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StartseiteVerbrauchertippWarngeräte schützen vor unsichtbarer Gefahr16.08.2017

Kohlenmonoxid-VergiftungWarngeräte schützen vor unsichtbarer Gefahr

Etwa 5.000 Menschen erleiden in Deutschland jedes Jahr eine Kohlenmonoxid-Vergiftung - in einem von zehn Fällen endet sie tödlich. Weil das Gas farb-, geruch- und geschmacklos ist, werden entsprechende Warnmelder in der Nähe von gefährdeten Geräten empfohlen.

Von Katja Scherer

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Ein Feuer brennt im Kamin in einer Almhütte bei St. Kassian in Südtirol, aufgenommen im Juli 2005.  (picture-alliance / dpa / Udo Bernhart)
Auch in einem verstopften Kamin können gefährliche Gase entstehen. (picture-alliance / dpa / Udo Bernhart)

Der Sommer ist da und die Grillsaison in vollem Gang. Aber was, wenn plötzlich ein Gewitter die geplante Gartenparty ins Wasser fallen lässt? Eines sollte man dann auf keinen Fall tun, warnt Christian Heinisch von der Kölner Feuerwehr. Die Grillparty in die Garage verlagern. Denn wenn bei einer Verbrennung nicht genug Sauerstoff zugeführt wird, entstehen gefährliche Abgase:

"Ein Hauptbestandteil dieser Abgase ist Kohlenmonoxid und dieses ist ein hochgiftiges Gas, das zu schweren gesundheitlichen Schäden bis hin zum Tode führen kann."

Meist haben die Betroffenen zuerst mit Schwindel und Übelkeit zu kämpfen, auch Sehstörungen können auftreten. Je nach Konzentration des Gases verlieren sie dann binnen weniger Minuten das Bewusstsein.

Warngeräte für den Haushalt schon ab 20 Euro

Und das Grillen am Sommerabend ist längst nicht die einzige Situation, in der Kohlenmonoxid zum Problem werden kann. Auch bei defekten Gasheizungen, Kaminöfen oder gasbetriebenen Warmwasseranlagen kann das chemisch als CO bezeichnete Gas austreten. Die Feuerwehr empfiehlt Verbrauchern mit derartigen Geräten daher Warnmelder anzubringen. Christian Heinisch läuft zu einem Rettungswagen und öffnet die Wagentür: "Das ist der Notfallrucksack. Der wird vom Rettungsdienstpersonal mitgeführt und an jedem hängt so ein CO-Warner dran."

Heinisch zeigt auf ein faustgroßes, gelbes Plastikgerät mit einem kleinen Display. Sobald das Gerät eine überhöhte CO-Konzentration feststellt, piept es laut. Ähnliche Geräte, nur schlichter in dezentem weiß, gibt es für Haushalte ab 20 bis 30 Euro zu kaufen. Dabei sollte man auf entsprechende Siegel achten:

"Es gibt Geräte, die beispielsweise beim TÜV-geprüft werden, die tragen dann das Siegel für geprüfte Sicherheit. Diese Geräte sollte man kaufen. Der Preis ist da gar nicht so entscheidend, denn es gibt auch gute und günstige Geräte."

Die richtige Anbringung ist wichtig

Sinnvoll ist es zudem, für jeden Raum, in dem ein kritisches Gerät steht, einen eigenen Warnmelder anzuschaffen. Also beispielsweise einen für den Heizungskeller und einen für den Boiler im Badezimmer. Der Warnmelder sollte dann in direkter Nähe zum jeweiligen Gerät angebracht werden, sagt Stephan Langer vom Bundesverband der Schornsteinfeger: "Grundsätzlich ist es so, dass der Warnmelder höher sein muss als jedes Fenster im Raum, aber 15 Zentimeter unterhalb der Decke."

Der Grund: Kohlenmonoxid ist etwas leichter als Luft und steigt daher nach oben. Und Fenster und Türen könnten die Konzentration des Gases verfälschen, sodass die Gefahr unterschätzt wird. Wer sich nicht allein auf seinen Warnmelder verlassen will, sollte auch Fenster und Spiegel im Blick behalten, rät Langer:

"Zum Beispiel wenn Ihr Spiegel oder Ihr Fenster aus irgendwelchen Gründen beschlagen ist und der Warnmelder dann auch noch etwas anzeigt, dann können Sie sicher sein, dass etwas im Argen liegt."

Das Erste, was man dann tun sollte, ist die Fenster öffnen und den Raum verlassen: "Fenster auf Kipp machen und am besten Querlüften, also nicht nur auf einer Hausseite die Fenster aufmachen, sondern auf beiden. Dann kann auch eigentlich nichts passieren."

Bei einer defekten Gasheizung oder einem Ofen gilt es außerdem möglichst schnell einen Techniker oder Schornsteinfeger anzurufen, damit das betroffene Gerät ausgetauscht wird.

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