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StartseiteVerbrauchertippAusgewogene Ernährung muss nicht teuer sein02.05.2017

KatzenfutterAusgewogene Ernährung muss nicht teuer sein

Katzen sind bekanntlich sehr eigenwillig - und da kann die Suche nach einem geeigneten Futter durchaus schwierig sein, zumal die Auswahl riesig ist. Das Angebot reicht von günstigem Futter vom Discounter bis zu sogenannten Gourmethappen. Die Stiftung Warentest hat einige unter die Lupe genommen.

Von Dieter Nürnberger

Flocke, die Hofkatze des Neuenkirchener Kunstvereins Springhornhof, trinkt aus dem Exponat des dänischen Künstlers Tue Greenfort. (Deutschlandradio /  Christian Grasse)
Flocke, die Hofkatze des Neuenkirchener Kunstvereins Springhornhof, trinkt aus dem Exponat des dänischen Künstlers Tue Greenfort. (Deutschlandradio / Christian Grasse)

Generell, sagt Warentesterin Nicole Merbach, sei Feuchtfutter für Katzen gut geeignet. Denn die beliebten Haustiere trinken oft zu wenig - deshalb ist ein hoher Feuchtigkeitsgehalt beim Futter schon mal ein Pluspunkt. 25 Feuchtfutter wurden untersucht - und sie alle erheben den Anspruch, als Alleinfuttermittel die Katze gut und ausgewogen zu versorgen. Deshalb kommt es ganz besonders auf eine richtige Zusammensetzung an, so Nicole Merbach: 

"Sie brauchen vor allem viel tierisches Eiweiß - mehr als der Hund beispielsweise, das wissen viele gar nicht. Auch bestimmte Fette sind für sie sehr wichtig. Auch Vitamine und Mineralstoffe. Es gibt essenzielle Aminosäuren, die die Katze nicht selbst bilden kann. Und eine Schlüssel-Aminosäure ist auf jeden Fall das Taurin. In der Natur enthalten dies die typischen Beutetiere wie Mäuse. Aber unsere Hauskatze muss das natürlich entsprechend über das Futter aufnehmen."  

Neun Produkte boten allerdings keinen ausgewogenen Nährstoffmix. Entweder fehlten einzelne, essenzielle Bestandteile oder der Phosphorgehalt im Futter war deutlich zu hoch. In der Untersuchung hatten beispielsweise einige edel anmutende und teure Gourmetfutter einen viel zu hohen Phosphorgehalt. Das ist gefährlich und kann im Alltag beispielsweise zu Nierenproblemen führen.

Wichtig sind Fütterungs- oder Dosierungsempfehlungen

"Das dramatische daran ist, dass dieser Prozess nicht umkehrbar ist. Als Katzenbesitzer kann man dies in der Regel auch nicht feststellen. Es verläuft dann meist so, dass man wegen anderer Probleme beim Tierarzt ist und dann diagnostiziert dieser das Nierenleiden. Das einzige, was man dann noch machen kann, ist, die Katze auf ein phosphorarmes Futter zu setzen. Somit kann man immerhin versuchen, ihr Leben zu verlängern."   

Neben einem optimalen Nährstoffmix spielen auch die Fütterungs- oder Dosierungsempfehlungen der Hersteller eine wichtige Rolle. Doch auch hier patzten vor allem die teuren Produkte. Nicole Merbach.

"Es gibt jene Fälle, wo die Katze sprichwörtlich auf Diät gesetzt wird, weil die Mengen viel zu gering sind. Oder eben auch die Menge, bei der die Katze viel zu viel Pfunde auf die Rippen bekommt und es ist ja auch schwierig für eine Katze, dies wieder loszukriegen. Das war auch noch ein Kritikpunkt."

Bei der Umstellung die Katze austricksen

Immerhin: Schadstoffe im Futter wurden nicht oder nur in geringen, unproblematischen Mengen gefunden.  

Gute oder sogar sehr gute Gesamtbewertungen bekamen vor allem günstige Produkte. Vorn liegen Feuchtfutter von "Edeka". "Aldi (Nord)" oder "Norma". Auch bekannte Markenfirmen wie "Kitekat" oder "Whiskas" sind darunter. Bei den relativ teuren Happen konnten nur "Sheba" und "Catz" punkten. 

Viel ausgeben, so die Stiftung Warentest, müsse man für ein ausgewogenes Katzenfeuchtfutter somit nicht. Bleibt nur noch die Frage, ob die eigene Katze darüber genauso denkt. Wer den Futter-Umstieg wagen möchte, sollte es durchaus versuchen, sagt Warentesterin Nicole Merbach, auch wenn Katzen generell als sehr wählerisch gelten.

"Man sollte auf jeden Fall versuchen, ein Futter zu finden, was dem alten ähnelt - vom Geruch und der Konsistenz her. Dann kleine Mengen davon unter das alte mischen und langsam steigern. Es kann helfen, dass Futter lauwarm zu erwärmen, weil das den Geruch und die Aromen verstärkt. Auf diese Weise kann man dann vielleicht die Katze einfacher austricksen, wieder zum Futternapf zu gehen."

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