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KlimawandelMeeresspiegel steigt schneller

Ein Spaziergänger läuft an der Nordseeküste bei Hooksiel (Niedersachsen) am Deich entlang und kämpft dabei gegen den Wind an. (dpa / Mohssen Assanimoghaddam)
Ein Spaziergänger läuft an der Nordseeküste bei Hooksiel (Niedersachsen) am Deich entlang und kämpft dabei gegen den Wind an. (dpa / Mohssen Assanimoghaddam)

Der Meeresspiegel beschleunigt sich.

Das haben Satellitenmessungen eines internationalen Forscherteams an der Universität Colorado ergeben. Nachzulesen ist die Studie im Fachblatt PNAS.

Die Forscher gehen davon aus, dass der Meeresspiegel künftig jedes Jahr ein bisschen mehr steigen wird. In konkreten Zahlen: nicht mehr wie etwa seit 1993 um durchschnittlich drei, sondern im Jahr 2.100 um zehn Millimeter pro Jahr - vorausgesetzt, die gemessene Veränderungsrate der vergangenen 25 Jahre setzt sich in Zukunft so fort. Für die Küsten hätte das dramatische Folgen: Die Pegelstände lägen hier im Bezugsjahr 2.100 durchschnittlich um 65 Zentimeter höher als im Jahr 2005.

Verantwortlich für den Anstieg des Meeresspiegels ist nach Erkenntnissen der Forscher zum einen, dass die Eisschilde am Südpol und auf Grönland schmelzen, zum anderen die Tatsache, dass sich Wasser ausdehnt, wenn es wärmer wird. Deshalb warnen sie: Ihre Studie sei noch eine vorsichtige Schätzung, denn die Veränderungen an den Eisschilden seien besonders groß.

Stefan Rahmstorf, Professor für Ozeanografie, sagte im Deutschlandfunk, die Küstenbewohner müssten mit zunehmenden Sturmfluten rechnen. Manche Küstenregionen werde man nicht verteidigen können; aus denen werde man sich zurückziehen müssen. Der Wissenschaftler am Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung erklärte, die globale Erwärmung könne aber gestoppt werden, wenn das Pariser Abkommen konsequent umgesetzt würde. Der Anstieg des Meeresspielgels jedoch könne nicht gestoppt werden. Diese Entwicklung werde sich viele Jahrtausende fortsetzen, und zwar aufgrund der Erwärmung, die bereits jetzt durch den Menschen verursacht wurde. Rahmstorfs Fazit: "Wir können aber verhindern, dass er sich noch stark weiter beschleunigt."

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