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StartseiteSprechstundeKoloskopie bei Enddarmerkrankungen31.07.2007

Koloskopie bei Enddarmerkrankungen

Neunzig Prozent aller Darmkrebse beginnen als so genannte Polypen, zunächst noch als gutartige Polypen. Wenn der Polyp eine gewisse Größe erreicht hat, dann beginnen im Kopf des Polypen sich bösartige Zellen zu bilden. Und diese bösartigen Zellen bilden dann ein Karzinom. Dieser Prozess dauert in der Regel 10 bis 15 Jahre. Deshalb ist es wichtig, ab einem bestimmten Alter regelmäßig eine Koloskopie durchführen zu lassen.

Von Barbara Weber

Eine Koloskopie wird im Krankenhaus durchgeführt.  (Stock.XCHNG / Keith Syvinski)
Eine Koloskopie wird im Krankenhaus durchgeführt. (Stock.XCHNG / Keith Syvinski)

"Ich hab’ hier einen Patienten mit einem Sigma-Polypen - das sind gutartige Neubildungen im Dickdarm - der sich ziemlich weit unten befindet. "

Kliniken St.Augustin in Wuppertal.
Chefarzt Prof.Peter Prohm steht im Untersuchungszimmer vor der Liege mit dem leicht narkotisierten Patienten.

"Ich bin mit dem Koloskop bereits im Dickdarm drin. Da müssen wir jetzt natürlich nach vorne gehen, dass wir dann die Abtragung machen können mit der elektrischen Schlinge. Ich geh’ jetzt mal eben nach vorne. So - da müssen wir ein bisschen durch die Darmwindungen durch. Auf dem Schirm sehen wir jetzt die normale Dickdarmschleimhaut mit einer schönen Gefäßzeichnung. Hier ist also alles wunderbar in Ordnung. Jetzt müsste gleich der Polyp kommen. Wo ist er? Da ist er! So - jetzt haben wir ihn gefunden, den Polypen. Da müsste ich jetzt mal eine Assistentin haben, dass wir den jetzt mal schön herumdrehen, auf sechs Uhr stellen, weil dann die Entfernung am Besten ist. Pass auf!"

Schwester Mechthild versucht, den Polypen mit Hilfe des Schlauches zu fixieren. Das ist nicht ganz einfach, weil der Polyp immer wegrutscht.

"So, und ein Stück nach vorne, o.k. Legen Sie sich mal eben auf den Rücken? Dann geht’s wahrscheinlich besser. So, jetzt haben wir es. (Schwester) Beine anziehen! Beine aufstellen! (Prohm) Jetzt habe ich ihn genau da, wo ich ihn haben will. O.K. so ist gut. Jetzt geben sie mir mal eben die Spritze. Ich unterspritz jetzt den Polypenstil mit einer blutstillenden Lösung, weil der doch sehr breit ist und auch leicht bluten kann. Dann geh’ ich mal eben mit meiner Sonde durch das ganze Instrument, bis ich vorne herauskomme. Da sind wir raus. Jetzt machen wir mal eben die Spritze raus. O.K, jetzt ist die Nadel draußen. Und jetzt kann ich die Basis... pass auf, den musste hier mal ein bisschen einstellen, dass ich die Basis unterspritzen kann. So spritz mal! Warte! Das ist manchmal ein bisschen Fummelei, da muss man Geduld haben. Jetzt können wir die Sonde wieder wegtun. Jetzt gib mal eben bitte die Schlinge. Jetzt machen wir eben die Schlinge auf. Warte, ich muss dahinter. Halt mal so, o.k. - mal eben spülen. Jetzt hab’ ich ihn. Mach’ zu, langsam zu, zu, zu o.k. wunderbar. Jetzt brennen wir! Warum geht es nicht? Ah doch, geht. Jetzt schneide ich den Polypen ab mit elektrischem Strom. - Ist schon ab. Jetzt gucken wir nur mal, ob alles in Ordnung ist oder ob da was blutet. Nee, wunderbar. Jetzt holen wir uns erst mal den Polypen raus. Da ist er! Den Polypen haben wir gefangen. Der wird natürlich jetzt zur feingeweblichen Untersuchung eingesandt. Schöner Polypenstil auch! Und aus diesem Polypen entstehen dann die Dickdarmkarzinome, wenn man lang genug wartet. Jetzt geh’ ich noch mal mit dem Endoskop nach oben und gucken uns die Abtragungsstelle noch mal an, ob da alles trocken ist und ob wir ruhig schlafen können. Da ist die Abtragungsstelle, wunderbar! Wie im Lehrbuch! Gut o.k., das war’s. "

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