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StartseiteMarkt und MedienKein Nachfolger in Sicht03.12.2011

Kein Nachfolger in Sicht

Thomas Gottschalks letzte "Wetten dass..?"-Sendung

Nach über 20 Jahren auf dem Unterhaltungsdampfer "Wetten dass..?" hat Thomas Gottschalk seine letzte Sendung moderiert. Über einen Nachfolger wird medial spekuliert, doch bislang haben eigentlich alle abgewunken.

Von Klaus Deuse

Hape Kerkeling bei Thomas Gottschalk in "Wetten dass...?" in Leipzig (dpa / picture alliance / Jan Woitas)
Hape Kerkeling bei Thomas Gottschalk in "Wetten dass...?" in Leipzig (dpa / picture alliance / Jan Woitas)
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Is' was?
Wetten, dass nicht...

Im Februar mochte die TV-Nation seinen Worten nicht glauben:

"Und deshalb hab ich mich entschlossen, mich nicht sofort, sozusagen im Schock, aus dem Staub zu machen, sondern diese Staffel abzuschließen und mich dann schweren Herzens von 'Wetten das..?' zu verabschieden. Irgendwann wäre es sowieso passiert."

Irgendwann ist jetzt. Ende des Jahres. Und noch immer ist kein Nachfolger für Thomas Gottschalk in Sicht. Anfangs keimte beim ZDF offenbar noch Hoffnung, den Kapitän des Unterhaltungsflaggschiffs "Wetten dass..?" dazu bewegen zu können, doch weiter das Ruder auf der Kommando-Brücke in der Hand zu behalten. Oder wie es Co-Moderateuse Michelle Hunziker formulierte:

"Ich habe den ganz festen Eindruck, dass die Leute wollen, dass es hier weiter geht."

Gemeinsam alt werden wollte sie auf der Plauder-Couch mit Thomas Gottschalk. Doch der blieb eisern beim Nein – und vollzog über ein Jahr hinweg den Abgang auf Raten, während nicht nur die Boulevardpresse fieberhaft nach einem geeigneten Nachfolger fahndete. Einer, den man ungefragt auf das Kandidaten-Karussell bugsiert hatte, winkte erstens früh ab und ulkte in krisenhaften Euro-Zeiten:

"Das alles überschattende Thema im Moment ist: Wer soll der Nachfolger von Thomas Gottschalk werden?"

Als Witz durch die Hintertür servierte Stefan Raab seinen Praktikanten Elton als Ideallösung:

"Er ist so charmant wie Frank Elstner und braucht die Kohle wie Wolfgang Lippert. Außerdem hat er größere Titten als Michelle Hunziker. Er wäre einfach perfekt."

Gottschalks Abtritt brockt dem ZDF nach 28 Jahren auf dem Unterhaltungsdampfer "Wetten dass..?" massive Probleme ein. Obwohl, aus Gottschalks Sicht wäre die Personalie problemlos zu lösen.

"Er sollte möglichst viele von meinen Eigenschaften haben. Geschadet hat es der Sendung nicht."

Nur wer bringt diese Eigenschaften mit? Genannt wurden in dieser mitunter peinlichen Never-Ending-Story viele. Zum Beispiel Jörg Pilawa, der sich in seiner ZDF Quiz-Show "Rette die Million" redlich mit kessen Sprüchen bemüht, als munterer Plauderer alle Generationen vor der Mattscheibe anzusprechen.

"Sie hochsympathisch. Er 71, müssen sie mal drauf achten. Sieht knattergut aus wie knappe 31"."

Ob er, wie der ebenfalls in Quiz-Fragen geübte Kai Pflaume, wirklich zur Diskussion stand, darüber schweigt sich das krampfhaft suchende ZDF ebenso aus wie im Fall der Comedians Bastian Pastewka und Michael Bully Herbig. Abgewunken haben eigentlich alle. Einer sogar zweimal. Vor laufender Kamera bei Thomas Gottschalk persönlich.

""Für mich nur einmal im Leben. Und dann nie wieder."

Gestand Kunstfigur Horst Schlämmer als Ersatzmoderator. Dessen wahres Ich, Hape Kerkeling, der in der befragten Publikumsgunst ganz oben stand, legte unmissverständlich nach:

"Die Antwort, Thomas, ist kurz. Nein, ich möchte nicht."

Die Suche nach einem Nachfolger, der in die Plauder-Pantoffeln Gottschalks passt, geriet zur medialen Farce. Selbst profilierte TV-Entertainerinnen wie Anke Engelke oder Barbara Schöneberger sollen dem ZDF die kalte Schulter gezeigt haben. Zu groß erscheint wohl allen die Gefahr, sich am Ruder dieses Unterhaltungsformats die Finger für die eigene TV-Karriere für alle Zeiten verbrennen zu können. An einem Format, das längst nicht mehr von den gezeigten Wetten lebt, sondern von einer Präsenz des Moderators zehrt, dessen Stärke darin liegt, verbale Fettnäpfchen unterhaltsam anzusteuern. "Wetten dass..?" ist zu einem Gottschalk-Format mit internationalem Glamour-Faktor mutiert. Und wenn der Chef-Plauderer abheuert, dann ist die Sendung nicht mal die Hälfte wert. Wetten dass..?

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