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StartseiteVerbrauchertippWas Hobbygärtner wissen sollten20.03.2017

KleingärtenWas Hobbygärtner wissen sollten

Obst und Gemüse aus eigenen Anbau, eine Spielwiese für die Kinder oder einfach ein Rückzugsort vom hektischen Arbeitsalltag: Viele Menschen träumen vom eigenen Garten. Ein Traum, der mittels eines Kleingartens möglich wird. Allerdings sollte man vor der Anmietung einiges bedenken.

Von Bernd Debus

Die Kleingartenanlage "Paradies" im Osten von Berlin (Deutschlandradio - Julius Stucke)
Was in einer Kleingartenanlage vor allem zählt: die Gemeinschaft. (Deutschlandradio - Julius Stucke)
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"Ich war also absoluter Anfängerin. Ich habe also auch diverse Blumen, wo ich gedacht habe ist Unkraut, habe ich alles rausgerissen. Ja, und dann haben wir natürlich alles ausprobiert, angefangen von Möhren, Radieschen, Kohlrabi, Blumenkohl, Brokkoli."

Manuela Kruck aus Gladbeck ist begeistert von ihrem Kleingarten. Dabei hatte sie anfangs nicht nur keinerlei gärtnerische Erfahrungen, sondern auch noch jede Menge Vorurteile. Von wegen strenge Regeln und wenig Freiheiten:

"Und dann haben wir eigentlich auch gesehen, dass das alles ziemlich locker ist und haben uns dann auch ein bisschen informiert, ob ein Garten frei ist."

Es war ein Garten frei. Und der war gar nicht teuer. Werner Heidemann, Geschäftsführer des Landesverbandes Westfalen und Lippe der Kleingärtner:

"Sagen wir mal, der Pachtzins, der liegt irgendwo im ländlichen Bereich vielleicht bei zehn Cent pro Quadratmeter und Jahr und im städtischen Bereich bei circa 40 Cent."

Das heißt, in einer Großstadt kosten 400 Quadratmeter Kleingarten jährlich 160 Euro. Allerdings ist damit nur die Scholle abgegolten. Die Gartenlaube, alle Pflanzen und was sich sonst noch auf der Parzelle befindet, ist Privateigentum. Und dafür müssen neue Kleingärtner den vorherigen Pächtern eine Entschädigung zahlen:

"Was kostet jetzt so ein Kleingarten? Natürlich hängt das von der Größe ab. Natürlich hängt es vom Zustand ab. Sie bekommen einen Kleingarten für 500 Euro. Es kann aber auch sein, dass Sie für einen guten Garten mit guter Laube 5.000 Euro und mehr zahlen müssen."

Nicht alles ist erlaubt

Blick auf Erbsenschoten einer Pflanze (imago/Westend61)Mindestens ein Drittel eines Kleingartens muss für den Obst- und Gemüseanbau genutzt werden. (imago/Westend61)

Luxus-Lauben werden beim Berechnen der Entschädigung allerdings nicht berücksichtigt. Sowieso sind einer Kleingarten-Laube enge Grenzen gesetzt. Manuela Kruck:

"Wir wissen, dass wir die Hütte nicht größer als 24 Quadratmeter überdachen dürfen. Anbauten müssen genehmigt werden. Also wir dürfen entweder ein Gewächshaus haben oder einen Geräteschuppen. Wir haben uns für den Geräteschuppen entschieden."

Und ein reiner Ziergarten geht auch nicht. Genauso wenig, wie den gesamten Kleingarten einfach in eine Spielwiese für die Kinder zu verwandeln. Grundsätzlich sind Obst- und Gemüseanbau auf rund einem Drittel der Gartenfläche Pflicht. Dabei zählen aber auch Komposthaufen und Frühbeete mit. Wobei, die Vorstände der meisten Kleingartenvereine nehmen das nicht ganz so genau, so lange erkennbar bleibt, dass im Kleingarten etwas für die Selbstversorgung angebaut wird. Werner Heidemann:

"Es wird keiner hingehen und nachmessen, ob da jetzt tatsächlich von 600 Quadratmetern auch zweihundert Quadratmeter intensiv für den Gemüseanbau genutzt werden."

Einsatz ist gefragt

Obst und Gemüse aus eigenem Anbau schmecken bestimmt besser, als die teils weit gereiste Ware aus dem Discounter. Aber es macht auch mehr Arbeit. Denn von selber wächst nichts auf den Beeten. Dazu kommen noch die Gemeinschaftseinsätze in der Kleingartenanlage:

"Pro Garten, also jeder Garten muss zehn Gemeinschaftsstunden im Jahr ableisten. Und die kommen dann so alle drei bis vier Wochen, ist man dann mal samstags für eine Stunde mit Gemeinschaftsarbeit dran."

Wer also keinen Spaß daran hat, sich ab und an die Hände dreckig zu machen, sollte sich doch besser ein anderes Hobby suchen. Manuela Kruck hat damit jedoch keine Schwierigkeiten:

"Ich gehe also gerne im Acker und ich wühle auch gerne im Unkraut rum. Ich habe also da kein Problem mit, irgendwie auch mit anzupacken."

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