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StartseiteVerbrauchertipp400 Euro für ein Kajak, 800 für einen Kanadier24.01.2018

Kanu-Ausrüstung für Anfänger400 Euro für ein Kajak, 800 für einen Kanadier

Es muss ja nicht gleich eine Yacht sein - kaum etwas ist so entspannend wie Paddeln auf dem Fluss im Kanadier oder Kajak. Eine Einsteigerausrüstung gibt es bereits für einige Hundert Euro. Hier ein paar Tipps, was man nicht vergessen sollte.

Von Bernd Debus

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Ist nicht teuer, taugt aber für unbezahlbare Entspannungs-Erlebnisse: Kanufahren (picture alliance / dpa / Jens Büttner)
Taugt für unbezahlbare Entspannungs-Erlebnisse, muss aber nicht viel kosten: Kanufahren (picture alliance / dpa / Jens Büttner)
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"Entspannung, Ruhe pur, ich nehme meine Armbanduhr gar nicht mehr mit. Ich genieße die Landschaft…"
"Du merkst einfach, wie die Wellen so, weißt du, sich bewegen."
"Du brauchst nicht so viel zu tun. Das ist ganz schön eigentlich, wenn du dich auch mal einfach treiben lassen kannst."
"Ich mag es lieber ein bisschen mit Schwällen, und kleinen Stromschnellen, dann ist ein bisschen mehr, sagen wir mal Action, im Spiel."

Christiane, Heidi und Thomas fahren seit vielen Jahren in ihrer Freizeit Kanu. Ihre Boote sehen allerdings ganz unterschiedlich aus. Denn Kanu ist nur ein Sammelbegriff für Boote, die mit dem Gesicht in Fahrtrichtung und mit einem Paddel bewegt werden. Die wichtigsten Vertreter der Kanus sind Kajak und Kandier.

Ein Kajak hat einen flachen, geschlossenen Rumpf mit einer runden Einstiegsöffnung. Der Kanadier hat im Vergleich dazu eine viel höhere Bordwand und ist oben komplett offen.

Beide Varianten haben ihre Vorteile, sagt Kai Schroer, der im westfälischen Unna Kanus verkauft:

"Kajaks sind in der Regel etwas leichtläufiger, das heißt, damit kann man tendenziell einfacher lange Strecken zurücklegen. Kanadier sind natürlich vom Platzangebot deutlich angenehmer. Das heißt, da kann ich mit mehreren Personen fahren oder auch mit sehr, sehr viel Gepäck."

Einsteigerausrüstung muss nicht teuer sein

Allerdings sind moderne Kajaks und Kanadier nicht mehr, wie ihre traditionellen Vorbilder, aus Knochen, Holz, Fell oder Birkenrinde gebaut, sondern meistens aus Kunststoff, wobei je nach Einsatzzweck verschiedene Materialien verwendet werden. Der Vorteil der Kunststoffboote: Sie sind robust und bezahlbar:

"Also, beim Kajak geht es schon ab 400 Euro mit sehr günstigen Einsteigerbooten los. Nach oben sind dann, wie immer, relativ wenige Grenzen gesetzt. Bei Kanadiern muss man schon mehr Geld investieren. Da ist man aber auch ab 800 Euro so dabei."

Mit dem Kauf eines neuen oder gebrauchten Bootes ist es jedoch nicht getan. Etwas Ausrüstung muss auch noch sein:

"Auf jeden Fall ein Paddel, weil, sonst komme ich ja mit meinem Boot nicht vorwärts. Ansonsten sollte eigentlich jeder eine Schwimmweste tragen, egal wie gut er schwimmen kann. Kann halt immer mal was passieren." 

Wasserdichte Packsäcke oder Kunststofftonnen für Kleidung und Wertsachen schlagen zusätzlich zu Buche.

"Und man hat ja auch immer die Transportfrage zu klären. Das heißt, dann brauche ich auf jeden Fall ein Auto mit Dachträger, bei einem Festboot." 

Festboote haben einen starren Rumpf. Das Gegenstück dazu ist das Faltboot. Dabei wird eine zusammenlegbare Bootshaut über ein Gerüst aus Holzteilen oder Aluminiumstangen gezogen.

Einfach mal bei Freunden mitpaddeln

Zerlegt passt so ein Faltboot dann in jeden Kofferraum. Und natürlich lässt es sich so auch zu Hause vergleichsweise einfach verstauen. Es passt notfalls sogar unter das Bett. Für ein Kanu mit festem Rumpf braucht man hingegen schon eine Garage oder einen Garten.

Thomas besitzt einen Falt-Kanadier. Er schätzt seine Vorteile beim Transport, kennt aber auch seine Schwächen:

"Kritischer wird das, wenn ich durch Flüsse fahre, wo viele Bäume, Äste und scharfe Kanten sind. Das mag das Boot nicht. Da muss ich aufpassen, dass es mir nicht aufgerissen wird."

Und das Paddeln selber? Das kann man sich aus Büchern und mit Hilfe von Filmen beibringen. Oder man macht es wie Christiane:

"Ja, durch Freunde, durch ganz nette Menschen, die sagen, fahr doch einfach mal mit. Und dann macht man das, leiht sich ein Boot, und dann ist das so schön, dass man sich ein Boot kauft und seit 20 Jahren ungefähr dabei ist."

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