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Seit 16:35 Uhr Forschung aktuell
StartseiteInterview"Nationalistische Tendenz bleibt bestehen"15.03.2015

Knesset-Wahl"Nationalistische Tendenz bleibt bestehen"

Am Dienstag wählt Israel ein neues Parlament. Die Aussichten, dass sich an der nationalistischen Ausrichtung der Politik etwas ändert, sind laut Moshe Zimmermann gering. "Die Denkrichtung bleibt bestehen", sagte der Historiker im Deutschlandfunk.

Moshe Zimmermann im Gespräch mit Michael Köhler

Moshe Zimmermann sieht keine Chance auf ein linkes Bündnis in Israel (imago stock&people)
Moshe Zimmermann sieht keine Chance auf ein linkes Bündnis in Israel (imago stock&people)
Weiterführende Information

Israel vor der Wahl - "Ein sehr merkwürdiger Wahlkampf"
(Deutschlandfunk, Tag für Tag, 09.03.2015)

30.000 für Veränderung
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Umstrittene Werbung um Einwanderer
(Deutschlandfunk, Eine Welt, 07.03.2015)

Einschüchterung ist Netanjahus Kalkül
(Deutschlandradio Kultur, Politisches Feuilleton, 04.03.2015)

Reaktionen in Israel - Netanjahu stößt auf Widerstand
(Deutschlandfunk, Informationen am Morgen, 04.03.2015)

Netanjahu im US-Kongress - Stärkung des rechten Lagers in Israel
(Deutschlandfunk, Kommentar, 03.03.2015)

Politische Satire in Israel - Eine fast heilige Institution
(Deutschlandfunk, Informationen am Morgen, 17.02.2015)

Israel ist grundsätzlich gespalten über den innen- und außenpolitischen Kurs des Landes. Eine Abwahl von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu beim Urnengang am Dienstag würde an der grundsätzlich nationalistischen Ausrichtung der Politik nichts ändern, sagt der Historiker Moshe Zimmermann von der hebräischen Universität Jerusalem.

"In der Überlegung der meisten Israelis steht nicht Netanjahu im Vordergrund, sondern die Denkrichtung: Rechts oder Links? Und der rechte Flügel ist viel stärker als der linke Flügel." Es werde weiter eine nationalistische Regierung geben - mit oder oder ohne Netanjahu.

Zusammenschluss mit arabischer Partei nicht denkbar

Die Chance, eine linksorientierte Regierung zu gründen, sei gleich null. "Das würde einen Zusammenschluss mit der arabischen Partei bedeuten", sagt Zimmermann. Für diese könne man zehn Prozent der Stimmen erwarten. "Keine Regierung in Israel kann Entscheidungen vor allem über die Sicherheit treffen, die auf die Stimmen der Araber gestützt ist." Das sei Teil einer rassistischen antipalästinensischen Einstellung in Israel. "Die Mehrheit der Juden lässt nicht zu, dass die wichtigen Entscheidung nicht von einer jüdischen Mehrheit getroffen wird."

Daher sei auch bei einem relativen Erfolg der Arbeitspartei von einer großen Koalition mit Netanjahus Likud-Partei auszugehen. "Das heißt, dass die nationalistische Tendenz in Israel in der Regierung bleibt und sie dirigiert."

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