Sport am Wochenende / Archiv /

 

Keinen Bock auf WM?

Der Kartenvorverkauf für Südafrika läuft desaströs

Von Thomas Kistner

Das Green Point Stadium in Kapstadt. Die Nachfrage nach WM-Tickets, speziell für die Vorrundenspiele, ist äußerst gering.
Das Green Point Stadium in Kapstadt. Die Nachfrage nach WM-Tickets, speziell für die Vorrundenspiele, ist äußerst gering. (dpa / picture alliance / Ralf Hirschberger)

Die Fußball-Weltmeisterschaft steht vor der Tür und offenbar läuft der Kartenvorverkauf alles andere als rosig. Zwar wollen die diversen nationalen Verbände noch keine konkreten Zahlen rausrücken, doch es deutet sich an, dass Südafrika 2010 eine Besucherschlappe werden könnte.

Internationale Ticket-Agenten, die den Verkauf der Karten für die Fußball-WM betreiben, befürchten eine Besucher-Pleite in Südafrika. Die Nachfrage nach Tickets, speziell für die 48 Spiele der WM-Vorrunde, ist äußerst gering. So schlug der Deutsche Fußballbund in der jetzt ausgelaufenen Verkaufsrunde für die Tickets seiner Gruppenspiele gegen Australien, Ghana und Serbien nur um die 1000 Tickets los – für alle drei Matches. Dem DFB stehen wie jedem Teilnehmer je zwölf Prozent der Tickets aus seinen drei Vorrundenspielen zu, insgesamt fast 21.000 Karten. Die Frage nach dem Stand des Vorverkaufs wies der Verband zurück. Er wolle sich "über Zahlen und Resonanz erst nach Ablauf der Frist am 13. Januar äußern", heißt es offiziell, einen genauen Termin dafür könne er aber nicht nennen. Die konkrete Anfrage, ob es zutreffe, dass "für alle drei deutschen Spiele bisher keine vierstellige Anzahl an Tickets verkauft worden" sei, dementierte der DFB nicht.

Zugleich aber beantwortet der DFB die Frage nach dem Vorverkauf für die Frauen-WM in Deutschland ganz konkret: 160.000 von 700.000 frei verfügbaren Tickets seien verkauft, hieß es. Das heißt: Gibt es Angenehmes zu vermelden, sind die Zahlen kein Geheimnis.

Schleppend wie in Deutschland ist das Interesse in anderen Ländern. Sogar in England sind laut FA-Verband noch Karten aller Kategorien verfügbar. Und der niederländische Fußballverband KNVB erbat beim Weltverband FIFA eine Verlängerung der Verkaufsfrist. Ticket-Agenten klagen, sie säßen auf dem Großteil ihres Kontingents fest.

Auch der Welt-Fußballverband FIFA mauert, er will vorläufig "keine präzisen Zahlen" nennen. Jedoch würde über ihre Internet-Plattform vor allem aus England, den USA und Deutschland rege nachgefragt. Diese Aussage steht ebenso im Widerspruch zu den Entwicklungen wie die Behauptung der FIFA, sie sehe "einen signifikanten Interessensanstieg bei den südafrikanischen Fans". Dem widersprach am selben Tag Danny Jordaan in Johannesburg. Der südafrikanische Organisationschef bedauerte, dass "erstmals in der WM-Geschichte nicht der Gastgeber die Kartenverkaufsliste anführen" werde, Südafrika sei nicht mal unter den ersten zehn. Jordaan rief erneut die Landsleute auf, Karten zu kaufen. "Es wäre tragisch, wenn dieser Trend anhält."

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Sport aktuell

HandballKeine Live-Töne von der WM in Doha

Leon Kalin, Mitorganisator der Handball-Weltmeisterschaft in Katar 2015 von der Internationalen Handball-Föderation (IHF), hält ein Los mit dem Namen von Katar bei der Ziehung der Spielpaarungen hoch.

Erstmals in der Geschichte der Handball-Weltmeisterschaften werden bei der WM 2015 in Doha keine Live-Bilder in ARD und ZDF zu sehen sein. Im ARD-Hörfunk wird es, ebenfalls erstmalig, keine Live-Reportagen vom Weltturnier geben.

WM-Vergabe 2022"Kataris boten 1,5 Millionen Dollar"

Das FIFA-Logo der Zentrale in Zürich/Schweiz.

Hinter verschlossenen Türen tagt derzeit die FIFA-Exekutive in Marokko. Dabei werden die Funktionäre auch den neuesten Skandal um ihre Ethikkommission diskutieren. Nach dem Rücktritt von Chefermittler Michael Garcia konkretisiert Whistleblowerin Almajid ihre Vorwürfe.

DopingAufarbeitung der deutschen Dopingvergangenheit verzögert sich

Wie sauber ist der Deutsche Sport? Im Bundestag hat der Sportausschuss über die Aufarbeitung des Dopings hierzulande diskutiert.