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Seit 17:35 Uhr Kultur heute
StartseiteSport am WochenendeKapitulation vor dem Inferno08.07.2013

Kapitulation vor dem Inferno

Erst vor wenigen Wochen hatte der Lausitzer Fußball-Club Energie Cottbus die Gruppierung "Inferno" mit einem Erscheinungs- und Auftrittsverbot bei allen Energie-Spielen belegt. Doch die Hooligans verbreiten andernorts weiter Angst und Schrecken.

Von Olaf Sundermeyer

Fußball-Hooligans (picture alliance / dpa /Revierfoto)
Fußball-Hooligans (picture alliance / dpa /Revierfoto)

Aus Angst vor einigen seiner rechtsextremen Hooligans wurde ein Testspiel von Energie Cottbus gegen Maccabi Tel Aviv aus Israel abgesagt. Das bestätigten heute beide Vereine, die eigentlich am vergangenen Samstag aufeinander treffen sollten. Im Rahmen ihrer Trainingslager in Österreich. Die lokalen Behörden hatten das Spiel aus Sicherheitsgründen untersagt. Von der Polizei aus Brandenburg hatten sie zuvor erfahren, dass Energie-Anhänger der rechtsextremen Gruppe "Inferno" in einem Reisebus unterwegs in Richtung Spielort seien.

Seit Jahren schon fällt "Inferno" immer wieder durch antisemitische Agitation bei Fußballspielen auf. Auf Druck des Verfassungsschutzes hatte Energie zu Beginn des Jahres 15 Gruppenmitgliedern Stadionverbote erteilt. Und nachdem bei einem Auswärtsspiel in Dresden gegnerische Fans erneut als "Juden" beschimpft worden waren, hatte Energie Cottbus der gesamten Gruppe zuletzt ein generelles Auftrittsverbot erteilt. Seither sind Banner und Symbole von "Inferno" im heimischen Stadion der Freundschaft verboten.

Maccabi Tel Aviv wollte die Spielabsage nicht kommentieren. Allerdings bestätigte ein Vereinssprecher die Benachrichtigung durch österreichische Behörden und deutsche Polizei. Direkten Kontakt zu Energie Cottbus hatte Maccabi demnach nicht. Inzwischen ist die Mannschaft wieder zurück in der israelischen Hafenstadt. Beim anschließenden Ersatzspiel von Energie Cottbus gegen den tschechischen Erstligisten Pribram zeigten sich die rechtsextremen Anhänger schließlich hinter einem "Inferno" – Banner. Der Verein geht allerdings nicht davon aus, dass die Gruppe mit der Absicht einer gezielten antisemitischen Provokation nach Österreich gereist ist.

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