Hier ist der Verbraucher auf der sicheren Seite. Und Verbraucher sollten auf die Inhaltsstoffe achten. Das lohnt sich auf jeden Fall und schützt die Gesundheit:

"Verbraucher sollten in Deos vor allen Dingen darauf achten, dass keine halogen-organische Verbindungen wie zum Beispiel Triclosan enthalten sind. Und viele halogen-organische Verbindungen, die kann man an den Namenszusatz -chloro, -bromo oder -jodo erkennen, und wenn man das sieht, dann lieber die Finger weglassen."

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