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KirchenzugehörigkeitEuGH-Urteil unterschiedlich aufgenommen

Ein Schild der Caritas, aufgenommen in Fulda (picture-alliance / dpa / Uwe Zucchi)
Ein Schild der Caritas, aufgenommen in Fulda (picture-alliance / dpa / Uwe Zucchi)

Der Europäische Gerichtshof hat die Rechte konfessionsloser Bewerber bei kirchlichen Arbeitgebern gestärkt.

Danach darf eine bestimmte Religionszugehörigkeit nur dann zur Bedingung gemacht werden, wenn dies für die Tätigkeit "objektiv geboten" ist und die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleibt. Dies müsse vor Gerichten überprüfbar sein. Geklagt hatte eine konfessionslose Berlinerin, die sich erfolglos beim Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung beworben hatte.

Die Grünen und die Anti-Diskriminierungsstelle des Bundes begrüßten das Urteil und erklärten, jetzt müssten die kirchlichen Träger ihre Entscheidung in jedem Einzelfall begründen. Die katholische Bischofskonferenz und die Caritas betonten, die Kirchen seien grundsätzlich weiterhin berechtigt, Mitarbeiter nach der Religionszugehörigkeit auszuwählen. Allerdings unterlägen sie künftig einer intensiveren gerichtlichen Überprüfung.

(Rechtssache Nr. C-414/16).

Diese Nachricht wurde am 17.04.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.