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Kontroverse um EchoMehrere Künstler geben Preis zurück

12.04.2018, Berlin: Kollegah (r) und Farid Bang erhalten den Echo für Album des Jahres bei der 27. Verleihung des Deutschen Musikpreises Echo. Die Rapper halten eine Karrikatur von Sänger Campino mit Heiligenschein hoch, welches sie versteigern wollen. Foto: Jörg Carstensen/dpa | Verwendung weltweit (Jörg Carstensen/dpa)
Kollegah (r) und Farid Bang beim Echo 2018. (Jörg Carstensen/dpa)

Mehrere Künstler wollen wegen der Verleihung des Musikpreises "Echo" an die Rapper Kollegah und Farid Bang ihre Auszeichnung zurückgeben.

Das Berliner Notos-Quartett hatte den "Echo Klassik" im vergangenen Herbst erhalten. Nun kündigte es auf Facebook an, die Trophäe zurückzugeben. Sie sei für das Quartett nicht mehr als ein "Symbol der Schande".

Auch der der Pianist Igor Levit und der in diesem Jahr für sein Lebenswerk geehrte Klaus Voormann gaben ihre Preiss zurück. In einer Erklärung bezeichnete Voormann den Echo als "nun große Enttäuschung". Er betonte, auch bei Provokationen dürfte die Grenze zu menschenverachtenden, frauenfeindlichen, rassistischen, antisemitischen und gewaltverherrlichenden Äußerungen und Taten nicht überschritten werden.

Der Musiker und Grafiker war Freund und Wegbegleiter der Beatles. Zudem arbeitete er als Bassist unter anderem mit Manfred Mann zusammen.

Die beiden Rapper Farid Bang und Kollegah hatten den "Echo" am Donnerstag für ein Album erhalten, das Kritiker als antisemitisch einstufen.

Der ARD-Koordinator für Unterhaltung, Schreiber, schrieb in der "Welt", es gebe nur eine sinnvolle Reaktion der Musikindustrie: Eine Entschuldigung und die Erkenntnis, dass dieser Echo keine Berechtigung mehr habe, weder inhaltlich noch moralisch. Ähnlich äußerte sich auch die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Haßelmann. Sie twitterte: "Der #Echo hat keine Berechtigung mehr." Der Bundesverband Musikindustrie kündigte lediglich an, den Preis auf Entscheidung des Vorstandes zu überarbeiten. Details nannte der BVMI aber nicht.

Der WDR bestätigte, dass das umstrittene Album der beiden Rapper beim Sender auf dem Index steht, also nicht mehr gespielt wird - allerdings war das schon vor der Echo-Verleihung so. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet begrüßte das ausdrücklich.

Diese Nachricht wurde am 17.04.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.