• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
Seit 01:30 Uhr Tag für Tag
StartseiteVerbrauchertippProbleme mit Handwerkern vermeiden21.08.2017

Kostenvoranschlag, Rechnung, MängelhaftungProbleme mit Handwerkern vermeiden

Neue Fliesen im Bad, Anstrich im Wohnzimmer oder Reparaturen am Dach: Die Suche nach einem geeigneten Handwerksbetrieb ist nicht immer einfach. Bei der Auswahl und auch nach Abschluss der Arbeiten gibt es einiges zu beachten.

Von Michael Voregger

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Zwei Dachdecker reparieren ein beschädigtes Hausdach.  (picture alliance / dpa / Marius Becker)
Dachdecker reparieren ein beschädigtes Hausdach. (picture alliance / dpa / Marius Becker)
Mehr zum Thema

Handwerker im Internet "Den Kunden digital abholen und versorgen"

Schwarzarbeit Der Privathaushalt als Arbeitgeber

Bevor die Arbeiten beginnen können, muss man sich auf die Suche nach einem geeigneten Handwerker machen. Die beste Quelle für Empfehlungen ist dabei der eigene Bekannten- und Freundeskreis. Wenn ein Betrieb gut gearbeitet hat, wird er gerne weiterempfohlen. Helfen kann auch ein Blick auf die Qualifikationen: Handelt es sich um einen Innungsbetrieb und um einen Meisterbetrieb? Cornelia Semmler von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen empfiehlt:

"Gut ist, wenn man sich mehrere Handwerksbetriebe vorher anschaut und sich Kostenvoranschläge von mehreren Betrieben einholt. Wichtig ist auch, dass man die Arbeiten und Aufgaben, die man ausführen will, genau beschreibt, sodass der Handwerker auf der Grundlage schon mal vorkalkulieren kann."

Liegen mehrere Kostenvoranschläge auf dem Tisch, sollten sie auf Vollständigkeit geprüft werden. Beim Austausch von Fenstern oder dem Streichen der Hausfassade wird zum Beispiel oft noch ein Gerüst benötigt. Ist das im Angebot nicht enthalten, dann sind weitere Kosten zu erwarten. Denn in der Regel kann ein Kostenvoranschlag auch überschritten werden, weiß Rechtsanwalt Arndt Kempgens:

"Wenn der Kostenvoranschlag fix ist und wir einen festen Preis vereinbaren, dann darf der Handwerker auch nicht mehr nehmen. Wenn es ein offener Kostenvoranschlag ist, dann darf der Handwerker bei der Rechnung auch ein bisschen drüber liegen. Man sagt so zwischen 10 bis 20 Prozent – vielleicht sagt man nach der Faustregel 15 Prozent. Das hängt aber vom Einzelfall ab."

Erst bei vollkommener Zufriedenheit zahlen

Rechtlich gibt es keine festen Grenzen und ein Kostenvoranschlag kann immer verlangt werden. Für diesen darf ein Handwerker nur dann Geld verlangen, wenn das vorher ausdrücklich vereinbart wurde. Die Frage ist, ob der Betrieb auch bei kleinen Arbeiten und Beträgen darauf eingeht. Erzwingen kann der Kunde das nicht. Einfacher kann da eine mündliche Vereinbarung sein. Cornelia Semmler rät aber:

"Verträge können auch mündlich geschlossen werden, aber wir raten immer dazu das schriftlich zu machen. Allein aus Beweiszwecken – ein Zeuge ist natürlich auch ein Beweis, aber schöner und einfacher in Streitfälle ist es immer, wenn man das auch schwarz und weiß hat."

Nach Abschluss der Arbeiten folgt die Prüfung des Ergebnisses. Die Rechnung muss erst dann bezahlt werden, wenn alles zur Zufriedenheit des Kunden erledigt ist. In der Rechnung müssen alle Lohn-, Fahrt- und Materialkosten einzeln aufgeführt werden. Das ist wichtig, weil in vielen Fällen Kosten anteilig von der Steuer abgesetzt werden können. Wer mit der Leistung nicht zufrieden ist, kann schriftlich eine Frist zur Nachbesserung setzen. Arndt Kempgens legt daher nahe:

"Ich darf also nicht selber anfangen das zu reparieren. Ich darf auch erst recht nicht einen anderen Handwerker bitten das zu reparieren und gebe dem Ursprungshandwerker die Rechnung zurück. Sondern ich muss mich immer aus meiner Sicht an den Handwerker wenden, der das verbockt hat – der hat nämlich die Möglichkeit das zu reparieren."

Keine Gewährleistung bei Schwarzarbeit

Sollte Monate später etwas auffallen, ist es wichtig, dass man solche Mängel - wenn möglich - gut mit Fotos dokumentiert. Die Mängel werden dem Handwerker schriftlich mitgeteilt. Bei Handwerkern gilt die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren. Bei Leistungen am Bau sind es sogar fünf Jahre. Rechtsanwalt Kempgens rät davon ab, hier am falschen Ende zu sparen:

"Bei Schwarzarbeit habe ich überhaupt keine Rechte mehr. Wenn da ein Mangel auftritt, dann muss der Werkunternehmer noch nicht einmal nachbessern. Da ist der Bundesgerichtshof, da sind alle Gericht sehr streng und sagen: Wenn Du Schwarzarbeit machst, hast Du keinerlei Gewährleistungsrechte."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk