Sonntag, 19.11.2017
StartseiteVerbrauchertippEin Wechsel kann sich lohnen15.11.2017

Kfz-VersicherungEin Wechsel kann sich lohnen

Rund 26 Milliarden Euro stecken die Deutschen im Jahr in Autoversicherungen. Entsprechend groß ist der Wettbewerb der Versicherer, um ein möglichst großes Stück von diesem Kuchen zu ergattern. Für Verbraucher kann sich der Wechsel deshalb durchaus lohnen.

Von Klaus Deuse

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Ein Polizist nimmt am 29.01.2014 einen Verkehrsunfall an dem ein Ford Focus, ein VW Golf 3 und ein Mercedes Transporter Viano beteiligt sind in Leipzig (Sachsen) auf. Foto: Jan Woitas | Verwendung weltweit (picture alliance / dpa)
Was eine Teilkasko genau abdeckt, steht im Kleingedruckten (picture alliance / dpa)
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Michael Wagner hat nicht schlecht gestaunt, als er von seiner Versicherung schon im Oktober die Beitragsrechnung für 2018 bekam.

"Ich mach meinen Briefkasten auf und finde zu meiner Überraschung da schon jetzt die Rechnung der Haftpflichtversicherung. Mach die denn dann auch auf und sehe, dass 'ne saftige Preiserhöhung drin ist."

Kfz-Haftpflichtversicherungen sind ein Dauerschuldverhältnis, das erst mit der Kündigung endet. Und zwar fristgerecht, sagt der Jurist und unabhängige Versicherungsvermittler Lutz Schewe aus Bochum.

"Wenn die Hauptfälligkeit auf dem 1.Januar eines Jahres liegt, dann kann ich bis zum 30.November gegenüber dem Versicherer kündigen. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen. Manchmal genügt eine E-Mail."

Das Kleingedruckte lesen

Die meisten Versicherungskunden könnten deshalb noch bis Ende November ihren bisherigen Vertrag kündigen. Ein Vergleich der Tarife kann jedenfalls nie schaden. Denn ein Wechsel der Versicherung kann sich durchaus lohnen, rechnet Versicherungsfachmann Schewe am Beispiel eines Pkw mit 180 PS einschließlich Teil- und Vollkasko vor:

"Der günstigste Versicherer liegt bei 308 Euro und der teuerste bei 532 Euro. Aber es kommt dann immer noch auf den Versicherungsumfang an. Und der kann erheblich sein."

Etwa ob bei der Teilkasko nur ein Marderbiss abgedeckt ist oder auch ein Schaden, den andere Tiere anrichten. Gerade das Kleingedruckte sollte man aufmerksam lesen. Auch bei Online-Vergleichsportalen. Denn Versicherer wissen, dass Online-Kunden den günstigsten Tarif suchen.

"Und darauf reagieren die dort anbietenden Versicherer mit sehr günstigen Beiträgen. Aber auch mit Tarifen, die einige Merkmale nicht enthalten, die Tarife, die etwas teurer sind, beinhalten."

Sich auch bei der eigenen Versicherung erkundigen

Informieren kann man sich nicht nur über Vergleichsportale. Nicht selten zahlt sich auch eine Nachfrage bei der bisherigen Versicherung aus. Denn:

"Viele Versicherer bieten im Laufe der Jahre neue aktuelle Tarife an. Und dann kann es sogar sei n, dass man beim Versicherer bleibt, seinen Tarif einfach mal aktualisiert und vielleicht damit sogar noch günstiger damit fährt."

Michael Wagner hat erst einmal Angebote verschiedener Versicherungen für einen gründlichen Vergleich eingeholt.

"Und wenn dieser günstiger ausfallen sollte, werde ich einfach mal meine Versicherung ansprechen, ob sie entweder auf den alten Preis zurückgehen oder gegebenenfalls sogar auf den Wettbewerbspreis einsteigen."

Letztlich ist der Wechsel zu einem neuen Versicherungsunternehmen, sagt Lutz Schewe, mit keinem großen Aufwand verbunden.

"Dann wird der neue Versicherer eine EVB, eine elektronische Versicherungsbestätigung an das Straßenverkehrsamt übermitteln. Ich muss eigentlich gar nichts machen."

Unter bestimmten Umständen können Versicherte auch im laufenden Jahr kündigen und den Anbieter wechseln.

"In jedem Fall kann ich kündigen, wenn sich der Beitrag erhöht hat in Haftpflicht, Vollkasko oder Teilkasko. Dann habe ich ein außerordentliches Kündigungsrecht."

Bei einem Wechsel kann man durchaus 100 Euro oder mehr sparen. Doch um herauszufinden, mit welchem Tarif man am besten fährt, sollte man die Versicherungsleistungen genau unter die Lupe nehmen.

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