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Kirchliche ArbeitgeberKonfession darf nicht immer Bedingung sein

Logo an einem Haus der Diakonie in Deutschland. (imago / CHROMORANGE)
Grundsätzlich ja, aber nicht in jedem Fall dürfen kirchliche Arbeitgeber wie die Diakonie die Konfession zur Voraussetzung einer Einstellung machen. (imago / CHROMORANGE)

Kirchliche Arbeitgeber dürfen einem weiteren EuGH-Urteil zufolge nicht bei jedem Bewerber die Religionszugehörigkeit zur Bedingung machen.

Die Luxemburger Richter erklärten, in der Regel stehe es staatlichen Gerichten zwar nicht zu, über das Ethos kirchlicher Arbeitgeber zu befinden. Man müsse aber prüfen, ob die Voraussetzung einer bestimmten Konfession im Einzelfall wesentlich, rechtmäßig und gerechtfertigt sei. Geklagt hatte eine konfessionslose Berlinerin, die sich erfolglos beim Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung beworben hatte.

Die Evangelische Kirche in Deutschland sieht durch das EuGH-Urteil ihre Gestaltungsfreiheit eingeschränkt. Die Prägung der kirchlichen Arbeit hänge maßgeblich an den Personen, die ihren christlichen Glauben und ihre christliche Haltung einbrächten, kritisierte der Präsident des EKD-Kirchenamts, Anke, in Hannover. Die katholische Deutsche Bischofskonferenz teilte in Bonn mit, sie werde prüfen, ob sie ihre Einstellungspraxis anpassen müsse.

Diese Nachricht wurde am 17.04.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.