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StartseiteVerbrauchertippHautreizungen vermeiden01.02.2018

KarnevalsschminkeHautreizungen vermeiden

Bald geht es wieder los: Karneval! Wer nicht geflüchtet ist, geht feiern. Egal ob als Prinzessin oder Pirat, Schminke muss ins Gesicht. Doch was sollte man beachten, damit die Haut nicht allergisch reagiert?

Von Christiane Enkeler

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Ein Jeck feiert am Heumarkt in Köln (Nordrhein-Westfalen) den Karnevalsbeginn. (dpa/Rolf Vennenbernd)
Köln - eine der Karnevalshochburgen (dpa/Rolf Vennenbernd)
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Wichtige Grundregel: Erst das Kostüm anziehen, dann die Schminke drauf. Dann verschmiert weder die Schminke, noch verschmutzt das Kostüm. Johanna Nagel ist Maskenbildnerin an der Kölner Oper. Zusammen mit einer Kollegin leitet sie den Einsatz für das diesjährige Kölner Karneval "Divertissementchen": 90 Männer - und eigentlich Bühnen-Laien - kommen, immer wieder neu kostümiert, zu ihr und ihren sieben Kollegen in die Maske. Die Maskenbildnerin schwört auf Profi-Schminke.

"Im Prinzip ist Schminken immer nur eine Sache von hell und dunkel: Das, was Sie wollen, was weggeht, das machen Sie dunkel. Das, was Sie wollen, das man hervorhebt, das machen Sie hell."

Wie Karnevalsschminke braucht Theaterschminke Fette, Wachse und Farben, sagt Jürgen Stellpflug, Chefredakteur von Ökotest:

"Die Kinderschminke, die Karnevalsschminke und die Theaterschminke konventionell unterscheiden sich eigentlich nicht groß, die haben alle die gleichen Bestandteile. Der wichtigste Unterschied bei den Schminken ist: Ist es eine Naturkosmetik, eine zertifizierte? Oder ist es eine konventionelle Kosmetik?"

Besser auf Naturkosmetik setzen

Für Kosmetik gibt es kein staatliches oder EU-Siegel. Allerdings haben sich die Industrieverbände selbst sehr strenge Regeln gegeben. Verbraucher sollten hier auf die Siegel "NaTrue", "BDIH" und "ECOCERT" achten, rät Stellpflug.

"Die zertifizierte Naturkosmetik schließt bekannte Problemstoffe aus, zum Beispiel Allergien auslösende Konservierungsmittel, bestimmte Farben, die unter Umständen Krebs erregen können, die schließt künstliche, also Erdöl basierte Fette und Öle aus..."

Was genau im jeweiligen Produkt problematisch sein könnte, ist für den Verbraucher an Hand der Deklaration schwer zu erkennen.

"Problemstoffe wie paraffinhaltige Wachse, die erkennt man beispielsweise an Begriffen wie 'Petrolatum', 'Mineral Oil' oder ähnlichen Begriffen. Man erkennt auch Konservierungsmittel, Halogenorganische Konservierungsmittel, die oft Probleme machen, an Zusätzen wie Chloro- oder Bromo-."

Am Kürzel PEG erkennt man Emulgatoren, die Schadstoffe in die Haut einschleusen können. Ein Herstellungs- oder Verfallsdatum muss nicht vermerkt sein. Auf manchen Verpackungen steht zumindest die Haltbarkeit nach dem Öffnen. Als Ökotest 2016 Schminke getestet hat, hat die Zeitschrift auch noch Produkte gefunden, die nicht mehr hätten verkauft werden dürfen.

"Wenn ein Stoff verboten wird, dann gibt es zunächst mal Übergangsfristen. Eigentlich sollten die Hersteller die Vertreiber dann darauf aufmerksam machen. Denn am Ende gibt es eine Frist: Da darf das dann nicht mehr im Regal stehen, da müssen aber die Hersteller die Vertreiber drauf aufmerksam machen, und ob das passiert, das kontrolliert niemand."

Immer auch ans Abschminken denken

Maskenbildnerin Johanna Nagel arbeitet mit zwei, drei Herstellern zusammen. Da wird auch schon mal auf Wunsch eine bestimmte Farbe frisch gemischt oder ein Alkoholdestillat weggelassen. Einen Tipp hat sie auch für Jecken, die nach einer langen Party müde nach Hause kommen und deren Haut reagiert.

"Wo es ganz oft dran liegt, ist am Abschminken, das ist leider ganz oft der Fall, dass die Leute sich falsch oder gar nicht abschminken."

Sie empfiehlt ein Abschmink-Öl mit möglichst wenig Inhaltsstoffen, gegen die man allergisch sein könnte. Alternativ empfehlen die Experten bei Ökotest ein Reinigungstuch oder eine Reinigungslotion.

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