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StartseiteVerbrauchertipp"Da möchte man schon wissen woher die kommen"14.12.2017

Kennzeichnungspflicht unverpackter Lebensmitteln"Da möchte man schon wissen woher die kommen"

Für verpackte Lebensmittel gelten in Deutschland viele Kennzeichnungsvorschriften. Die Zutaten müssen auf der Verpackung stehen - und bestimmte allergieauslösende Stoffe sogar noch einmal extra genannt werden. Aber wie sieht es bei nichtverpackten Lebensmitteln aus? Auch hier gibt es Regeln.

Von Margret Bielenberg

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Ein Gemüsestand auf einem Wochenmarkt (Jan-Martin Altgeld)
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Wer Obst und Gemüse auf dem Wochenmarkt kauft, am Käsestand sich gereiften Gouda abschneiden lässt oder im Fachgeschäft mit frischem Matjes liebäugelt, sieht meist nicht sofort was in der frischen Ware steckt oder woher sie kommt. Kennzeichnungspflichten bestehen allerdings auch hier. Auf Schildern in Produktnähe müssen die wichtigsten Informationen angegeben werden. So gibt es drei Güteklassen für beispielsweise Äpfel, Birnen, Paprika, Tomaten oder Salate, die von höchster Qualität bis zu kleinen Fehlern reichen dürfen. Für viele andere Obst- und Gemüsesorten gilt ein Mindeststandard. Zum Beispiel sauber, ohne Fäulnis und frei von Schädlingen. Auch das Ursprungsland muss deklariert werden, sagt Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg. Jedenfalls meistens.

"Es gibt aber auch Ausnahmen, da gehört das freiwillige Kennzeichnen dazu. Dazu gehören Kartoffeln, darüber ärgern sich viele Verbraucher, weil gerade bei Kartoffeln, die man häufig isst, da möchte man schon wissen woher die kommen. Aber auch bei den Bananen, Kokosnüssen und Oliven gibt es noch Ausnahmefälle und wir hoffen doch sehr, dass diese Lücke bald geschlossen wird."

Über Zusatzstoffe, Allergene und Behandlungsverfahren

Bei tierischen Lebensmitteln ist die Herkunftsangabe nur in wenigen Fällen vorgeschrieben, wie bei Eiern und Rindfleisch zum Beispiel. Zusatzstoffe und Behandlungsverfahren müssen auch bei unverpackten Lebensmitteln angegeben werden.

"Bei Zusatzstoffen müsste dann auch ein Verzeichnis vorliegen, woran man erkennen kann, ob zum Beispiel Oliven geschwärzt sind, ob Süßungsmittel zum Einsatz kommen oder ob eine Nacherntebehandlung stattfindet. Das kann direkt am Produkt sein, das kann ein kleines Schild in der Auslage sein oder eine schriftliche Information, die man sich anschauen kann. Eine rein mündliche Aussage reicht hier nicht aus."

Das gilt auch bei der Allergenkennzeichnung. Anbieter müssen über die 14 häufigsten Allergene informieren können. Eine schriftliche Information auf Nachfrage des Kunden muss leicht zugänglich sein.

"Weil der Gesetzgeber gesagt hat, man kann einem, der allergisch oder durch Unverträglichkeiten auf bestimmte Stoffe reagiert, nicht zumuten, das jetzt für alle Produkte abzufragen und von daher muss was Schriftliches vorliegen, was man sich dann in Ruhe anschauen kann. Und bei der mündlichen Abfrage besteht ja auch häufig das Problem, dass das Verkaufspersonal nicht genug informiert ist." 

Auszeichnung und Preisberechnung

Das hat auch Nils Weichert erfahren, als er sich beim Bäcker schlau machen wollte.

"Also mir ist nicht aufgefallen, dass wir Fachverkäufer haben. Ich hab beim Bäcker hier schon mal gefragt, was ist denn da dran bio. Die gute Dame konnte mir gar nichts beantworten."

Im Fleischerfachgeschäft sah das aber schon anders aus, relativiert der Hamburger. Er kauft am liebsten lose Ware, weil er sie dann gut in Augenschein nehmen kann. Die Verbraucherschützerin erläutert wie Preise ausgezeichnet werden müssen.

"Wenn die Ware nach Gewicht oder Volumen angeboten wird, dann  muss immer der Grundpreis pro Kilogramm, bzw. pro 100 Gramm oder pro Liter dran stehen. Das ist ganz wichtig, denn dadurch kann man als Verbraucher sehr gut die Preise vergleichen. Es darf also jetzt nicht an das Produkt dran geklebt werden: 345 Gramm kosten so und so viel. Das geht nicht. Es muss immer der Grundpreis am Regal stehen."

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