Sport am Wochenende / Archiv /

 

Keine Ausnahmen

Der nicht-öffentliche tagende Sportausschuss lässt auch den IOC-Vizepräsident vor der Tür warten

Von Robert Kempe

Musste vor der Tür warten: Thomas Bach, IOC-Vizepräsident und Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds.
Musste vor der Tür warten: Thomas Bach, IOC-Vizepräsident und Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds. (AP Archiv)

Mit Beginn der Sitzung des Bundestag Sportausschusses musste auch Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, den Saal verlassen. Nach sechs Jahren Öffentlichkeit beschloss der Ausschuss in der letzten Sitzung mit den Stimmen von Union und FDP, nicht mehr öffentlich zu tagen.

Der Grund: Kritische Medienberichterstattung. So wurde Bach erst in den Konferenzraum gebeten, als im höchsten sportpolitischen Gremium über die gescheiterte Olympiabewerbung - München 2018 - diskutiert wurde. Dies sei nach Geschäftsordnung klar definiert, sagte die Vorsitzende des Sportausschusses Dagmar Freitag, SPD:

"Dann heißt es für mich auch, dass die Vertreter des Deutschen Olympischen Sportbundes, selbst wenn es sich um den Präsidenten und IOC-Vizepräsidenten handelt, dass diese Vertreter auch draußen warten müssen bis sie zu ihrem Tagesordnungspunkt hereingerufen werden. Diese Entscheidung hat die Mehrheit des Ausschusses zu verantworten."

Der DOSB will auch weiterhin die Entscheidung des Ausschusses nicht kommentieren. DOSB-Präsident Thomas Bach:

"Es ist schlichtweg der Respekt vor dem Parlament, dass wir dessen Entscheidung respektieren und hier die Autonomie des Ausschusses respektieren. So wie wir umgekehrt eben auch erwarten, wie wir im DOSB unsere Entscheidungen regeln."

Fehlende sportpolitische Transparenz wird es auch weiterhin geben. Anträge von SPD und Grünen Öffentlichkeit im Ausschuss ganz oder teilweise wieder zu zulassen, kamen nicht durch. CDU-Obmann Klaus Riegert verteidigte die Nicht-Öffentlichkeit. Besonders den sprachlichen Stil einzelner Berichte über den Ausschuss - vor allem im Internet - kritisierte Riegert scharf:

"Da bin ganz deutlich der Meinung, die zielen nicht daraufhin Parlamentarismus zu stärken, sondern ihn zu untergraben. Da können sie in bestimmten Foren mal selber nachlesen."

Doch ganz überzeugt von dem Aussperren der Öffentlichkeit sind nicht alle Unionspolitiker. Aus den Reihen der CDU-Fraktion war zu hören, dass nicht jeder über die Entscheidung glücklich ist.

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Sport aktuell

Fussball-WMZahlreiche Festnahmen wegen illegaler Wetten

Vor und während der Fußball-WM in Brasilien war die Sorge vor Spielmanipulationen groß. Schließlich gab es in den letzten Jahren mehrere schwere Fälle dieser Art. Dahinter stand oft die "Wettmafia" aus Südostasien. Heute meldet "Der Spiegel", dass acht Männer in Las Vegas verhaftet worden sind - wegen Sportwetten bei der WM.

PolizeieinsätzeEuropäischer Vergleich: Wer zahlt für die Sicherheit?

Mit Tränengas und Schlagstöcken ging die Polizei gegen Schalker Fans vor.

Bremen will die Kosten für die Sicherheitseinsätze bei Großveranstaltungen auf die Veranstalter umlegen. Das betrifft vor allem die Bundesliga. Wie sieht das eigentlich in Europa aus?

RezensionAufbruch in die Moderne

Eingangsbereich der Deutsche Sporthochschule Köln

Die Deutsche Hochschule für Leibesübungen, der Vorläufer der Deutschen Sporthochschule in Köln, ein Mythos. Eine verdienstvolle Studie analysiert nun die ideelle, finanzielle und wissenschaftliche Basis der ersten Sportuniversität der Welt.