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StartseiteVerbrauchertippEinfache Wege zum naturnahen Garten16.03.2016

KomposthaufenEinfache Wege zum naturnahen Garten

Wer einen eigenen Garten hat, fängt jetzt zu Frühlingsbeginn langsam an, Ordnung zu schaffen. Für die Augen mag der perfekt aufgeräumte Garten eine Zier sein - für wilde Tiere kann er zur Wüste werden. Dabei kann man schon mit einfachen Mitteln den Garten naturnah gestalten - und damit die für Insekten und Vögel so wichtigen Lebensräume schaffen.

Von Michael Arntz

Frau transportiert Gartenabfälle mit einer Schubkarre (imago/Redeleit-L.)
Der Beginn der Pflanzsaison bedeutet viel Arbeit: Laubreste zusammenkehren, Äste einsammeln, die Beete von Unkrautwurzeln befreien. (imago/Redeleit-L.)
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NABU - Naturschutz im Garten

Nach dem langen Winter kann Susanne Klostermann endlich die Gartengeräte aus dem Schuppen holen und mit der Arbeit beginnen. Die Biologin von der NABU Naturschutzstation Niederrhein lebt in Xanten. Ihr Garten ist ein kleines Biotop und bietet die so wichtigen Lebensräume für Insekten.

"Wir haben in den letzten fünfzehn Jahren ein großes Insektensterben beobachtet, und das liegt unter anderem daran, dass nicht genug Nahrungsangebote für Insekten, Bienen und Hummeln vorhanden sind." 

Und diese Insekten sind wichtig für das Funktionieren fast aller Ökosysteme. Wer im eigenen Garten Lebensräume für Insekten schaffen will, sagt Susanne Klostermann, sollte abgestorbene Äste und Stengel jetzt nicht schreddern, sondern auf losen Haufen stapeln. 

Komposthaufen auch im kleinsten Garten

"Hier, in diesen hohlen Halmen, die sind ja meist hohl, wenn man sich das jetzt mal anschaut ... [bricht Stengel auseinander] ... hier ist jetzt Mark, und da bohren sich die Insekten rein, entweder selber oder sie legen ihre Eier da rein - das ist für Wildbienen sehr, sehr wichtig, für die seltenen Arten ist das viel wichtiger als die Bienenhotels, die kommerziell angeboten werden - dann schlüpfen die Insekten hier raus." 

Wenn alte Zweige und Stengel in der Öko-Ecke gestapelt sind, ist der Weg für alle anderen Pflanzenreste klar: 

"Ganz einfach: Alles auf den Komposthaufen packen. Dann hat man auch noch einen Mehrwert davon, man bekommt nämlich kostenlos nährstoffreiche, humusreiche Erde, von der die Pflanzen im Sommer und im Herbst wieder wunderschön blühen." 

Der Komposthaufen ist der bequemste Weg, Garten- und Küchenabfälle loszuwerden und zugleich Humus herzustellen - und das geht auch im kleinsten Garten. 

"Also, man sucht sich einen Platz, der sollte vielleicht zwei Quadratmeter haben, 'ne Stelle, wo der Kompost auch Verbindung zum Boden hat, es sollen ja die ganzen Bodenlebewesen, Regenwürmer, Schnecken et cetera nach oben kommen, um das ganze Material zu zersetzen. Und dann würde ich mir trotzdem eine kleine Umrandung machen, damit nicht alles auseinanderfällt, weil gerade die Gartenvögel, die Amseln gehen gerne hin und durchwühlen den Kompost, um dort noch nach Nahrung zu suchen." 

Die Igel in Ruhe lassen

Neben Öko-Ecke und Komposthaufen empfiehlt Susanne Klostermann ein weiteres Mittel, um Lebensräume für Insekten und Vögel zu schaffen. 

"Einheimische Sträucher pflanzen, die das ganze Jahr über auch ein reiches Blütenangebot bieten, für Insekten, Schmetterlinge und auch andere Bienen-, Hummelarten. Das könnten zum Beispiel Weißdorn sein, das kann Schlehe sein - oder auch Kornelkirsche. Das ist ein Strauch, der schon sehr, sehr früh im Frühjahr blüht und bietet natürlich dann den ersten Insekten, die dann schon fliegen, ein Nahrungsangebot." 

Wer jetzt mit ökologischem Elan im Garten loslegen will, der sollte allerdings eine ganz bestimmte Ecke in Ruhe lassen. Ein Gartenbewohner braucht noch etwas Zeit, bevor auch er sich aufmacht, um den Frühling zu genießen. 

"Die Igel, die schlafen zur Zeit noch. Also, ganz wichtig, dass auch in den Ecken, wo Laubhaufen sich angesammelt haben oder wo man selber einen Laubhaufen für den Igel angelegt hat, dass die noch nicht abgeräumt werden. Wenn es so kalt ist wie jetzt, schlafen die Igel noch bis weit in den April hinein."

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