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StartseiteVerbrauchertippFreiheit für den Stubentiger08.03.2018

KatzenklappenFreiheit für den Stubentiger

Sie kommen und gehen, wann ihnen der Sinn danach steht: Katzen sind eigenständige Tiere. Wer als Besitzer nicht ständig an der Tür stehen möchte, um seinen Stubentiger aus der Wohnung raus oder wieder rein zu lassen, sollte über den Einbau einer Katzenklappe nachdenken. Dabei gibt es ein paar Dinge zu beachten.

Von Klaus Deuse

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Zwei Katzen  sitzen vor einem Fenster mit einer Katzenklappe (dpa / Ronald Wittek)
Ob mechanisch, mit Infrarotsignal oder für den Mikrochip: Katzenklappen ermöglichen dem Stubentiger sein selbstständiges Leben (dpa / Ronald Wittek)
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Ihre Katze Berta macht Jürgen Willmann und seiner Frau viel Freude. Allerdings hält Berta die beiden auch ordentlich auf Trab. 

"Unsere Katze will ja sowohl ständig rein und auch raus. Und bis jetzt haben wir das so gehalten, dass wir der Katze immer die Tür aufgemacht haben, dann ging sie raus. Und wie sie gerade Laune hatte, fünf Minuten später saß sie wieder davor und wollte rein. Und jetzt bin ich das langsam leid."

Als Lösung für Freigänger wie Berta bietet sich der Einbau einer Katzenklappe an, sagt die Leiterin der Katzenstation im Tierheim Bochum Nicole Klauer.

"Sinn macht es, eine Katzenklappe zu installieren, wenn ich den ganzen Tag arbeiten bin und nicht möchte, dass die Katze bis zu meiner Rückkehr draußen warten muss."

Wohnungslage beachten

Zu beachten ist dabei zum Beispiel die Lage der Wohnung. "Hab ich noch einen eigenen Hausflur mit einer Eingangstür. Oder geht meine Eingangstür direkt nach draußen. Generell bietet sich eher eine Tür in den Hof an anstatt zur Straße. Also Kellertür. Man kann es auch in ein Kellerfenster mit integrieren."

Vermieter muss zustimmen

Zu klären ist zunächst, wie Nicole Klauer betont, eine grundsätzliche Frage. "Ist es mein Eigentum, ist es zur Miete. Wenn ich zur Miete wohne, muss erst der Vermieter mit in Kontakt gesetzt werden, ob er das überhaupt erlaubt."

Schließlich handelt es sich um eine bauliche Veränderung. Auch wenn der Vermieter die Erlaubnis erteilt hat, müssen bei einem Auszug Tür oder Fenster im Zweifelsfall wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt werden. Dann muss unter Umständen auf eigene Kosten eine neue Tür eingebaut werden.

Mechanische Klappe: lässt auch fremde Tiere herein

Genau überlegen sollte man aber, wo die Katzenklappe hin soll, stellt sie doch eine Schwachstelle in der Wärmedämmung dar. Darum ist es ratsam, sie nicht in einem gut beheizten Raum einzubauen. Angeboten werden unter anderem mechanische Klappen, die die Katze selbst mit Schnauze oder Pfote aufstoßen kann. Diese sogenannte Freilauftür gibt es ab circa 15 Euro. Der Nachteil dabei ist klar: Auch fremde Katzen oder andere Tiere können durch so eine Klappe problemlos ins Haus gelangen.

Infrarotsignal mit Halsbandsender: Verletzungsgefahr

Um das zu verhindern, gibt es technische Lösungen. Unter anderem Katzenklappen, die per Infrarotsignal geöffnet werden. Dabei muss die Katze ein Halsband mit entsprechendem Sender tragen. Katzen-Kennerin Klauer gibt aber zu bedenken, dass Freigänger gern auf Bäume oder über Zäune klettern und sich mit dem Halsband verheddern können.

"Oder aber: Auch wenn das Halsband zu locker ist, kommen Katzen oftmals mit der Vorderpfote durch, haben es in der Achsel. Und das birgt auch sehr große Verletzungsgefahren."

Klappe für den Mikrochip

Variante Nummer drei: die Klappe für den Mikrochip. Trägt eine registrierte Katze ohnehin einen Mikrochip unter dem Fell, lassen sich auch moderne Katzenklappen öffnen. In der Katzenklappe wird dafür einfach die Chip-Nummer des Haustiers registriert. Meist können auch mehrere Chipnummern für unterschiedliche Tiere abgespeichert werden. Für alle anderen Artgenossen bleibt die Klappe verschlossen. Je nach Ausstattung kosten solche Modelle zwischen 60 und 160 Euro.

Tiere müssen abgelernt werden

Für alle Klappen gilt in jedem Fall: "Die Katze muss angelernt werden. Also von alleine, instinktiv weiß die Katze das nicht. Es ist ein Trainingsprozess." Doch nicht jede Katze, sagt Nicole Klauer, begreift das an einem Tag. Viele brauchen länger.

Für welches Modell man sich auch entscheidet: die Klappe sollte immer der Größe des Stubentigers angepasst sein. "Weil sonst hat man später das Bild, wie man es im Fernsehen mit Garfield und seiner Katzenklappe gesehen hat." Der verfressene Kater passte irgendwann nicht mehr durch und ist steckengeblieben.

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